Meine letzte Kreuzfahrt

Mittwoch, 6. Dezember 2017: Der Wecker ertönt um 06.00, aber wir sind Beide schon aufgestanden. Das Taxi holt uns 08.00 ab. Der Zug in Lugano fährt verspätet ab. Adalberto fürchtet sehr, dass wir in Mailand den Anschluss nach Genua verpassen werden. Aber dann klappt es doch, wenn auch nur recht knapp

In Genua bringt uns ein Taxi zum Schiff. Unsere beiden Koffer werden schon auf dem Quai vom Schiffs-Personal übernommen. Nun müssen wir uns durch die im Zickzack aufgestellten, mobilen Abschrankungen langsam zu drei verschiedenen Kontrollstellen schleichen. Es dauert insgesamt eine Stunde und 50 Minuten, bis wir das Schiff, MSC Splendida, endlich betreten können! So erweist sich schon der Anfang dieser Kreuzfahrt als wenig erfreulich. Sie wird unsere letzte Reise sein!

Donnerstag, 7. Dezember 2017: Heute ankern wir den ganzen Tag in Civitavecchia. Die im letzten Weltkrieg fast vollständig zerstörte Küstenstadt vor Rom wurde reizlos weder aufgebaut, wie wir bereits beim letzten Besuch feststellen konnten

Freitag, 8. Dezember2018: Ganzer Tag auf See.

Samstag, 9. Dezember 2018: Gegen Mittag landen wir in Heraklion, der Hauptstadt von Kreta.

Zuerst fahren wir mit einem Taxi zum Knossos-Palast, dem grössten und bedeutendsten der minoischen Paläste, deren Ruinen um 1900 von Arthur Evans (1851-1941 – Leiter des Asmolean Museums von Oxford) entdeckt und weltweit bekannt gemacht wurden. Er liess auf eigene Kosten mit über 100 Arbeitern Teile des Palaste in einer heute umstrittenen Weise wieder aufbauen. Der Palast umfasste einst 4 Stockwerke und dehnt sich aus über eine erstaunlich grosse Fläche.

Anschliessend besuchen wir das sehr interessante Archäologische Museum in
Heraklion. Es wurde 1930 gegründet, in den Jahren 2001 – 2014 wesentlich erweitert und mit 27 Sälen zu einem grossartigen Museum ausgestaltet. Zu bewundern gibt es beeindruckende, komplizierte Goldschmiede-Kunst für verschiedenartigsten Schmuck, zahllose, zum Teil grossformatige Tongefässe mit stets andersartigen, geometrischen Mustern verziert – und vieles andere mehr

Sonntag, 10. Dezember 2017: Ganzer Tag „auf See“ bis wir gegen 19. Uhr den Beginn des Suez-Kanals in Port Said erreichen.

Montag, 11. Dezember 2017: Offenbar musste das Schiff an der Einfahrt zum Suez-Kanal in der Nacht lange warten. Am Morgen sind wir deshalb erst im obersten, nördlichsten Teil des Kanals.

Der Franzose Lesseps liess 1859-1869 mit Hilfe von zahllosen Zwangsarbeitern den Kanal in der kurzen Zeit von nur 10 Jahren erbauen. Der Kanal war 164 km lang, 53 m breit und 8 m tief.

Erst seit 2010 kann der Suez-Kanal auch von Kreuzfahrtschiffen oder grossen Öltankern befahren werden, nachdem er auf 200-250 m verbreitet und auf 24 m vertieft worden ist. Die Schiffe durchfahren den Kanal jeweils in drei aufeinander folgenden Convoys. Dabei muss zwischen den Schiffen innerhalb von jedem Convoy ein Abstand von einer Seemeile eingehalten werden. Die Durchfahrt dauert 16 Stunden. Die Gebühren sind so hoch, so dass es für die von Europa kommenden Schiffe weniger kosten würde, ganz Afrika zu umfahren.

Es ist interessant, die Kanal-Ufer zu sehen. Auf der Westseite hat es Häuser, teilweise auch Palmen, Oliven und Felder, alles hinter einer durchgehenden hohen Mauer. Ich stelle mir vor, dass diese einen Wind und Sandsturm-Schutz bilden soll. Zwischen dieser durchgehenden Wand und dem Kanal erheben sich hohe Sand-Dünen, die vermutlich bei der erfolgten Vertiefung aufgeschüttet worden sind.

Im ausgedehnten Bitter-See kreuzen sich die südwärts und die nordwärts fahrenden Schiffe. Am späten Nachmittag erreichen wir Suez und die Einfahrt in den westlichen Arm des Roten Meeres. Das Wetter ist angenehm warm und sonnig.

