{"id":980,"date":"2016-07-13T07:55:24","date_gmt":"2016-07-13T07:55:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=980"},"modified":"2019-08-03T15:34:42","modified_gmt":"2019-08-03T15:34:42","slug":"meine-letzte-reise-gefolgt-von-einem-zusammenfassenden-ruckblick-auf-die-vielen-vorangegangenen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=980","title":{"rendered":"Meine letzte Kreuzfahrt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mittwoch, 6. Dezember 2017<\/strong>: Der Wecker ert\u00f6nt um 06.00, aber wir sind Beide schon aufgestanden. Das Taxi holt uns 08.00 ab. Der Zug in Lugano f\u00e4hrt versp\u00e4tet ab. Adalberto f\u00fcrchtet sehr, dass wir in Mailand den Anschluss nach Genua verpassen werden. Aber dann klappt es doch, wenn auch nur recht knapp<\/p>\n<p>In Genua bringt uns ein Taxi zum Schiff. Unsere beiden Koffer werden schon auf dem Quai vom Schiffs-Personal \u00fcbernommen. Nun m\u00fcssen wir uns durch die im Zickzack aufgestellten, mobilen Abschrankungen langsam zu drei verschiedenen Kontrollstellen schleichen. Es dauert insgesamt eine Stunde und 50 Minuten, bis wir das Schiff, <strong>MSC Splendida,<\/strong> endlich betreten k\u00f6nnen! So erweist sich schon der Anfang dieser Kreuzfahrt als wenig erfreulich. Sie wird unsere letzte Reise sein!<!--more--><\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 7. Dezember 2017<\/strong>: Heute ankern wir den ganzen Tag in <strong>Civitavecchia.<\/strong> Die im letzten Weltkrieg fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rte K\u00fcstenstadt vor Rom wurde reizlos weder aufgebaut, wie wir bereits beim letzten Besuch feststellen konnten<\/p>\n<p><strong>Freitag, 8. Dezember2018: <\/strong>Ganzer Tag auf See.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 9. Dezember 2018<\/strong>: Gegen Mittag landen wir in <strong>Heraklion<\/strong>, der Hauptstadt von Kreta.<\/p>\n<p>Zuerst fahren wir mit einem Taxi zum Knossos-Palast, dem gr\u00f6ssten und bedeutendsten der minoischen Pal\u00e4ste, deren Ruinen um 1900 von Arthur Evans (1851-1941 &#8211; Leiter des Asmolean Museums von Oxford) entdeckt und weltweit bekannt gemacht wurden. Er liess auf eigene Kosten mit \u00fcber 100 Arbeitern Teile des Palaste in einer heute umstrittenen Weise wieder aufbauen. Der Palast umfasste einst 4 Stockwerke und dehnt sich aus \u00fcber eine erstaunlich grosse Fl\u00e4che.<\/p>\n<p>Anschliessend besuchen wir das sehr interessante Arch\u00e4ologische Museum in<br \/>\nHeraklion. Es wurde 1930 gegr\u00fcndet, in den Jahren 2001 \u2013 2014 wesentlich erweitert und mit 27 S\u00e4len zu einem grossartigen Museum ausgestaltet. Zu bewundern gibt es beeindruckende, komplizierte Goldschmiede-Kunst f\u00fcr verschiedenartigsten Schmuck, zahllose, zum Teil grossformatige Tongef\u00e4sse mit stets andersartigen, geometrischen Mustern verziert \u2013 und vieles andere mehr<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 10. Dezember 2017<\/strong>: Ganzer Tag &#8222;auf See&#8220; bis wir gegen 19. Uhr den Beginn des Suez-Kanals in Port Said erreichen.<\/p>\n<p><strong>Montag, 11. Dezember 2017<\/strong>: Offenbar musste das Schiff an der Einfahrt zum Suez-Kanal in der Nacht lange warten. Am Morgen sind wir deshalb erst im obersten, n\u00f6rdlichsten Teil des Kanals.