{"id":267,"date":"2016-10-18T16:37:12","date_gmt":"2016-10-18T16:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=267"},"modified":"2019-07-16T07:48:40","modified_gmt":"2019-07-16T07:48:40","slug":"tagebuch-der-azoren-reise-2012","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=267","title":{"rendered":"Tagebuch der Azoren-Reise 2012"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Dienstag, 12. Juni<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Flug ab Malpensa nach Lissabon. Dort Aufenthalt w\u00e4hrend 5 Stunden, den wir aber nicht wie geplant nutzen konnten. Der Bus, den wir vom Flughafen nehmen, kann zuletzt nicht weiterfahren, da das Zentrum verstopft ist wegen der morgigen Prozession. Wir nehmen also einen Bus, der uns zum Flughafen zur\u00fcckbringt.<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Ankunft in Ponta Delgada um 20.00 Ortszeit. (Bei uns w\u00e4ren es schon 22.00). In dem vorbestellten und f\u00fcr uns reservierten Leihwagen lassen sich aber unsere beiden Koffer nicht im daf\u00fcr zu kleinen Gep\u00e4ckraum verstauen. Wir erhalten problemlos ein anderes Auto. Adalberto chauffiert mit rasch zunehmender Sicherheit. Wir finden die richtige Route gem\u00e4ss den per mail \u00fcbermittelten Angaben von &#8222;Nane&#8220; (Christiane, Baronin von Schnurbein) nach Sao Vicente Ferreira.<\/p>\n<p>Herzliche, ziemlich schwatzhafte Begr\u00fcssung durch Nane. Einquartierung im \u201eBlauen Haus&#8220;, das uns sehr gut gef\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 13. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Besprechung mit Nane. Spazierweg mit versehentlich grossem Umweg zum Einkaufen im lokalen Laden. Nachmittags Besuch im &#8222;Centro Atlantico&#8220; von Ponta Delgada.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 14. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Wir fahren ein kurzes St\u00fcck zur Nordk\u00fcste nach &#8222;Fernais da Luz&#8220;. Dort parkieren wir bei der Kirche und machen einen sehr sch\u00f6nen Spaziergang entlang der K\u00fcste zu einer einsam gelegenen Kapelle. Wie wir weiterfahren wollen, springt die Z\u00fcndung nicht mehr an.<\/p>\n<p>Vergeblich versuchen zwei Burschen zu helfen, die ich im Dorfladen darum gebeten hatte. Doch mit ihrer Hilfe kann das Auto wenigstens von der Strasse weggeschoben werden auf einen Platz wo es weniger st\u00f6rt, auch wenn hier praktisch kein Fahrverkehr herrscht. Dann kann mit ihrem Handy die Leihwagen-Firma erreicht werden. In \u00fcberraschend kurzer Zeit trifft ein Ersatz-Auto ein, wonach das bisherige abgeschleppt wird. Die beiden Burschen scheinen \u00fcber das Trinkgeld von 10 \u20ac sehr zufrieden zu sein.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter der Nordk\u00fcste engtlang in \u00f6stlicher Richtung zu dem von Nane empfohlenen und von ihr f\u00fcr uns reservierten Mittagessen im\u00a0 Restaurant\u00a0&#8222;O Gato Mia&#8220;. Es erweist sich als wirklich k\u00f6stlich. Ich lasse mir eine Offerte f\u00fcr die n\u00e4chstj\u00e4hrige Reisegruppe machen. Unglaublich was man mir an Speisen mitsamt Getr\u00e4nken f\u00fcr nur 15 \u20ac pro Person offeriert.<\/p>\n<p>Besichtigung von &#8222;Ribeira Grande&#8220;, dem gr\u00f6ssten St\u00e4dtchen an der Nordk\u00fcste.<br \/>\nZwei sehr imposante Kirchen.<\/p>\n<p><strong>Freitag. 15. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Fahrt via Ponta Delgada nach &#8222;Furnas&#8220;. Kleiner Spaziergang am Seeufer, wo es eine Fumarole hat. Dann Herumfahrerei in der Ortschaft. Hamburger-Essen. Heftiger Regen bewirkt Heimkehr via Maia. Teeplantagen- Besuch. Dann wieder Einkauf im riesigen Lebensmittel-Gesch\u00e4ft von Parque Atlantico. Es hat dort 15 Kassen nebeneinander; alle werden bedient und dennoch warten an jeder einige Personen. Die Kassiererinnen packen f\u00fcr die Kunden fast jedes einzelne\u00a0Ding in Plastik-S\u00e4ckchen, eine Verschwendung, die Nane (mit Recht) ganz besonders zu irritieren scheint. Um 17 Uhr sind wir bereits wieder zuhause.