Dienstag, 12. Dezember 2017: Heute bleibt das Schiff den ganzen Tag in der einzigen jordanischen Hafenstadt, Aqaba. Zahllose Busse warten auf die Menge der Passagiere, die den Ausflug nach Petra gebucht haben. (2 Stunden Hin- und zwei Stunden Rück-Fahrt. In Petra ausgiebige Wanderung). Wir beschliessen uns diese Anstrengung zu ersparen, obwohl wir Petra eigentlich gerne besucht hätten.

Aus dem Internet (Wikipedia) entnehme ich: Petra erlangte insbesondere 300-100 v. Chr. Bedeutung als Umschlagplatz der sogenannten Weihrauchstrasse. Es war die Hauptstadt der Nabataer, die dabei reich wurden. Sie meisselten monumentale Tempel in die roten Felsen.

Jean Louis Burckhardt (1784-1817) hat (aus europäischer Sicht) Petra im Jahre 1812 entdeckt. Er bereiste – als Sheik Ibrahim verkleidet – viele arabische Länder, sprach Arabisch, bekehrte sich zum Islam und konnte auch als erster Europäer Mekka besuchen.

Wir nehmen es gemütlich, fahren mit dem Shuttlebus zur Stadtgrenze. Dort machen wir mit dem Touristenbus eine Rundfahrt durch die offenbar vor noch nicht langer Zeit erbaute, 150 000 Einwohner zählende Stadt. (Das alte, ursprüngliche Zentrum ist sehr klein). Hinter all den neuen, meist hässlichen Häusern erheben sich kahle Berge. Auf der anderen Seite blickt man über die Meeresbucht bis auf die israelische Hafenstadt Eilat. Noch etwas weiter links liegt die ägyptische Ortschaft Taba, bestehend aus nur wenigen Häusern.

Ich kann mich an die Reise erinnern, bei der Adalberto am israelitischen Flughafen lange aufgehalten wurde, da er einen Bart hatte und deshalb den dortigen Beamten als verdächtig erschien. Wir übernachteten anschliessend jenseits der ägyptischen Grenze, in einem Hotel in Taba.

Zu sehen gibt es in Aqaba nichts Interessantes. Bald sind wir wieder auf dem Schiff. Fünf lange Tage „auf See“ stehen uns nun bevor! Ich kann es kaum mehr erwarten, bis diese Kreuzfahrt endlich zu Ende sein wird.

Lange beobachten wir vom Kabinen-Balkon, wie direkt unter uns eine riesiger Lastwagen mit einer fast unglaublichen Menge mit den verschiedensten Abfällen beladen wird. Stets wird weiteres Material aus dem Schiff herausgeschleppt: zusammengepresste Kartons, grosse Metallplatten, Möbelteile usw. Es wird in wirrem Durcheinander aufgeladen und es sieht kaum danach aus, dass all das Zeugs irgendwie „recyclet“ werde.

Mittwoch, 13. Dezember 2017: Erster von fünf langweiligen Tagen “auf See“, oder „en mer“, oder „on sea“!

Donnerstag, 14. Dezember 2017: Wir durchqueren weiter das Rote Meer ohne Zwischenhalt.

Freitag, 15. Dezember 2017: Wir sind im Arabischen Meer angelangt. Adalberto erfährt aus überhörten Gesprächen, dass schon in Aqaba bewaffnetes Militär an Bord gestiegen sei. Es wurde auch ein Zettel verteilt zur Information, dass wir uns in einer von Piraten gefährdeten Zone befinden.

Samstag, 16. Dezember 2017: Immer noch „auf See“ und deshalb nichts Besonderes.

Sonntag, 17. Dezember  2017: fünfter und endlich letzter Tag „auf See“.

Irgendwann ruft Adalberto mich vom Balkon. Er sieht wie Delphine aus dem Wasser springen. So bekomme auch ich einige zu sehen.

Montag, 18. Dezember 2017: Heute bleibt das Schiff den ganzen Tag im Hafen von Musquat.

Der Shuttle-Bus bringt uns zum Ausgang des Hafengeländes. Dort werden wir sofort von schnatternden, in weissen Dischdaschas gekleideten Taxifahrfern umringt. Nach vielem Feilschen, können wir mit einem von ihnen eine vierstündige Fahrzeit vereinbaren.

Zuerst besuchen wir die beim Hafen liegende, erst vor Kurzem eröffnete neue Fischmarkthalle. Sie begeistert mit ihrer an Fischgräten erinnernde, sehr originelle Überdachung. Innen ist die riesige Halle erstaunlich sauber. Gleich daneben hat es – unter dem gleichen Dach – den Gemüse- und Früchte-Markt.