<\/p>\n<p>Der Franzose Lesseps liess 1859-1869 mit Hilfe von zahllosen Zwangsarbeitern den Kanal in der kurzen Zeit von nur 10 Jahren erbauen. Der Kanal war 164 km lang, 53 m breit und 8 m tief.<\/p>\n<p>Erst seit 2010 kann der Suez-Kanal auch von Kreuzfahrtschiffen oder grossen \u00d6ltankern befahren werden, nachdem er auf 200-250 m verbreitet und auf 24 m vertieft worden ist. Die Schiffe durchfahren den Kanal jeweils in drei aufeinander folgenden Convoys. Dabei muss zwischen den Schiffen innerhalb von jedem Convoy ein Abstand von einer Seemeile eingehalten werden. Die Durchfahrt dauert 16 Stunden. Die Geb\u00fchren sind so hoch, so dass es f\u00fcr die von Europa kommenden Schiffe weniger kosten w\u00fcrde, ganz Afrika zu umfahren.<\/p>\n<p>Es ist interessant, die Kanal-Ufer zu sehen. Auf der Westseite hat es H\u00e4user, teilweise auch Palmen, Oliven und Felder, alles hinter einer durchgehenden hohen Mauer. Ich stelle mir vor, dass diese einen Wind und Sandsturm-Schutz bilden soll. Zwischen dieser durchgehenden Wand und dem Kanal erheben sich hohe Sand-D\u00fcnen, die vermutlich bei der erfolgten Vertiefung aufgesch\u00fcttet worden sind.<\/p>\n<p>Im ausgedehnten Bitter-See kreuzen sich die s\u00fcdw\u00e4rts und die nordw\u00e4rts fahrenden Schiffe. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreichen wir Suez und die Einfahrt in den westlichen Arm des Roten Meeres. Das Wetter ist angenehm warm und sonnig.<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 12. Dezember 2017<\/strong>: Heute bleibt das Schiff den ganzen Tag in der einzigen jordanischen Hafenstadt, <strong>Aqaba.<\/strong> Zahllose Busse warten auf die Menge der Passagiere, die den Ausflug nach Petra gebucht haben. (2 Stunden Hin- und zwei Stunden R\u00fcck-Fahrt. In Petra ausgiebige Wanderung). Wir beschliessen uns diese Anstrengung zu ersparen, obwohl wir Petra eigentlich gerne besucht h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Aus dem Internet (Wikipedia) entnehme ich:<em> Petra erlangte insbesondere 300-100 v. Chr. Bedeutung als Umschlagplatz der sogenannten Weihrauchstrasse. Es war die Hauptstadt der Nabataer, die dabei reich wurden. Sie meisselten monumentale Tempel in die roten Felsen.<\/em><\/p>\n<p><em>Jean Louis Burckhardt (1784-1817) hat (aus europ\u00e4ischer Sicht) Petra im Jahre 1812 entdeckt. Er bereiste &#8211; als Sheik Ibrahim verkleidet &#8211; viele arabische L\u00e4nder, sprach Arabisch, bekehrte sich zum Islam und konnte auch als erster Europ\u00e4er Mekka besuchen.<\/em><\/p>\n<p>Wir nehmen es gem\u00fctlich, fahren mit dem Shuttlebus zur Stadtgrenze. Dort machen wir mit dem Touristenbus eine Rundfahrt durch die offenbar vor noch nicht langer Zeit erbaute, 150 000 Einwohner z\u00e4hlende Stadt. (Das alte, urspr\u00fcngliche Zentrum ist sehr klein). Hinter all den neuen, meist h\u00e4sslichen H\u00e4usern erheben sich kahle Berge. Auf der anderen Seite blickt man \u00fcber die Meeresbucht bis auf die israelische Hafenstadt Eilat. Noch etwas weiter links liegt die \u00e4gyptische Ortschaft Taba, bestehend aus nur wenigen H\u00e4usern.