Am 19. März 1971 habe ich Adalberto Marchetti kennen gelernt. Schon am nächsten Tag beschlossener wir ernsthaft zu versuchen, eine Lebensgemeinschaft zu bilden. Dies ist uns tatsächlich seither geglückt.
Am 23. April 2007 wurden wir offiziell als Partner anerkannt und im Schweizerischen Zivilstandesamt als solche eingetragen.
Wie wohl in jeder langjährigen Gemeinsschaft sind gelegentliche Krisen unvermeidlich. Bei uns beschränkten sich diese auf einen stets gleich bleibenden Grund. Dabei war ich stets der Verursacher jeder Krise, die aber nun nicht mehr vorkommen werden.
Auch nach unserer Begegnung im Jahre 1971 konnte ich nämlich meine bisherige Leidenschaft nicht lassen, immer wieder neue Wohnmöglichkeiten zu erschaffen und in vielen Fällen diese selber zu benützen. Bald danach entdeckte ich aber „zufällig“ ein Wohnobjekt das geeignet schien, um meinen kreativen Drang erneut ausleben zu können. Ich kaufte leidenschaftlich gern alte, verwahrloste Häuser, baute gelegentlich aber auch neue nach eigenen Plänen. Ferner habe ich bei verlotterten Eigentumswohnungen mit für mich sofort sichtbaren Verbesserungs-Möglicheiten angeregt zugegriffen.
Danach begann genussvolle Bautätigkeit, oder weitgehende Umgestaltung. Ausnahmslos wurde jeweils ein unbedingt dazugehöriger Garten neu angelegt oder vollständig verändert. Nach dem erfolgten Umzug fand das vorherige, von mir attraktiv gestaltete Objekt jeweils begeisterte Kaufinteressenten
Nach den ersten vier oder fünf Adressen-Änderungen erklärte mir Adalberto, dies sei nun das allerletzte Mal dass er bereit sei, so etwas erdulden zu müssen. Sollte das nochmals geschehen, würde er mich für immer verlassen und ich sollte mir mir einen neuen Partner suchen, der so etwas aushalten könnte.
Trotzdem hat Adalberto bei unserem „allerletzten“ Umzug – freundlich wie er ist – jeweils den grössten Teil der mühsamsten Arbeiten beim Umzug erledigt. Dabei warnte er mich jedoch erneut vor den für mich folgeschweren Konsequenzen, falls es mir tatsächlich einfallen sollte, nochmals etwas Neues kreiren zu wollen. Zu meinem grössten Glück hat er seine Drohungen aber doch nie verwirklicht – trotz all den vielen, seit 1971 nachfolgend aufgezählten Adressen-Änderungen:
Nacheinander drei Häuser oberhalb von Brissago, dann zwei Wohnungen und ein Haus in Mailand, gefolgt von zwei Häusern am italienischen Ortasee, anschliessend zwei Wohnungen und drei Häuser im Süd-Tessin. Das sind also dreizehn bauliche Um – oder Neugestaltungen, dreizehn neue Garten-gestaltungen und dreizehn Umzüge. Dazu kommen Ferien-Eigentums-Wohnungen ohne Gärten, drei in Venedig und zuletzt das gegenwärtig von Nathalie benützte kleine, reizvolle „studio“ im Marais von Paris.
Jetzt ist aber tatsächlich Schluss! Im nun erreichten Greisenalter muss es mir endlich gelingen, den kreatven Drang zu Erschaffung von stets Neuem weitgehend zu unterdrücken. Ich habe mich definitiv entschlossen, glücklich und zufrieden bis zu meinem Ende in Caslano zu bleiben – zur grossen und beglückenden Erleichterung von Adalberto.