Dann fahren wir zum Opernhaus, das wir im Januar nur von Aussen ansehen konnten. Jetzt können wir auch das Innere besuchen. Am meisten gefällt mir das Foyer, dessen Holzdecke einem alten, osmanischen Palast nachgebildet wurde. Es hat einen Ausstellung zur Erinnerung an Pavarotti mit seinen Kostümen usw., organisiert von seiner Witwe und für Adalberto interessant.

Der Zuschauersaal ist wie ein klassisches, europäisches Opernhaus gestaltet und somit schlecht für Zuschauer in den einst üblichen, seitlichen Logen. Das Ganze ist dreistöckig und versteckt mit modernster Technik ausgerüstet. Beispielsweise können die seitlichen Logen eingezogen werden. Wozu dies dienen soll, bleibt mir allerdings unverständlich. Die dem Sultan vorbehaltene, zentrale Loge erstreckt sich auf die ganze Breite des Saales und hat auf der grossen Fläche nur zwei Sessel und zwischen diesen einen kleinen Tisch.

Erstaunlich ist die Gartenanlage neben dem Operngebäude mit ihrem überreichen Blumenschmuck; hauptsächlich Petunien und Impatiens. Sie gelten hier vermutlich als exotische, aus kühleren Gegenden stammende Pflanzen.In grosser Zahl flächenweise und in der gleichen Blütenfarbe angepflanzt und bilden sie dichten, farbige Teppiche. Das gleiche System des Blumenschmucks erfreut durchgehend entlang der Fahrstrasse.

Mich begeistert erneut der Gegensatz von all den schneeweissen Gebäuden, direkt hinter denen braunrote, steile, völlig kahle Bergwände aufragen.

Wir besuchen das kleine Bait Al Zubair Museum, das wir schon bei einer früheren Reise angesehen haben. Das ursprüngliche private Museum (Bait = Haus) ist seit 1998 öffentlich zugänglich. Gezeigt werden osmanische Kunst- und Alltags-Gegenstände, traditionelle Waffen, Juwelen, Kleidung.

Zuletzt besuchen wir den Soukh (auch „Suk“ geschrieben), der uns enttäuscht. Fast nichts mehr von seiner uns bekannten Vielfalt handwerklich hergestellter Gegenstände ist noch zu sehen. Dagegen hat es eine Unzahl von grellfarbigen Produkten aus Plastik. Sehenswerte Ausnahmen bilden nur der reiche Goldschmuck, oder die kunstvollen bestickten Frauenkleider für Hochzeitszeremonien.

Dienstag, 19. Dezember 2017: Heute glücklicherweise letztmals ein ganzer Tag „auf See“. Fahrt von Muscat nach Doha. Im Persischen Golf sind oft am Horizont Ölförderungs-Plattformen zu sehen.

Mittwoch, 20. Dezember: Doha, Hauptstadt von Katar. Ursprünglich war Qatar eine Insel, die sich im Laufe der Jahrtausende allmählich gehoben hat. So entstand eine Landverbindung zu Saudi Arabien. Dieses Zwischenstück besteht aus unbewohnbaren Salzsümpfen.

1950 hatte Qatar 50’000 Einwohner; Beduinen und Perlenfischer die brotlos wurden, nachdem die Japaner preislich günstigeren Zuchtperlen zu liefern begannen. Im Jahre 2017 zählt Qatar 2’700 000 Einwohner, davon sind nur 300 000 Katarer, 88 % sind dagegen Ausländer (Inder, Pakistani usw. und fast nur Männer). Doha, die Hauptstadt, zählt rund 500’000 Einwohner. Auch alle anderen Menschen in Qatar leben in Städten, während die Wüste menschenleer bleibt.

Weiter entnehme ich aus dem Internet, dass Qatar weltweit der grösste Exporteur von Flüssiggas sei. Einer entsprechenden Karte des Persischen Golfes, entnehme ich, dass die meisten Zapfstellen für Öl oder Gas sich unter Wasser auf dem Meeresgrund befinden.

Die MSC Splendida kommt gegen 08.00 im Hafen von Doha an. Wir werden von einem Schiff begrüsst, dass längere Zeit auf beiden Seiten gewaltige, schräge Wasserstrahlen ausstösst.

