{"id":417,"date":"2016-04-20T14:37:32","date_gmt":"2016-04-20T14:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=417"},"modified":"2016-12-08T10:57:46","modified_gmt":"2016-12-08T10:57:46","slug":"thermalkur-in-den-eugenischen-hugeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=417","title":{"rendered":"Thermalkur in den Euganeischen H\u00fcgeln"},"content":{"rendered":"<p><em>Adalberto und Ich machten vom Sonntag, 9. &#8211; Sonntag, 23. Oktober 2016 den zwei Wochen dauernden Zyklus einer Thermalkur in Montegrotto Terme. Im Vergleich zu allen bisherigen Kuren scheint mir eine Kur in Montegrotto Terme besonders empfehlenswert zu sein.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn man etwas erz\u00e4hlen will \u00fcber die ,,Euganeischen H\u00fcgel&#8220;, dann darf man nicht mit &#8222;oi&#8220; anfangen, sondern soll die beiden Buchstaben E und U einzeln aussprechen. Auch liest man im Namen dieser H\u00fcgel nicht das Produkt eines Huhns, sondern sagt auch das E und das I getrennt.<\/p>\n<p><strong>Generelle Angaben<\/strong><\/p>\n<p>Mitten aus der Po-Ebene, s\u00fcdwestlich von Padua, erhebt sich eine Gruppe l\u00e4ngst erloschener Vulkane. Sie werden Euganeische H\u00fcgel genannt. Der h\u00f6chste hat seine Spitze auf 601 m. Vom unterirdischen Fuss dieser H\u00fcgel fliesst heisses Wasser empor. Dessen Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden und Gesundheit war schon den alten R\u00f6mern bekannt. In Montegrotto Terme finden sich Reste von Thermalb\u00e4dern die sogar aus vorchristlichen Zeiten stammen.<\/p>\n<p>Heute ist jedoch die unweit von Montegrotto Terme gelegene Ortschaft Abano Terme der wichtigste Thermal-Kurort der Gegend. Ausserdem es gibt es hier noch die Kurorte Battaglia Terme und Galzignago Terme.<\/p>\n<p><strong>Entstehung des hiesigen Thermalwassers<\/strong><\/p>\n<p>Laut neuer Forschung wird die Entstehung des hiesigen, gesundheitsf\u00f6rdernden Wassers folgendermassen erkl\u00e4rt: Am S\u00fcdfuss der Dolomiten versickert Schnee- und Regenwasser. In einer Tiefe zwischen 3&#8217;000 und 4&#8217;000 Metern st\u00f6sst das Wasser zuletzt auf undurchl\u00e4ssige Gesteinsschichten.<\/p>\n<p>Es erhitzte sich beim Versickern immer mehr. Man rechnet mit einem Anstieg von 3 Grad pro 100 Meter Tiefe. Unter hohen Temperaturen und bei starkem Dampfdruck durchfliesst das unterirdische Wasser im Laufe von 30 &#8211; 40 Jahren die Po-Ebene auf einer Distanz von rund 80 km. Dabei \u00fcbernimmt es pro Liter 5-6 Gramm verschiedener Mineralstoffe.<\/p>\n<p>Vom Fuss der Euganeischen H\u00fcgeln steigt das mineralisch angereicherte Wasser wieder empor zur Erdoberfl\u00e4che. Dabei verringert sich seine Temperatur auf 85 &#8211; 75 Grad.\u00a0F\u00fcr die Thermal-Schwimmb\u00e4der wird das Heilwasser weiter auf 33 &#8211; 30 Grad abgek\u00fchlt. F\u00fcr die Fangopackungen wird Heilschlamm in speziellen Reifungswannen w\u00e4hrend 50 &#8211; 60 Tagen mit auf 60 Grad abgek\u00fchltem Thermalwasser durchflossen. Darin entwickeln sich W\u00e4rme liebende Mikroorganismen, die zus\u00e4tzlich gesundheitlich wirken.