Von Savona nach Stockholm

Die Kreuzfahrt mit Costa Luminosa vom 23. April – 7. Mai 2016 hatten wir schon im  November beim Reisebüro Mittelthurgau gebucht. Von Savona geht die Fahrt rund um Westeuropa und endet in Stockholm. 
Sonntag, 24. April: Wir haben zu unserer Freude mit der Nummer 6353 – dank des schräg vorspringenden Balkons – eine etwas grössere Kabine, verglichen mit den benachbarten. So hat sich diese Fahrt als besonders bequem erwiesen.

Ein bereit liegendes Papier in der Kabine informiert uns, dass wegen voraussichtlich schlechtem Wetter das Schiff morgen – statt wie vorgesehen in Marseille – leider in Toulon halten wird. Es war mit Anna vereinbart, dass wir uns im Hafen von Marseille treffen und den Sonntag mit ihr verbringen können. Nun müssen wir ihr telefonisch absagen.

Sonntag, 24. April: Im Gegensatz zur Voraussage herrscht heute herrliches Wetter, Sonne, wolkenlos. Adalberto will im Schiff bleiben, weil Toulon ihm nicht gefallen hat, als er vor einigen Jahren beruflich dort gewesen ist. Ausserdem schmerzt ihn das Knie.

Ich fahre mit dem Shuttle vom Schiff ins Zentrum. Dort sehe ich eine Prozession von Männern in weiten, weissen Umhängen, auf denen ein grosses Kreuz aufgenäht ist. Sie schreiten langsam zur „Eglise St-Francois-de-Paule“. Ich folge ihnen, verlasse dann aber bald die stickige, übervolle und hässliche Kirche. Sie ist im 18. Jh. erbaut worden und trägt den Namen des in Kalabrien von reichen Eltern geborenen, späteren Heiligen (1416-1502). Er beteiligte sich schon als Kind an Pilgerzügen und gründete in jugendlichem Alter den religiösen Orden der „Minimes“, deren Brüderschaft in Armut und stetiger Busse leben soll. Der Orden wurde vom damaligen Papst anerkannt und führte im Laufe der Zeit zu vielen Kloster-Gründungen.

Der Heilige hat angebliche zahlreiche Wunder vollbracht. Er ass bloss einmal pro Tag, kurz nach Sonnenuntergang und nur rein vegetarisch. Er liess die Kopfhaare und den Bart wachsen, wechselte nie seine Kleidung. Dabei soll sein Körper den wundersamen Duft von Moschus ausgestrahlt haben. Ausserdem soll er auch zu Fuss über das Meer geschritten sein. (Es ist kaum zu fassen, dass all dieser Quatsch den „Gläubigen“ heute noch zugemutet wird). Ein volles Viertel Jahrhundert verbrachte er zuletzt am Hof der französischen Könige (nacheinander von Louis XI, Charles VIII und Louis XII). Diesen diente er als „homme saint“, von dem sich die Könige eine nützliche Ausstrahlung auf ihre Gesundheit und langes Leben versprachen.

Anschliessend besuche ich das recht interessante „Musée de la Marine“. Unter Louis XIV wurde Toulon vom Festungsbauer Vauban zum wichtigsten Marine-Hafen von Frankreich ausgebaut. Im Museum sind unter anderem perfekte Modelle von längst untergegangenen Kriegsschiffen im Massstab 1:10 zu sehen. Diese Modelle wurden im 16. und 17. Jh. gleichzeitig mit den richtigen Schiffen hergestellt und dienten zur Ausbildung von Marine-Offizieren.

Sehr beeindruckend sind aus Holz geschnitzten Figuren, die den Bug (Vorderteil der Schiffe) oder den Achter-Steven zierten. Einige sind riesige, halbnackte, bedrohlich wirkende Männergestalten.

Im oberen Stockwerk des Museums sind Modelle von Unterseebooten, Flugzeugträgern usw. zu sehen. Unglaublich was alles erfunden wurde, um feindliche Schiffe zu zerstören und Menschen zu töten. Ich bin ebenso fasziniert wie angewidert.