<\/p>\n<p>Ich kann mich an die Reise erinnern, bei der Adalberto am israelitischen Flughafen lange aufgehalten wurde, da er einen Bart hatte und deshalb den dortigen Beamten als verd\u00e4chtig erschien. Wir \u00fcbernachteten anschliessend jenseits der \u00e4gyptischen Grenze, in einem Hotel in Taba.<\/p>\n<p>Zu sehen gibt es in Aqaba nichts Interessantes. Bald sind wir wieder auf dem Schiff. F\u00fcnf lange Tage \u201eauf See\u201c stehen uns nun bevor! Ich kann es kaum mehr erwarten, bis diese Kreuzfahrt endlich zu Ende sein wird.<\/p>\n<p>Lange beobachten wir vom Kabinen-Balkon, wie direkt unter uns eine riesiger Lastwagen mit einer fast unglaublichen Menge mit den verschiedensten Abf\u00e4llen beladen wird. Stets wird weiteres Material aus dem Schiff herausgeschleppt: zusammengepresste Kartons, grosse Metallplatten, M\u00f6belteile usw. Es wird in wirrem Durcheinander aufgeladen und es sieht kaum danach aus, dass all das Zeugs irgendwie \u201erecyclet\u201c werde.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 13. Dezember 2017:<\/strong>\u00a0Erster von f\u00fcnf langweiligen Tagen \u201cauf See\u201c, oder \u201een mer\u201c, oder \u201eon sea\u201c!<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 14. Dezember 2017<\/strong>: Wir durchqueren weiter das Rote Meer ohne Zwischenhalt.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 15. Dezember 2017<\/strong>: Wir sind im Arabischen Meer angelangt. Adalberto erf\u00e4hrt aus \u00fcberh\u00f6rten Gespr\u00e4chen, dass schon in Aqaba bewaffnetes Milit\u00e4r an Bord gestiegen sei. Es wurde auch ein Zettel verteilt zur Information, dass wir uns in einer von Piraten gef\u00e4hrdeten Zone befinden.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 16. Dezember 2017<\/strong>: Immer noch \u201eauf See\u201c und deshalb nichts Besonderes.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 17. Dezember \u00a02017<\/strong>: f\u00fcnfter und endlich letzter Tag \u201eauf See\u201c.<\/p>\n<p>Irgendwann ruft Adalberto mich vom Balkon. Er sieht wie Delphine aus dem Wasser springen. So bekomme auch ich einige zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Montag, 18. Dezember 2017<\/strong>: Heute bleibt das Schiff den ganzen Tag im Hafen von <strong>Musquat.<\/strong><\/p>\n<p>Der Shuttle-Bus bringt uns zum Ausgang des Hafengel\u00e4ndes. Dort werden wir sofort von schnatternden, in weissen Dischdaschas gekleideten Taxifahrfern umringt. Nach vielem Feilschen, k\u00f6nnen wir mit einem von ihnen eine vierst\u00fcndige Fahrzeit vereinbaren.<\/p>\n<p>Zuerst besuchen wir die beim Hafen liegende, erst vor Kurzem er\u00f6ffnete neue Fischmarkthalle. Sie begeistert mit ihrer an Fischgr\u00e4ten erinnernde, sehr originelle \u00dcberdachung. Innen ist die riesige Halle erstaunlich sauber. Gleich daneben hat es &#8211; unter dem gleichen Dach &#8211; den Gem\u00fcse- und Fr\u00fcchte-Markt.<\/p>\n<p>Dann fahren wir zum Opernhaus, das wir im Januar nur von Aussen ansehen konnten. Jetzt k\u00f6nnen wir auch das Innere besuchen. Am meisten gef\u00e4llt mir das Foyer, dessen Holzdecke einem alten, osmanischen Palast nachgebildet wurde. Es hat einen Ausstellung zur Erinnerung an Pavarotti mit seinen Kost\u00fcmen usw., organisiert von seiner Witwe und f\u00fcr Adalberto interessant.