<\/p>\n<p><strong>Die regul\u00e4r vorgeschriebene Thermalkur<\/strong><\/p>\n<p>Es kann angenehm sein, gelegentlich einige Male im Thermalwasser zu schwimmen, oder sich im heissen Heilschlamm einpacken zu lassen. Dabei ergibt sich jedoch keine nachhaltige Wirkung.<\/p>\n<p>Eine wirklich sinnvolle Kur dauert 12 Tage. Gem\u00e4ss den Angaben der vorangehenden, medizinischen Untersuchung erfolgt t\u00e4glich eine Behandlung. Normalerweise beginnt diese mit einer 20-min\u00fctigen Fango-Packung bei einer Schlammtemperatur von 39 &#8211; 40 Grad. Auf Italienische ist &#8222;fango&#8220; eine generelle Bezeichnung f\u00fcr Schlamm. In die deutsche Sprache \u00fcbernommen bezeichnet &#8222;Fango&#8220; dagegen nur den speziellen Heilschlamm.<\/p>\n<p>Nachdem man mit einer kr\u00e4ftigen Brause wieder vom Schlamm befreit worden ist, folgt ein Bad mit Ozonblasen in einer Sprudelwanne. Zuletzt wird durch eine sanfte Massage die Hautzirkulation reaktiviert.<\/p>\n<p>Die ganze Prozedur dauert rund eine Stunde, wonach man sich je nach dem Ersch\u00f6pfungszustand eine entsprechende Weile entspannt ausruhen soll. Am besten macht man diese Behandlungen jeweils relativ fr\u00fch am Morgen. Eine ideale Erg\u00e4nzung bildet dazu im Laufe des Nachmittags ein Bad im Thermalschwimmbecken.<\/p>\n<p><strong>Das ****Hotel Millepini in Montegrotto Terme.<\/strong><\/p>\n<p>In dem von uns ben\u00fctzen Hotel hat es drei grosse Schwimmb\u00e4der; eines innen und zwei aussen. An den R\u00e4ndern der Becken hat es zahlreiche Apparaturen f\u00fcr Wasserstrahlen, Duschen oder Wasserf\u00e4lle. Unten im Wasser hat es unterschiedlich ausgerichtete Spritzd\u00fcsen. Besonders wirkungsvoll sind Metallscheiben in Form von Liegest\u00fchlen oder Buchten aus denen zahllose Blasen emporschiessen. Nacheinander ben\u00fctzt ergeben diese Vorrichtungen eine durchgehende Massage des ganzen K\u00f6rpers. Sie ist gleichwertig der Sportmassage von einem kr\u00e4ftigen Masseur.<\/p>\n<p>Der Name des Hotels l\u00e4sst sich als &#8222;Tausend Tannen&#8220; \u00fcbersetzen. Tats\u00e4chlich liegt das Hotel Millepini etwas abseits vom Ortszentrum direkt am Waldrand. Das erstklassige Hotel wird von seinem Besitzer und dessen Familie pers\u00f6nlich gef\u00fchrt. In Bezug auf die hervorragende K\u00fcche und die perfekten Kur-Einrichtungen l\u00e4sst es keine W\u00fcnsche offen. Dazu ist das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis ausgesprochen g\u00fcnstig.<\/p>\n<p><strong>Das tiefste aller Schwimmbecken<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahre 2015 liess der Hotelbesitzer, der beruflich auch als Architekt t\u00e4tig ist, zus\u00e4tzlich ein besonderes Schwimmbecken anlegen. Angeblich ist es mit 42 m das tiefste der Welt. Dieses angenem warme Thermalwasser-Becken dient in erster Linie zum Erlernen des Tauchens in tropischen Meeren.