In Toulon hat mich auch die fensterlose Wand eines 6-stöckigen Hauses beeindruckt. Das Nebengebäude ist offensichtlich abgebrochen worden. Nun ist die ganze Wand von einem Trompe-l’oeil-Gemälde bedeckt, das ein Hotel darstellt, in dem offenbar Huren tätig sind. Das kann man durch die als geöffnet gemalten Fenster erraten.

Auf einem Platz steht einen Tisch mit zwei Stühlen, auf denen je ein älterer Mann sitzt – alles aus Metall. Daneben hat es einen genau gleichen Tisch und vier Stühle. Darauf sitzen jedoch vier lebende Schwarze. Das finde ich unglaublich komisch und bedauere den i-Pad nicht mitgenommen zu haben, um das Bild festhalten zu können.

Montag, 25. April: Der heutige Aufenthalt in Barcelona ist relativ kurz; Abfahrt des Schiffs schon um 14.00. Trotzdem will Adalberto mitkommen, auch wenn er immer noch Knie-Probleme hat und obwohl wir schon so oft in dieser faszinierenden Stadt gewesen sind.

Wir kaufen also auf dem Schiff für 6 € Karten für die Busfahrt vom Schiff zum Zentrum der Stadt. Nachher stellen wir fest, dass man die gleiche Strecke mit dem öffentlichen Bus für nur 2 € fahren kann; ein charakteristisches Beispiel, wie die Kreuzschiffe die extrem billigen angebotenen Schiffsreisen mit allem nur Möglichen verbinden, um doch noch Gewinne erzielen zu können.

Adalberto entdeckt in einem Kiosk den heute erschienenen, neuen „Spiegel“. Den Nachmittag verbringe ich darin lesend. Ausserdem mache ich 30 Minuten Fitness und benütze ganz alleine die Sauna. Ich kann mich wieder an das von der Decke bis zum Boden reichend Glasfenster erinnern, hatte ich doch mit Adalberto im Jahre 2008 an der Jungfernfahrt der Costa Luminosa teilgenommen, bei der wir die Arabischen Staaten besuchten.

Dienstag, 26. April: Ganzer Tag auf See. Es beeindruckt, wie nahe Afrika und Europa auf den beiden Seiten des Schiffes zu sehen sind.

Mittwoch, 27. April: Lissabon. Zuerst unternehmen wir eine Stadtrundfahrt. Viele Autobusse warten auf dem grossen Platz, benannt nach dem Marquis de Pombal. Dieser hat die Stadt nach dem zerstörerischen Erdbeben von 1755 neu aufgebaut.

Danach besuchen wir das „Museum Calouste Gulbenkian“. Es hat mir schon bei unserem früheren Besuch sehr gefallen – ich konnte mich aber nur generell erinnern, wie grossartig es ist. Der im Ölgeschäft reich gewordene Armenier mit britischem Pass flüchtete 1942 – während des zweiten Weltkriegs – aus Paris nach Lissabon, wo er 1955 starb. Er hinterliess der Stadt rund 6’000 Kunstwerke, die in dem nach ihm benannte Museum zu sehen sind, das 1969 eröffnet worden ist.

Donnerstag, 28. April: Ganzer Tag Aufenthalt in Vigo (Spanien/Galizien). Die Stadt hat 300’000 Einwohner. Schöne Fassaden in der Altstadt, einst ein kleines Fischerdorf, ansteigend umringt von meist kleinen Häusern mit etwas schäbigen Gärtchen und ganz oben auf einen Hügel ein riesiges, modernes Spital.

Den Nachmittag verbringen wir auf dem Schiff. Herrliches Sonnenwetter. Ich finde in der Bibliothek ein faszinierendes Buch: ,,Once upon a Time in Russia“ von Bob Mezrich, mit dem viel versprechenden Untertitel: ,,The rise of the oligarchs – a true story of ambition wealth, behavior and murder“. Ich lese interessiert über Boris Abramovich Beresowski. Freundschaft mit Putin, dann Gegner und Flucht nach London. Sein Vermögen von geschätzten 3 Milliarden Euros wird in Russland enteignet und zuletzt erhängt sich der einstige Oligarch, da er glaubt kein Geld mehr zu haben.

Freitag, 29. April: Ganzer Tag auf See. Es wird merklich kühler und wolkig.