<\/p>\n<p>Der Zuschauersaal ist wie ein klassisches, europ\u00e4isches Opernhaus gestaltet und somit schlecht f\u00fcr Zuschauer in den einst \u00fcblichen, seitlichen Logen. Das Ganze ist dreist\u00f6ckig und versteckt mit modernster Technik ausger\u00fcstet. Beispielsweise k\u00f6nnen die seitlichen Logen eingezogen werden. Wozu dies dienen soll, bleibt mir allerdings unverst\u00e4ndlich. Die dem Sultan vorbehaltene, zentrale Loge erstreckt sich auf die ganze Breite des Saales und hat auf der grossen Fl\u00e4che nur zwei Sessel und zwischen diesen einen kleinen Tisch.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist die Gartenanlage neben dem Operngeb\u00e4ude mit ihrem \u00fcberreichen Blumenschmuck; haupts\u00e4chlich Petunien und Impatiens. Sie gelten hier vermutlich als exotische, aus k\u00fchleren Gegenden stammende Pflanzen.In grosser Zahl fl\u00e4chenweise und in der gleichen Bl\u00fctenfarbe angepflanzt und bilden sie dichten, farbige Teppiche. Das gleiche System des Blumenschmucks erfreut durchgehend entlang der Fahrstrasse.<\/p>\n<p>Mich begeistert erneut der Gegensatz von all den schneeweissen Geb\u00e4uden, direkt hinter denen braunrote, steile, v\u00f6llig kahle Bergw\u00e4nde aufragen.<\/p>\n<p>Wir besuchen das kleine Bait Al Zubair Museum, das wir schon bei einer fr\u00fcheren Reise angesehen haben. Das urspr\u00fcngliche private Museum (Bait = Haus) ist seit 1998 \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Gezeigt werden osmanische Kunst- und Alltags-Gegenst\u00e4nde, traditionelle Waffen, Juwelen, Kleidung.<\/p>\n<p>Zuletzt besuchen wir den Soukh (auch \u201eSuk\u201c geschrieben), der uns entt\u00e4uscht. Fast nichts mehr von seiner uns bekannten Vielfalt handwerklich hergestellter Gegenst\u00e4nde ist noch zu sehen. Dagegen hat es eine Unzahl von grellfarbigen Produkten aus Plastik. Sehenswerte Ausnahmen bilden nur der reiche Goldschmuck, oder die kunstvollen bestickten Frauenkleider f\u00fcr Hochzeitszeremonien.<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 19. Dezember 2017<\/strong>: Heute gl\u00fccklicherweise letztmals ein ganzer Tag \u201eauf See\u201c. Fahrt von Muscat nach Doha. Im Persischen Golf sind oft am Horizont \u00d6lf\u00f6rderungs-Plattformen zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 20. Dezembe<\/strong>r: <strong>Doha<\/strong>, Hauptstadt von Katar. Urspr\u00fcnglich war Qatar eine Insel, die sich im Laufe der Jahrtausende allm\u00e4hlich gehoben hat. So entstand eine Landverbindung zu Saudi Arabien. Dieses Zwischenst\u00fcck besteht aus unbewohnbaren Salzs\u00fcmpfen.<\/p>\n<p>1950 hatte Qatar 50&#8217;000 Einwohner; Beduinen und Perlenfischer die brotlos wurden, nachdem die Japaner preislich g\u00fcnstigeren Zuchtperlen zu liefern begannen. Im Jahre 2017 z\u00e4hlt Qatar 2&#8217;700 000 Einwohner, davon sind nur 300 000 Katarer, 88 % sind dagegen Ausl\u00e4nder (Inder, Pakistani usw. und fast nur M\u00e4nner). Doha, die Hauptstadt, z\u00e4hlt rund 500&#8217;000 Einwohner. Auch alle anderen Menschen in Qatar leben in St\u00e4dten, w\u00e4hrend die W\u00fcste menschenleer bleibt.