<\/p>\n<p>Genutzt wird es auch zum Training f\u00fcr das Wasserballett. (Diese Sportart wirkt auf mich \u00e4usserst komisch!). Das Becken des Hotels Millepini wird durch verglasten Tunnel durchquert. Aus diesem kann man die T\u00e4nzerinnen auch von unten betrachten, wie sie eifrig mit den Armen rudern, um sich unter der Wasseroberfl\u00e4che zu halten. Dabei bieten diese gut aufeinander eingespielten Damen den Zuschauern jeweils w\u00e4hrend einer m\u00f6glichst lange ausgehaltenen Atempause den Anblick ihrer zappelnder Beine \u00fcber dem Wasser.<\/p>\n<p>Als ich dieses Becken im Tunnel durchquerte, waren gerade keine Menschen im Wasser. Doch in der Hotelhalle l\u00e4uft unterbrochen ein Film. Gezeigt wird- im und \u00fcber dem Wasser &#8211; ein Dutzend sch\u00f6ner, junger Wasser-T\u00e4nzerinnen. Sekundengleich aufeinander abgestimmt und perfekt zur Musik passend machen sie eine Folge grotesk wirkender Bewegungen.<\/p>\n<p>Der Film zeigt auch Taucher, wie sie \u00fcbungshalber in H\u00f6hlen hineinkriechen. Velofahrer in Tauchmasken radeln senkrecht entlang den W\u00e4nden hinunter. Der Hotelbesitzer-Architekt hat bereits den Auftrag bekommen, ein solches Becken auch in Singapur zu erbauen. Dieses soll aber ,,nur&#8220; 40 Meter tief werden. So beh\u00e4lt seines im Hotel Millepini weiterhin den Tiefen-Rekord.<\/p>\n<p><strong>Halbt\u00e4giger Ausflug nach Venedig<\/strong><\/p>\n<p>Von Montegrotto brachte uns eine Bahnfahrt in 40 Minuten in die Lagunenstadt. Mit dem Vaporetto ging es auf dem Canal Grande ins Zentrum zur Rialto-Br\u00fccke. Dort steht seit dem 13. Jh. der Palast genannt &#8222;Fondaco dei Tedeschi&#8220; (gesprochen \u201eTedeski). Hier wurden Waren ausgeladen, die vor allem aus N\u00fcrnberg und Augsburg stammten. Im Jahre 1808 wurde jedoch der Palast zur Post von Venedig umfunktioniert.<\/p>\n<p>Mit Entsetzen hatte ich erfahren, dass nach genau zwei Jahrhunderten, also im Jahre 2008, die Modefirma Benetton den &#8222;Fondaco die Tedeschi&#8220; \u00fcbernommen hatte, um darin &#8230;&#8230; ein Luxus-Warenhaus einzurichten! Dieses wurde am 1. Oktober 2016 er\u00f6ffnet. Ich war neugierig zu sehen, wie der pr\u00e4chtige, historische Palast entsprechend ver\u00e4ndert worden ist.<\/p>\n<p>Zu meiner freudiger Erleichterung k\u00f6nnte ich feststellen, dass der vom weltber\u00fchmten Architekten, Rem Koolhaas, geleitete Umbau tats\u00e4chlich in sehr positiver Weise geschehen ist. Die Fassaden wurden perfekt restauriert und der Palast erstrahlt aussen wieder in seiner urspr\u00fcnglichen Pracht. Dagegen wurde das Innere stark ver\u00e4ndert, wobei dennoch gewisse historische Bauteile sorgf\u00e4ltig renoviert und erhalten geblieben sind.<\/p>\n<p>Auf den vier Stockwerken entstand total eine Verkaufs-Fl\u00e4che von 7&#8217;000 Quadratmetern. Darauf thronen &#8211; fast ohne Ausnahme &#8211; s\u00e4mtliche Anbieter der teuersten Markenprodukte und Luxusartikel. Um das Angebotene m\u00f6glichst exklusiv erscheinen zu lassen, bleibt die meiste Ware in Schr\u00e4nken versteckt. Nur Weniges wird auff\u00e4llig zur Schau gestellt. Man soll das Gef\u00fchl bekommen, \u00a0es seien nur gerade noch diese letzten St\u00fccke erh\u00e4ltlich. Das &#8222;muss&#8220; man also unbedingt kaufen, bevor es daf\u00fcr zu sp\u00e4t ist! Geld spielt f\u00fcr die hier angepeilten Kunden ja keine Rolle. In diesem f\u00fcr mich so l\u00e4cherlichen Riesen-Laden dr\u00e4ngen sich vor allem kaufl\u00fcsteme Japanerinnen.