Samstag, 30. April: Le Havre. Nach dem Frühstück fahren wir – statt mit dem auf dem Schiff zu zahlenden Shuttle-Bus ( € 13.- p. P.) – per Taxi für nur € 8.- und dies insgesamt für vier Personen ins Zentrum der Stadt (wobei wir zwei andere Passiere einladen, mitzukommen).

Die bei 140 Luftangriffen praktisch völlig zerstört Stadt wurde in moderner und so perfekter Art wieder aufgebaut, dass sie als UNESCO Welterbe deklariert worden ist. Für uns erscheint sie ordentlich und bestens geplant, aber gleichzeitig langweilig geworden zu sein. Der grosse Platz im Zentrum ist in vorbildlicher Weise begrünt, nur gelbe und weise Blüten in gekonnter Anordnung, wechselnd in der Höhe von ganz verschiedenen, aber sich in regelmässigen Abständen wiederholenden Arten.

Wir besuchen ,,le vulcan“, ein weisses Gebäude – ein fensterloser Kegel, oben flach, dank schräg abgeschnittener Spitze – von Oscar Niemeyer. Es umfasst ein Kulturzentrum. In einem Bibliotheks-Café im Innern bekommen wir endlich Internet-Verbindung. Eine entsprechende Anlage gab es zwar auf dem Schiff, aber sie war kaputt.

Dann gehen wir eine Strecke zu Fuss zu der hoch aufragenden Kirche St. Joseph, als ,,le phare“ (Leuchtturm) konzipiert und so genannt. Es ist nur ein sehr hoher Turm mit lauter kleinen farbigen Glasfensterchen. Seltsam unheilige Wirkung im kahlen Innern dieser Kirche.

Wir besteigen einen zufällig vorbei fahrenden Bus. Er bringt uns aus der eintönig wirkenden Stadt Le Havre zu einem hübschen Dorf, bestehend aus bescheidenen Einfamilienhäuser mit Gärtchen voller Blumen. Die Sonne ist aus den Wolken herausgekommen und es wird wärmer.

An der Endstation bleiben wir im Bus. Auf der Rückfahrt steigen wir aus und gehen dem Strandweg entlang bis zur Hafen-Einfahrt. Dort findet sich das 1961 von Malraux gegründete Kunst-Museum. „MuMa, Musée d’art moderne André Malraux“, genannt nach dem ehemaligen Kulturminister. Der architektonisch schöne und für ein Museum klug konzipierte Bau zeigt eine mittelgrosse Sammlung von Impressionisten und einige alte Bilder. Wir essen im dortigen Restaurant.

Sonntag, 1. Mai: Wir haben wenig Lust, die kleine, unansehnliche, englische Hafenstadt Harwich zu besuchen und bleiben den ganzen Tag an Bord. Die meisten Passagiere fahren von hier nach London. Die lange Hin- und Rückfahrt erlaubt zwar nur einen kurzen Aufenthalt in der Stadt, aber „man ist auch in London gewesen“.

Montag, 2, Mai: Amsterdam. Herrliches Sonnenwetter. Wir besuchen den grossartigen Zoo „Natura Artis Magistra“. Zwischen den meist gitterlosen, nur durch niedere Mauern und Gräben umfassten Tiergeländen hat es überall prächtig Blumenbeete: Meist sind es verschiedene Blumenarten, die aber nur in zwei kontrastierenden Farben blühen, dicht nebeneinander gepflanzt.

Die Tiere werden hier offensichtlich sehr gut gehalten. Es hat im Zoo auch ein Aquarium und in Papillorama (Schmetterlings-Pavillon). Ferner kann man Onyxe sehen, eine Antilopenart, die in der Wildnis ausgestorben ist. Besonders interessant fand ich Ameisenbären mit ihrer so seltsamen Form. Eine Mutter trug ihr Junges auf dem Rücken.

Dienstag, 3. Mai: Das Schiff fährt den ganzen Tag ohne Zwischenhalt von Amsterdam bis Warnemünde.

Mittwoch 4. Mai: Warnemünde. Ich bin immer noch ziemlich stark erkältet. Trotzdem gehen wir nach dem Frühstück an Land und fahren nach Rostock. Der Bahnhof ist nahe beim Schiff. Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Vom Bahnhof Rostock nehmen wir ein Taxi zum historischen Zentrum.