<\/p>\n<p>Weiter entnehme ich aus dem Internet, dass Qatar weltweit der gr\u00f6sste Exporteur von Fl\u00fcssiggas sei. Einer entsprechenden Karte des Persischen Golfes, entnehme ich, dass die meisten Zapfstellen f\u00fcr \u00d6l oder Gas sich unter Wasser auf dem Meeresgrund befinden.<\/p>\n<p>Die MSC Splendida kommt gegen 08.00 im Hafen von Doha an. Wir werden von einem Schiff begr\u00fcsst, dass l\u00e4ngere Zeit auf beiden Seiten gewaltige, schr\u00e4ge Wasserstrahlen ausst\u00f6sst.<\/p>\n<p>Wir verlassen das Schiff nach dem Fr\u00fchst\u00fcck. Vor der Haltestelle des Shuttle-Bus stehen zur Begr\u00fcssung in schneeweisse Dischdaschas gekleidete Araber mit gekreuzten S\u00e4beln. Sie dienen als Fotomotiv f\u00fcr sich zu ihnen stellende Passagiere (auf Bitte von Adalberto auch ich nachdem sich an der Reihe bin. Er selber will sich dagegen auf einen keinen Fall in dieser l\u00e4cherlichen Weise von mir fotografieren lassen). Dann muss ich mich auch neben einen Mann hinstellen, der gesch\u00fctzt von einem dichten Handschuh einen Falken emporhebt. Diese zu der als sehr exklusiv geltenden Jagd ben\u00fctzten V\u00f6gel haben Klappen \u00fcber den Augen, damit sie ruhig bleiben.<\/p>\n<p>Mit einem Taxi umfahren wir die grosse Baustelle des Nationalmuseums, die wir schon im Januar gesehen hatten. Das Museum sollte schon 2016 er\u00f6ffnet werden, was aber leider und zu meiner grossen Entt\u00e4uschung noch nicht geschehen ist. Es wird nach einem faszinierenden Plan von Jean Nouvel erbaut, in Form einer \u201erose du d\u00e9sert\u201c. Mehrmals halten wir, damit Adalberto fotografieren kann, wie sich winzig scheinende Arbeiter auf und unter den weit ausragenden, sandfarbenen \u201eBl\u00fctenbl\u00e4tter\u201c des Geb\u00e4udes bewegen.<\/p>\n<p>Dann besuchen wir den Soukh, der einen ganzen, grossen Stadtteil umfasst. Es hat eine unglaubliche Vielfalt von allem was man sich nur denken kann: Geschirr, jeweils in vielen abgestuften Gr\u00f6ssen, Frauenkleider, Goldschmuck, Schuhe in hunderten von Paaren auf F\u00e4chern offen ausgestellt usw. usw.<\/p>\n<p>Die Skyline von Doha scheint mir noch faszinierender zu sein als alle anderen bisher von mir gesehenen Skylines. Nachts erstrahlen verschiedene Geb\u00e4ude in leuchtenden, sich abwechselnden Farben.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 21 Dezember 2017:<\/strong>\u00a0Heute bleibt das Schiff vor <strong>Sir Bami Yas<\/strong> verankert, der gr\u00f6ssten aller nat\u00fcrlichen Inseln im Persischen Golf und Privatbesitz von einem Scheich. Ich kopiere das folgende aus dem Internet:<\/p>\n<p><em>Die 9 Kilometer vor der S\u00fcdk\u00fcste Abu Dhabis liegende Insel Sir Bani Yas ist dank aufwendiger Bew\u00e4sserung, Bepflanzung und Ansiedlung von Wildtieren zu einem kleinen \u00abAfrika\u00bb geworden.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Leben erweckt wurde das Eiland erst 1970, als Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan, der Gr\u00fcndervater und erste Pr\u00e4sident der Vereinigen Arabischen Emirate, hier seinen Traum eines privaten Wildparks zu realisieren begann. Zun\u00e4chst beschr\u00e4nkte man sich auf die Ansiedlung von Pflanzen und Tieren, die auf der Arabischen Halbinsel heimisch sind oder waren. Sp\u00e4ter kamen Spezies aus klimatisch \u00e4hnlichen Gebieten in Afrika und Indien hinzu.