<\/p>\n<p>Trotz allem ist ein Besuch des neu benannten &#8222;T Fondaco dei Tedeschi&#8220; sehr lohnend. Mit Rolltreppen, die dank ihrer leuchtend roter Farbe originell und anregend wirken, gelangt man auf die Dachterrasse. Die Rundsicht, die man von hier \u00fcber ganz Venedig geniesst, ist geradezu \u00fcberw\u00e4ltigend !<\/p>\n<p>Das im Erdgeschoss von keinem Geringeren als, Philippe Starck, eingerichtete Restaurant bekamen wir leider nicht zu sehen, denn es wurde erst wenige Tage nach unserem Besuch er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong>Meine bisherigen Erfahrungen mit Kur-Aufenthalten<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend vielen Jahren fuhren Adalberto und ich jeden Winter f\u00fcr drei Wochen nach Leukerbad. Einige Male machten wir auch zus\u00e4tzlich einen dortigen Aufenthalt im Sommer.<\/p>\n<p>Meine Tochter Anna, Schwiegersohn Dominque und meine geliebte Enkelin Nathalie kamen meist auch nach Leukerbad, aber nur f\u00fcr eine Woche. Anna und Dominique konnten als Spital\u00e4rzte im Winter keine l\u00e4ngeren Ferien machen. Ich mietete jeweils zwei Ferienwohnungen f\u00fcr uns im gleiche Haus, oder ein ganzes Chalet.<\/p>\n<p>In erster Linie begaben wir uns zum Skifahren nach Leukerbad. Anschliessend ging man am\u00a0sp\u00e4teren Nachmittag ins Gemeindebad, das ein Schwimmbecken mit Thermalwasser hat. Dies diente uns zu einer Entspannung nach dem Skifahren .<\/p>\n<p>Ich weiss nicht, ob die B\u00e4der in Leukerbad als Thermal-Kur bezeichnet werden k\u00f6nnen und eine besondere, gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung hatten. Dagegen hat uns zweifellos die sportliche Kombination in der Alpenluft gut getan.<\/p>\n<p>Eigentliche Thermal-Kuren machten wir in der Slowakei, jeweils im Herbst der Jahre 2002, 2003 und 2004. Sie dauerten drei Wochen. Siehe meine Beschreibung betitelt:\u00a0&#8222;Kuraufenthalt in Piestany&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gesundheit wirkungsvolle Kuren genossen wir in Indien jeweils im Januar der Jahre 2007, 2008 und 2009. Auch diese dauerten drei Wochen. Siehe meine Beschreibung betitelt: &#8222;Ayurveda-Kur in einem paradiesischen Ghetto&#8220;<\/p>\n<p>Ganze vier Mal machten wir Thermalkuren auf der Insel Ischia. Sie dauerten zwei Wochen und verteilen sich auf unterschiedliche Monate in den Jahren 2012 &#8211; 2015.<\/p>\n<p>All diese Kuren haben uns gut gefallen. Am ehesten w\u00fcrden wir aus eigener Erfahrung jedoch die soeben beschriebene Kur empfehlen. Montegrotto Terme liegt am n\u00e4chsten zur Schweiz und das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis im Hotel Millepini ist sehr g\u00fcnstig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adalberto und Ich machten vom Sonntag, 9. &#8211; Sonntag, 23. Oktober 2016 den zwei Wochen dauernden Zyklus einer Thermalkur in Montegrotto Terme. 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