Zuerst besuchen wir die „Petri-Kirche“. Sie wurde im Krieg zerstört und schon 1945 in „Backstein Gotik“ neu aufgebaut, genau gleich wie sie vorher gewesen ist. Seit 1995 steht auch der 117 m hohe Turm. Wir fahren mit dem Lift zur Aussichts-Plattform hinauf.

Nahe beim „Neuen Markt“ – ein sehr grosser Platz im Zentrum der Altstadt – besuchen wir die gotische „Marien-Kirche“. Sie ist kreuzförmig angelegt, und sehr beeindruckend mit einer Innenhöhe von 30 m. Grosse Buntglas-Fenster, riesige Orgel, eine historische, astronomische Uhr, die noch immer funktioniert.

Wir fahren zurück zum Bahnhof von Warnemünde. Hier wird ein Wettbewerb unter Sand-Skulptur-Künstlern veranstaltet. Das vorgegebene Thema lautet: ,,Sindbad der Seefahrer“. Wir beobachten die aus verschiedenen Ländern eingeladenen Sand-Künstler bei ihrer Arbeit und staunen über die dabei erzielten Resultate. Die Werke entstehen in etwa sechs Tagen und bleiben dann nur zehn Tage erhalten.

Ich unterhalte mich mit einem der Künstler und erfahre, dass sie zur Teilnahme an diesem jährlich in Warnemünde stattfindenden Wettbewerb eingeladen werden. Sie bekommen Kost und Logis, sowie die Rückerstattung der Reisekosten. Die Sand-Skulpturen, teilweise mit sehr feinen, dünnen Details, werden nur durch Wasser zusammengehalten. Es braucht deshalb groben, eckigen Sand. Feiner Sand, oder von Wellen abgerundete Sand-Körner halten nicht zusammen.

Donnerstag, 5. Mai: auf See.

Freitag, 6. Mai: Stockholm. Wir besuchen ein mehrstöckiges Einkaufszentrum. Dann ein ausgiebiges „Sightseeing“ mit drei verschiedenen „hop on – hop off“- Bussen, Die Stadt gefällt uns ausserordentlich! Viele Bäume, immer wieder Wasserflächen. Im Zentrum schöne Architektur vom Ende 19. Jh. / Anfang 20. Jh. Das Wetter ist herrlich, sonnig und warm. Die Stadt ist übervoll von Menschen, die diesen für sie wohl unerwartet erfreulichen Sommerbeginn sehr zu geniessen scheinen. In allen Parks liegen Menschen auf dem Gras. Wir verbringen die letzte Nacht auf der Costa Luminosa.

Samstag, 7. Mai. Stockholm: Der fertig gepackte Koffer sollten schon vor dem Schlafengehen vor die Kabinentüre in den Korridor gestellt werden. Da wir die Kabine um 08.00 verlassen müssen, stehen wir schon um 07.00 auf. Nach dem Frühstück folgt die am Ende von Kreuzfahrten übliche Warterei, bis unsere Koffer-Etiketten-Farbe – und unsere Buchstaben-Gruppe an der Reihe ist zum Aussteigen. Für uns erfolgt dies erfreulicherweise schon um 09.30 – zusammen mit den übrigen mehr als 100 Reisebüro-Mittelthurgau-Gästen, mit denen wir bisher nie Kontakt gepflegt hatten. Heute begrüssen wir aber doch die beiden Reiseleiter, eine Vorsichtsmassnahme, um zu verhindern, dass auch unsere Koffer versehentlich auf den Bus zum Flughafen geladen werden. Wir bleiben ja noch zwei Tage in Stockholm.

Wir telefonieren dem Besitzer der airbnb-Wohnung – die wir per Internet ausgesucht und reserviert hatten – und fahren im Taxi zu dieser Wohnung. Wir werden von einem sehr schönen Mann erwartet: kurzer schwarzer Bart, eine dichte Locken-Kugel auf dem Kopf und sehr freundlich. Später erfahren wir: er stammt aus Abessinien (heute sagt man Äthiopien) und ist 32 Jahre alt.

