Kreuzfahrt nach Marokko – Teneriffa – Madeira

Unsere Kreuzfahrt mit MSC Fantasia startete und endete in Genua. Sie dauerte vom Mittwoch, 10. – Sonntag, 21. Februar 2016.

Ein Kreuzfahrt in der gleichen Gegend hatten wir bereits im März 2014 mit dem Schwesterschiff MSC Armonia gemacht. Damals flogen wir aber von Zürich nach Las Palmas auf Gran Canaria und von dort wieder zurück. In Marokko konnten wir damals nicht nur Casablanca, sondern auch Agadir besuchen. Ausser in Gran Canaria blieb das Schiff bei den Kanarischen Inseln je einen Tag in den Häfen von Lanzarote und von Tenerife. Beim ersten Aufenthalt in Teneriffa sind wir auf der Ostseite geblieben. Zwei Jahre später besuchten wir die viel interessantere Westseite.

In der MCS Fantasia haben eine Balkon-Kabine im 11. Stockwerk, ganz vorne.  Direkt über uns ist das Fitness Zentrum und darunter das Theater. Die Restaurants sind dagegen im hinteren Teil des Schiffs. Erstaunlicherweise haben wir diesmal tatsächlich einen Zweiertisch zur zweiten Sitzung (20.45) für das Abendessen bekommen, ohne dass ich – wie gewohnt – dafür kämpfen und ein Theater aufführen muss. Es hat ja nur ganz wenige Zweiertische. An den übrigen sitzt man eng zusammengedrängt mit lauter fremden Menschen.

Am Donnerstag, 11. Februar 2016 nützen wir den Nachmittagshalt in Barcelona zu einem neuerlichen Besuch des Aquariums.

Freitag, 12. Februar 2016: ganzer Tag auf See.

Samstag, 13. Februar 2016: Das Schiff bleibt von 08.00 – 22 .00 im Hafen von Casablanca. Eine der vielen Gruppenausflügen wird angeboten zu den beiden nahe beieinander liegenden Städten Azemmour und EI Jadida. (€ 89.90      p. P.) Statt an einem der stets umständlichen und wenig angenehmen Gruppen-Ausflüge teilzunehmen, verabreden wir uns mit einem Taxifahrer. Der individuelle Ausflug ist viel erfreulicher und kostet zudem nur rund die Hälfte, verglichen mit dem vom Schiff angebotenen zu den beide gleichen Orten.

Casablanca ist ( zu unserem Erstaunen) heute eine Stadt mit nicht weniger als vier Millionen Einwohnern. In rund einer Stunde erreichen wir El Jadida, eine Stadt, die lange Zeit, von 1502 – 1769, unter portugiesischer Herrschaft stand. Sie wurde im Jahre 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Wir besuchen die ummauerten, historische Medina. Diese ist wesentlich kleiner als der ausgedehnte, moderne Teil von El Jadida. In einem vom Taxifahrer vorgeschlagenen, volkstümlichen Restaurant geniessen wir – zusammen mit ihm – ein wohlschmeckendes, sehr preiswertes Fisch-Mittagessen.

Dann besuchen wir die ebenfalls ummauerte und aus der Zeit der Portugiesen stammende Medina von Azemmour. Sie liegt direkt am Ufer eines breiten Flusses. Wir werden von einem Führer begleitet, der geistig leicht behindert, aber doch nicht lästig ist.

Sonntag 14. Februar 2016: auf See.

Montag, 15. Februar 2016: In Teneriffa, der grössten unter den Kanarischen Inseln, landen wir in Santa Cruz. Von dort nehmen wir ein Taxi, das uns in einer knappen Stunde von der Ostseite der Insel, nach Puerto de la Cruz auf der Westseite bringt. Es ist die Hauptstad und das ausgedehnte touristische Zentrum von Teneriffa .

Unterwegs geniessen wir die offenbar nicht häufig möglichen Ausblicke auf den oft wolkenverhangenen Vulkan „Monte Teide“. Mit seine 3718 m ist dies der höchste Berg von ganz Spanien. Wir besuchen zuerst den „Loro Parque“. Er wurde 1972 als Papageienpark eröffnet und enthält angeblich die grösste Sammlung von Papageien der Welt. Die Tiere leben aber noch immer in altmodischen Käfigen und konnten uns nicht beeindrucken.