Wir verlassen das Schiff nach dem Frühstück. Vor der Haltestelle des Shuttle-Bus stehen zur Begrüssung in schneeweisse Dischdaschas gekleidete Araber mit gekreuzten Säbeln. Sie dienen als Fotomotiv für sich zu ihnen stellende Passagiere (auf Bitte von Adalberto auch ich nachdem sich an der Reihe bin. Er selber will sich dagegen auf einen keinen Fall in dieser lächerlichen Weise von mir fotografieren lassen). Dann muss ich mich auch neben einen Mann hinstellen, der geschützt von einem dichten Handschuh einen Falken emporhebt. Diese zu der als sehr exklusiv geltenden Jagd benützten Vögel haben Klappen über den Augen, damit sie ruhig bleiben.

Mit einem Taxi umfahren wir die grosse Baustelle des Nationalmuseums, die wir schon im Januar gesehen hatten. Das Museum sollte schon 2016 eröffnet werden, was aber leider und zu meiner grossen Enttäuschung noch nicht geschehen ist. Es wird nach einem faszinierenden Plan von Jean Nouvel erbaut, in Form einer „rose du désert“. Mehrmals halten wir, damit Adalberto fotografieren kann, wie sich winzig scheinende Arbeiter auf und unter den weit ausragenden, sandfarbenen „Blütenblätter“ des Gebäudes bewegen.

Dann besuchen wir den Soukh, der einen ganzen, grossen Stadtteil umfasst. Es hat eine unglaubliche Vielfalt von allem was man sich nur denken kann: Geschirr, jeweils in vielen abgestuften Grössen, Frauenkleider, Goldschmuck, Schuhe in hunderten von Paaren auf Fächern offen ausgestellt usw. usw.

Die Skyline von Doha scheint mir noch faszinierender zu sein als alle anderen bisher von mir gesehenen Skylines. Nachts erstrahlen verschiedene Gebäude in leuchtenden, sich abwechselnden Farben.

Donnerstag, 21 Dezember 2017: Heute bleibt das Schiff vor Sir Bami Yas verankert, der grössten aller natürlichen Inseln im Persischen Golf und Privatbesitz von einem Scheich. Ich kopiere das folgende aus dem Internet:

Die 9 Kilometer vor der Südküste Abu Dhabis liegende Insel Sir Bani Yas ist dank aufwendiger Bewässerung, Bepflanzung und Ansiedlung von Wildtieren zu einem kleinen «Afrika» geworden.

Zum Leben erweckt wurde das Eiland erst 1970, als Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan, der Gründervater und erste Präsident der Vereinigen Arabischen Emirate, hier seinen Traum eines privaten Wildparks zu realisieren begann. Zunächst beschränkte man sich auf die Ansiedlung von Pflanzen und Tieren, die auf der Arabischen Halbinsel heimisch sind oder waren. Später kamen Spezies aus klimatisch ähnlichen Gebieten in Afrika und Indien hinzu.

Und schliesslich wurden zwecks einer natürlichen Regulierung auch Wildkatzen, Hyänen und Geparde angeschafft. Der ambitiöse Plan geht offenbar auf: Mittlerweile hat sich eine derart gut funktionierende Population gebildet, dass jedes Jahr Tausende von Tieren in der Liwa- Wüste und in anderen Festlandregionen ausgewildert werden können.

Schon lertzten Janaur hatte ich mich (vergeblich) gefreut, diesen Tierpark zu besuchen. Aber damals konnte man nicht an Land gehen, weil bei einer Pumpstation Erdöl ausgelaufen war. Und jetzt muss ich feststellen, dass man als blosser Schiffpassagier ohne Übernachtung auf der Insel den sicher sehr interessanten Wildpark gar nicht besuchen kann. Doch praktisch alle Schiffspassagiere sind glücklich, den Tag an einem endlos langen Sandstrand zu verbringen und im Meer zu baden.

Am Landungssteg wird man von den gleichen thailändischen Masseusen begrüsst, die auch auf dem Schiff tätig sind. Sie verteilen Zettel mit denen sie „40% Rabatt“ anbieten (von was bei dieser Offerte ausgegangen wird, bleibt allerdings unerwähnt). Der ganze Landeplatz ist offensichtlich von der MSC angelegt worden. Unter einem riesigen Zeltdach findet sich ein Buffet zur kostenlosen Selbstbedienung mit den gleichen Speisen wie auf dem Schiff. Dem Strand entlang sind zahllose Liegestühle aufgestellt mit den gelben Handtüchern der SMC. Schon nach 15 Minuten habe ich genug von dieser Insel und kehre zum Schiff und zu Adalberto zurück, der hier vorausahnend gar nicht an Land gehen wollte.

Freitag, 22. Dezember 2017: den letzten und interessantesten Tag der ganzen Reise verbringen wir in Dubai, das wir nun bereits zum vierten Mal besuchen.