<\/em><\/p>\n<p><em>Und schliesslich wurden zwecks einer nat\u00fcrlichen Regulierung auch Wildkatzen, Hy\u00e4nen und Geparde angeschafft. Der ambiti\u00f6se Plan geht offenbar auf: Mittlerweile hat sich eine derart gut funktionierende Population gebildet, dass jedes Jahr Tausende von Tieren in der Liwa- W\u00fcste und in anderen Festlandregionen ausgewildert werden<\/em> <em>k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>Schon lertzten Janaur hatte ich mich (vergeblich) gefreut, diesen Tierpark zu besuchen. Aber damals konnte man nicht an Land gehen, weil bei einer Pumpstation Erd\u00f6l ausgelaufen war. Und jetzt muss ich feststellen, dass man als blosser Schiffpassagier ohne \u00dcbernachtung auf der Insel den sicher sehr interessanten Wildpark gar nicht besuchen kann. Doch praktisch alle Schiffspassagiere sind gl\u00fccklich, den Tag an einem endlos langen Sandstrand zu verbringen und im Meer zu baden.<\/p>\n<p>Am Landungssteg wird man von den gleichen thail\u00e4ndischen Masseusen begr\u00fcsst, die auch auf dem Schiff t\u00e4tig sind. Sie verteilen Zettel mit denen sie \u201e40% Rabatt\u201c anbieten (von was bei dieser Offerte ausgegangen wird, bleibt allerdings unerw\u00e4hnt). Der ganze Landeplatz ist offensichtlich von der MSC angelegt worden. Unter einem riesigen Zeltdach findet sich ein Buffet zur kostenlosen Selbstbedienung mit den gleichen Speisen wie auf dem Schiff. Dem Strand entlang sind zahllose Liegest\u00fchle aufgestellt mit den gelben Handt\u00fcchern der SMC. Schon nach 15 Minuten habe ich genug von dieser Insel und kehre zum Schiff und zu Adalberto zur\u00fcck, der hier vorausahnend gar nicht an Land gehen wollte.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 22. Dezember 2017<\/strong>: den letzten und interessantesten Tag der ganzen Reise verbringen wir in <strong>Dubai<\/strong>, das wir nun bereits zum vierten Mal besuchen.<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck verlassen wir das Schiff und nehmen ein Taxi zur \u201eDubai Mall\u201c. Das kostet nur 50 Dirham, das sind umgerechnet etwa 11 \u20ac. Das gr\u00f6sste Einkaufszentrum der Welt ist angelegt auf drei Stockwerken, auf denen 1\u2019200 Gesch\u00e4fte verteilt sind.<\/p>\n<p>Ausserdem hat es hier auch ein riesiges Aquarium mit einer Grundfl\u00e4che von<br \/>\n51 m x 20 m. Mit 11 m H\u00f6he reicht es bis ins dritte Stockwerk das Einkaufszentrums. Die Frontscheibe aus Acrylglas hat eine Dicke von 75 cm, wiegt 245 Tonnen und ist im Guinness Buch der Rekorde als gr\u00f6sste durchsichtige Scheibe der Welt eingetragen. Das 10 Millionen Liter Wasser fassende Aquarium ist belebt von 33&#8217;000 verschiedenen Meerestieren, darunter Sandtiger-Haie, Manta-Rochen usw. sowie riesigen Schw\u00e4rme kleinerer Fische. Wir erleben diese Unterwasser-Welt bei einer Durchquerung des Glas-Tunnels, aus dem man diese Tiere \u00fcber sich und zu beiden Seiten betrachten kann.