Die gesamte Anlage wurde jedoch im Laufe der Zeit stark erweitert und dabei ist ein äusserst interessanter Zoo innerhalb eines tropisch wirkenden Gartens entstanden. Man betritt die Anlage über eine Brücke. Sie führt über einen Teich, belebt von einer unglaublich grossen Zahl von Kois. Diese bilden eine wimmelnde, fast geschlossene, farbige Fläche direkt unter dem Wasserspiegel

Das hiesige „Planet Penguin“ sei das größte Pinguinarium der Welt. Im Innern wurde der Lebensraum Antarktis möglichst naturgetreu nachgebildet. Eine von Wasser umschlossene Halbinsel wird täglich mit etwa zwölf Tonnen Schnee berieselt. In der Anlage befinden sich 250 Pinguine, darunter Königspinguine,
Eselspinguine, Zügelpinguine und Felsenpinguine. Auf einem Laufband umkreisen die Besucher die verglaste Front des Pinguinariums und können so die Vielfältigkeit der Spezies Pinguin zu Land und zu Wasser bewundern, sowie zahlreiche Seesterne. Des Weiteren befindet sich hier ein separates Gelände für Humboldt-Pinguine sowie ein 8,5 Meter hoher Glaszylinder, in dem 7’000 kanarische Sardinen schwimmen.

Ausserdem enthält der „Loro Parque“ verschiedene sehenswerte Tiere: z.B. zwei rein weisse Tiger mit schwarzen Streifen, die in einem anderen Zoo zur Welt gekommen sind, dort aber nicht bleiben konnten..

Weitaus am interessantesten ist jedoch der „Orca Ocean“, gegründet im Jahre 2006. Vier der schwarzen, weiss gefleckten Schwertwale („killer whales“) geben einem massenhaften Publikum eine musikalisch begleitete Show, die wirklich erstaunlich ist! Unter anderem sind die vier Orca so dressiert worden, dass sie gelegentlich mit heftigen Schwanzschlägen grosse Mengen von Wasser auf die mit entsprechenden Warnschildern versehenen, vorderste Sitzreihen des ansteigenden Zuschauerraumes spritzen. Wer nicht unbedingt nass werden will, konnte sich für 3 € eine blaue Plastik-Pelerine kaufe. Es gibt aber viele Touristen, die das nicht nötig finden und begeistert schreien, jedes Mal wenn sich ein Wasserschwall über sie ergiesst.

Einer der Tierpfleger wurde laut Internet nicht lange nach der Eröffnung von „Orca Ocean“ von einem der Wale tödlich verletzt. Jetzt aber scheinen die jungen Frauen und Männer mit den von ihnen betreuten Tieren ein harmonisches Freundschafts-Verhältnis entwickelt zu haben. Aus dem Internet konnte ich nachträglich auch entnehmen, dass zwei junge Orca in dieser Anlage zur Welt gekommen sind.

Zuhause habe ich die Orca Show im Internet unter „Loro Parque“ nochmals erlebt sowie die ebenfalls erstaunliche Delphin-Show in einem anderen Teil des Zoos, die wir aus Zeitgründen nicht gesehen hatten.

Wir hatten nämlich eine Verabredung mit der Taxi-Fahrerin getroffen, wann und wo sie uns wieder abholen sollte. Dies war am Eingang zum „Jardin Botanico“, der 1788 als Akklimatisations-Station für tropische Pflanzen gegründet worden ist.

Auch dieser Besuch ist lohnend. Adalberto sagt mir nachher, der Garten habe ihm sogar noch besser gefallen als schon der Zoo. Die Pflanzen sind zwar nicht nach Kontinenten geordnet, wie in es in modernen botanischen Garten üblich ist, sind aber gut leserlich beschriftet.

Dienstag, 16. Februar 2016: Wir landen in Funchal. Es ist erstaunlich wie sehr die Hauptstadt von Madeira sich ausgedehnt und verändert hat. Der ganze Berghang ist vom Meer aufsteigend in seiner unteren Hälfte dicht überbaut. Obwohl es Februar ist, hat es zahllose Touristen, denn vier Kreuzfahrt-Schiffe sind gleichzeitig im Hafen.

Wir fahren mit einem Taxi zur Station der Gondelbahn. Dort wartet eine abschreckend lange Menschenschlange. Wir verabreden deshalb mit einem Taxifahrer, dass er uns zum Botanischen Garten hinaufbringt und dort nach zwei Stunden wieder abholt.