Nach dem Frühstück verlassen wir das Schiff und nehmen ein Taxi zur „Dubai Mall“. Das kostet nur 50 Dirham, das sind umgerechnet etwa 11 €. Das grösste Einkaufszentrum der Welt ist angelegt auf drei Stockwerken, auf denen 1’200 Geschäfte verteilt sind.

Ausserdem hat es hier auch ein riesiges Aquarium mit einer Grundfläche von
51 m x 20 m. Mit 11 m Höhe reicht es bis ins dritte Stockwerk das Einkaufszentrums. Die Frontscheibe aus Acrylglas hat eine Dicke von 75 cm, wiegt 245 Tonnen und ist im Guinness Buch der Rekorde als grösste durchsichtige Scheibe der Welt eingetragen. Das 10 Millionen Liter Wasser fassende Aquarium ist belebt von 33’000 verschiedenen Meerestieren, darunter Sandtiger-Haie, Manta-Rochen usw. sowie riesigen Schwärme kleinerer Fische. Wir erleben diese Unterwasser-Welt bei einer Durchquerung des Glas-Tunnels, aus dem man diese Tiere über sich und zu beiden Seiten betrachten kann.

Anschliessend begeben wir uns zum neben der Dubai Mall aufragendem Burj Khalifa. Mit 828 m ist es momentan das höchste Gebäude der Welt, Es wurde am. 4. Januar 2010 eröffnet, hat einen Y-förmigen Grundriss und ist mit 8 mobilen Treppen sowie 57 Aufzügen erschlossen. Dem Publikum zugänglich sind drei Aussichtsplattformen auf verschiedenen Ebenen. Die unterste kann man gratis besuchen, muss aber mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen bis man drankommt. Wir leisten uns deshalb den ohne Wartezeit möglichen Zutritt zur obersten Aussichtsplattform. Das kostet 110 € pro Person.

Ein Führer begleitet uns mit Erklärungen. Unter anderem berichtet er, dass trotz der Finanzkrise alle Büros und Wohnungen im Burj Khalifa schon in den ersten 48 Stunden ausverkauft waren, nachdem das Angebot eröffnet worden war. Nur das mehrere Stockwerke umfassende Hotel und nach ihm benannte Luxus-Hotel konnte Giorgio Armani sich schon zum Voraus reservieren.

Im Erdgeschoss ist ein Modell für den „Dubai Creek Tower“ zu sehen. Das Gebäude am Hafen von Dubai soll das höchste der Welt werden und soll zur Expo von Dubai im Jahre 2020 fertig gestellt sein. Es wird von den Emaar Properties errichtet, dem gleichen Unternehmen, das auch den Burji Khalifa erbaut hatte.

Den Plan für das mehr als einen Kilometer hohe Gebäude entwarf der berühmte Architekt Calatrava in seinem Büro von Zürich. Er musste dabei dem Emir versprechen, die genaue Höhe geheim zu halten. In Saudi Arabien wird nämlich in Mekka auch ein Turm gebaut, mit dem gleichen Ziel, das höchste Gebäude der Welt – besonders symbolträchtig – am wichtigsten Pilgerort der Muslime aufragen zu lassen. Auch dessen rekordsüchtig geplante Höhe ist bisher geheim geblieben.

Ein technisch raffinert konstruierter Lift bringt uns – ohne die Geschwindigkeit fühlen zu lassen – in nur 60 Sekunden auf die Höhe von 555 m des Gebäudes und das dortige 148. Stockwerk. Dort werden uns zur Begrüssung Getränken und kleine Leckerbissen angeboten und dann die einmalige Aussicht. Von drei verschiedenen, verglasten Aussichtsterrassen kann man auf die tief darunter liegenden Wolkenkratzer des Stadtzentrums und die umliegende Wüste hinunterblicken.

Nachdem wir diese einfältige Touristen-Attraktion abgehakt haben, kehren wir zurück zum Schiff. Es gilt die Koffer zu packen, die man bis Mitternacht vor die Kabine stellen soll.

Samstag, 23. Dezember 2017: Spätestens um 08.00 Uhr müssen wir das Schiff  verlassen, damit es für die neuen Passagiere bis zur Mittagszeit geputzt werden kann. In der Schweiz ist es dann erst 05.00 Uhr. Nach mehreren Stunden Wartezeit auf dem riesigen Flughafen, dem Flug nach Zürich, der Bahnfahrt bis Lugano und dem Taxi nach Caslano sind wir endlich am 24. Dezember um 01.30 Uhr wieder zuhause und glücklich, dass diese Reise zu Ende ist.