<\/p>\n<p>Anschliessend begeben wir uns zum neben der Dubai Mall aufragendem Burj Khalifa. Mit 828 m ist es momentan das h\u00f6chste Geb\u00e4ude der Welt, Es wurde am. 4. Januar 2010 er\u00f6ffnet, hat einen Y-f\u00f6rmigen Grundriss und ist mit 8 mobilen Treppen sowie 57 Aufz\u00fcgen erschlossen. Dem Publikum zug\u00e4nglich sind drei Aussichtsplattformen auf verschiedenen Ebenen. Die unterste kann man gratis besuchen, muss aber mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen bis man drankommt. Wir leisten uns deshalb den ohne Wartezeit m\u00f6glichen Zutritt zur obersten Aussichtsplattform. Das kostet 110 \u20ac pro Person.<\/p>\n<p>Ein F\u00fchrer begleitet uns mit Erkl\u00e4rungen. Unter anderem berichtet er, dass trotz der Finanzkrise alle B\u00fcros und Wohnungen im Burj Khalifa schon in den ersten 48 Stunden ausverkauft waren, nachdem das Angebot er\u00f6ffnet worden war. Nur das mehrere Stockwerke umfassende Hotel und nach ihm benannte Luxus-Hotel konnte Giorgio Armani sich schon zum Voraus reservieren.<\/p>\n<p>Im Erdgeschoss ist ein Modell f\u00fcr den \u201eDubai Creek Tower\u201c zu sehen. Das Geb\u00e4ude am Hafen von Dubai soll das h\u00f6chste der Welt werden und soll zur Expo von Dubai im Jahre 2020 fertig gestellt sein. Es wird von den Emaar Properties errichtet, dem gleichen Unternehmen, das auch den Burji Khalifa erbaut hatte.<\/p>\n<p>Den Plan f\u00fcr das mehr als einen Kilometer hohe Geb\u00e4ude entwarf der ber\u00fchmte Architekt Calatrava in seinem B\u00fcro von Z\u00fcrich. Er musste dabei dem Emir versprechen, die genaue H\u00f6he geheim zu halten. In Saudi Arabien wird n\u00e4mlich in Mekka auch ein Turm gebaut, mit dem gleichen Ziel, das h\u00f6chste Geb\u00e4ude der Welt &#8211; besonders symboltr\u00e4chtig &#8211; am wichtigsten Pilgerort der Muslime aufragen zu lassen. Auch dessen rekords\u00fcchtig geplante H\u00f6he ist bisher geheim geblieben.<\/p>\n<p>Ein technisch raffinert konstruierter Lift bringt uns &#8211; ohne die Geschwindigkeit f\u00fchlen zu lassen &#8211; in nur 60 Sekunden auf die H\u00f6he von 555 m des Geb\u00e4udes und das dortige 148. Stockwerk. Dort werden uns zur Begr\u00fcssung Getr\u00e4nken und kleine Leckerbissen angeboten und dann die einmalige Aussicht. Von drei verschiedenen, verglasten Aussichtsterrassen kann man auf die tief darunter liegenden Wolkenkratzer des Stadtzentrums und die umliegende W\u00fcste hinunterblicken.<\/p>\n<p>Nachdem wir diese einf\u00e4ltige Touristen-Attraktion abgehakt haben, kehren wir zur\u00fcck zum Schiff. Es gilt die Koffer zu packen, die man bis Mitternacht vor die Kabine stellen soll.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 23. Dezember 2017:<\/strong>\u00a0Sp\u00e4testens um 08.00 Uhr m\u00fcssen wir das Schiff \u00a0verlassen, damit es f\u00fcr die neuen Passagiere bis zur Mittagszeit geputzt werden kann. In der Schweiz ist es dann erst 05.00 Uhr. Nach mehreren Stunden Wartezeit auf dem riesigen Flughafen, dem Flug nach Z\u00fcrich, der Bahnfahrt bis Lugano und dem Taxi nach Caslano sind wir endlich am 24. Dezember um 01.30 Uhr wieder zuhause und gl\u00fccklich, dass diese Reise zu Ende ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 6. Dezember 2017: Der Wecker ert\u00f6nt um 06.00, aber wir sind Beide schon aufgestanden. Das Taxi holt uns 08.00 ab. Der Zug in Lugano f\u00e4hrt versp\u00e4tet ab. Adalberto f\u00fcrchtet sehr, dass wir in Mailand den Anschluss nach Genua verpassen werden. 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