Der bisherige Gast der Wohnung, ein Neuseeländer, ist noch dort, aber bereit zur Abreise. Wir stellen die Koffer ein und gehen mit dem attraktiven Besitzer in ein Café. Er verabschiedet sich bald, um die Wohnung für uns aufzuräumen. Wir können schon um elf Uhr die kleine, sehr modern und praktisch eingerichtete Einzimmer-Wohnung übernehmen. Der ganze, recht grosse Block besteht aus lauter gleichen, kleinen Wohnungen. Wir geniessen aus dem fünften Stockwerk einen weiten Blick.

Wir fahren mit einem Bus bis zu seiner Endstation an einem Meeresarm. Zahllose Menschen nehmen ein Sonnenbad. Andere stehen geduldig Schlange, um ein Getränk kaufen zu können. Adalberto staunt immer wieder über die zahllosen Gaststätten. Wir kehren zum Ausruhen in die kleine, atraktive Wohnung zurück. Adalberto beginnt allmählich seine bisherigen Vorurteile abzubauen, gegenüber den von mir, anstelle von Hotels bevorzugten airbnb-Unterkünften.

Sonntag, 8. Mai: Stockholm. Besuch des „Vasa Museums“, das alle meine Erwartungen bei weitem übertrifft. Am 10. August 1628 sank das Kriegsschiff „Vasa“ im Stockholmer Hafen – dem Tag an dem es seine Jungfernfahrt antreten sollte. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund konnte das Wrack 1961 geborgen werden. Das restauriert Schiff mit seinen Hunderten von geschnitzten und prachtvoll ausgeschmückten Skulpturen besteht zu 98% aus Originalteilen.

Interessant sind unter anderem Kopien der aus Holz geschnitzten Figuren, die jedoch farbig bemalt sind, um einen Eindruck zu vermitteln wie die Originale einst gewirkt haben. (Jetzt sieht man bei den Originalen nur noch das braune Holz, da die Farben sich im Meer aufgelöst haben). Wir sehen einen aufschlussreichen Film über die Geschichte der „Vasa“, der gerade in russischer Sprache, mit englischen Untertiteln, gezeigt wird.

Nahe beim Vasa-Museum befindet sich das Tivoli, das wir beide aber auf keinen Fall besuchen wollen. Wir sehen jedoch die riesige Achterbahn und hören trotz der recht grossen Entfernung das laute Schreien der genussvoll verängstigten Fahrgäste bei den scharfen Kurven und den sehr steilen Strecken hinauf und hinunter. Von weitem sind auch zwei sehr hohe Türme als besondere Tivoli-Attraktion zu sehen. An einem steigt eine Drehscheibe immer höher hinauf. An Ketten sind Doppelsitze befestigt – alle besetzt – die bei den raschen Umdrehungen schräg – ja beinahe waagrecht hinausschwingen.

Der andere, wohl noch stärkeren Angst-Genuss bietende Turm imitiert das Bungee-Jumping. Oben angekommen fallen die rundum in einem Kreis angeschnallten, freiwilligen Opfer – kaum gebremst – senkrecht hinunter – bis fast auf den Boden – werden aber kurz vorher aufgefangen und wieder bis auf 2/3 der Höhe hinaufgeschleudert. Nochmaliger Fall und wieder hinauf, aber stets kürzer … bis die Qual zu Ende ist. An einem Gummiseil angebunden muss das sehr ähnlich sein wie Richtges Bungee-Jumping – also ganz wunderbar grauenhaft !

Wir sind am Eingang zum „Skansen“ Gelände, das ich gerne besucht hätte. Das erste derartige Freilichtmuseum der Welt wurde 1891 gegründet. Mehr als 150 Häuser und Bauernhöfe aus ganz Schweden wurden hier wieder aufgebaut. Alte Bräuche werden gezeigt. Es hat auch einen Zoo mit früher in Schweden lebenden Wildtieren. Leider fühlt sich Adalberto nicht gut. Wir kehren deshalb zurück in die Wohnung, wo Adalberto, nur halb ausgezogen gleich einschläft.

Montag, 9. Mai: Heimreise: Taxi zum Flughafen. Abflug von Stockholm 13.25. Ankunft Helsinki 15.35. Weiterflug ab Helsinki 16.30. Ankunft in Zürich 18.15

Es war trotz gelegentlichem Unwohlsein von uns Beiden eine interessante, angenehme Reise, die sich sehr gelohnt hat. Ganz besonders gefallen haben uns die Tage in Stockholm.