Diese Anlage hatten wir schon besucht, als ich zusammen mit Adalberto ein Programm für Gartenreisen nach Madeira ausgearbeitet und danach mehrmals für Gruppen veranstaltet habe. Der Park wurde 1960 auf dem Gelände der „Quinta do Bon Sucesso“ eröffnet, welche früher im Besitz der Familie des englischen Kolonialisten William Reid war.

Der Botanische Garten von Teneriffa hat uns wesentlich besser gefallen, als der von Madeira. Hier hat es zwar mehr blühende Pflanzen. Doch dieser Garten befindet sich jetzt in staatlichem Besitz und wird nicht mehr so gut gepflegt wie früher von seinem Gründer. Man geht vom Eingang über mehrere Terrassen hinunter bis zum Ausgang. Die unterste Terrasse ist bepflanzt mit einer grossen Zahl von Palmen, die aus den verschiedensten Gebieten stammen. Zum Teil hat es interessante, von mir noch nie gesehene Sorten. Es ist ärgerlich, dass jegliche Beschriftung fehlt, wirklich eine Schande für einen botanischen Garten.

Vom Mittwoch, 17. – bis Freitag, 18. Februar 2016 bleiben wir durchgehend auf dem Schiff, obwohl wir am Donnerstag im Hafen von Malaga halten. Es regnet und es ist recht kalt, sodass wir auf den Landgang verzichten.

Am Samstag, 19. Februar 2016 herrscht in Civitavecchia unerwartet wieder schönes Wetter. Alle auf dem Schiff buchbaren Ausflüge führen nach Rom. Wir begnügen uns dagegen – wie auch viele andere Gäste – mit dem Shuttlebus in die nicht besonders reizvolle Hafenstadt zu fahren. Sie wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerbombt. Das grosse, historische, ins Meer herausragende Fort wurde sorgfältig wieder aufgebaut, kann jedoch nicht besichtigt werden. Es hat ein kleines Museum mit Statuen aus dem antiken Rom, darunter eine grosse, perfekt erhaltene Minerva und einen Apollo aus weissem Marmor, dem ein Arm und ein Bein fehlen, der aber dank seiner Schönheit stark beeindruckt.

Der moderne Stadtteil ist weniger hässlich als das Zentrum. Wir machen einen Spaziergang bis zum äussersten Ende der am Meeresufer erbauten, gewundenen, breiten Promenade. Es handelt sich um eine architektonisch gut konzipierte, mit vielen Palmen bepflanzte Anlage.

Sonntag, 20. Februar 2016: Die Ausschiffung in Genua erfolgt mit dem bei Kreuzfahrten auf grossen Schiffen offenbar unvermeidlichen Stress. Trotzdem können wir nach „nur“ zwei Stunden Wartezeit seit dem vorgeschriebenen Verlassen der Kabine die vom Personal ans Ufer gebrachten Koffer übernehmen. Wir fahren mit dem Taxi zum nahen Bahnhof, wo wir das Gepäck einstellen. Es erweist sich nämlich nicht als möglich, unsere in der Schweiz auch für die Rückreise gekauften Fahrkarten in Genua gegen solche mit einer früheren Abfahrreise einzutauschen!

Wir benützen die viertstündige Wartezeit zu einem Besuch des uns bereits bekannten Aquariums. Da es Sonntag ist, müssen wir zuerst vor der separat auf dem Platz am Ufer mit mehreren Schaltern aufgestellten Kasse und dann beim Eingang zum Aquarium länger Zeit geduldig Schlange stehen und im Innern herrscht ein wenig erfreuliches Gedränge.

Trotz allem war dieser Besuch sinnvoller, als stundenlang am Bahnhof warten zu müssen. Das im Jahr 1992 eröffnete Aquarium von Genua galt anfänglich als eine Sensation. Obwohl es immer noch interessant ist, wirkt es aber heute bereits ein wenig veraltet

Zusammengefasst: Der Zoo und der botanischen Garten von Teneriffa haben uns zwar begeistert. Gesamthaft gesehen bot uns diese Kreuzfahrt jedoch weniger als andere, die wir bisher erleben konnten. Daran schuld war das oft nicht besonders schöne Wetter und vor allem das Programm, bei dem zu viele der Tage auf See verbracht werden mussten, statt an Land interessante Besichtigungen machen zu können.