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 16. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Den Vormittag bleiben wir im &#8222;Blauen Haus&#8220;. Um 14.00 holt uns Ana Maria de Paria e Maia mit ihrem Auto ab. Jan Weiz hate mich mit ihr in Kontakt gebracht. Seine Tante Hilde war deutsche Erzieherin auf der Insel und auch er ist irgendwie verwandt \u00fcber eingeheirate Cousinen und Cousins sowohl mit den de Paria e Maia als auch mit den von Schnurbeins und auch diese irgendwie miteinander. Vergeblich bem\u00fche ich mich das genauer zu verstehen mit Hilfe der Lekt\u00fcre von \u201eDie vergessenen Fr\u00e4ulein&#8220;, worin Nane das in extrem komplizierter Weise nachzuzeichnen versucht.<\/p>\n<p>Ana Maria ist klein gewachsen, \u00e4usserst liebensw\u00fcrdig und spricht fast perfektes Englisch. Wir sind gleich per Vornamen. Ana Maria bringt uns zu ihrer Sommerresidenz in &#8222;Cabuco&#8220;, etwas \u00fcber &#8222;Lago&#8220; gelegen. Normalerweise wohnt sie aber in der Hauptstadt.<\/p>\n<p>Wenn ich richtig verstanden habe ist de Paria e Maia die \u00e4lteste Adelsfamilie der Insel, oder mindestens eine der \u00e4ltesten und vornehmsten. Offenbar wurde eine Parzelle nach der anderen der vielen, verstreut liegenden Grundst\u00fccken verkauft. Auch eine Insel im Meer, die wir sahen, geh\u00f6rte einst dieser Familie, wurde aber von\u00a0der\u00a0Grossmutter verkauft, wie Ana Maria uns erz\u00e4hlt. Ihr Mann ist abwesend, da Diebe die Kupferdraht-Umz\u00e4unung von einer ihnen noch geh\u00f6renden, grossfl\u00e4chigen Weide gestohlen haben und er dort nun mit der Polizei verhandeln muss.<\/p>\n<p>Das Haus ist nicht so alt, wie der Herrschafts-Sitz an sich, sondern aus dem Ende des 19. Jh.. Die K\u00fcche ist ein dreist\u00f6ckiges, riesiges Kamin mit einer einst offenen Feuerstelle. Der Raum wird heute noch als K\u00fcche gebraucht, aber mit \u201emodernen&#8220; Apparaten versehen. Grosser Garten doch zu wenig gepflegt, da nur noch ein einziger G\u00e4rtner hier t\u00e4tig sei. Entlang der ganze R\u00fcckseite des Hauses &#8211; gegen den Ozean gewendet &#8211; erstreckt sich eine Terrasse und hat davor eine mit Azulejos belegte Sitzmauer. Von dort habe man einen herrlichen Blick aufs Meer hinunter. Dieser war aber leider bei unserem Besuch durch Nebelschwaden verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Nun chauffiert uns die sympathische Ana Maria hinauf nach &#8222;Furnas&#8220;, wo sie sich die Schl\u00fcssel zu drei dortigen, Privatg\u00e4rten beschafft hat, um uns hineinzulassen. Zwei sehr grosse G\u00e4rten sind von Mitgliedern der gleichen Adelsfamilie in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jh. im romantischen Stil angelegt worden (&#8222;Jardim Beatrice do Canto&#8220;\u00a0und &#8222;Jardim Jose do Canto&#8220;).<\/p>\n<p>Wir trinken Tee im \u201eanni trenta&#8220; Hotel &#8222;Terra Nostra&#8220;, zu dem auch der riesige &#8222;Terra Nostra Park&#8220; geh\u00f6rt, den wir aber nicht sehen, da es regnet und Ana Maria uns nach Hause zur\u00fcck bringt. Adalberto ist begeistert \u00fcber den eleganten Baustil des Hotels.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 17. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Wir fahren nach &#8222;Vila Franca&#8220;. Nane hat uns dort telefonisch bei &#8222;Terra Azul&#8220; zum \u201eWhale Whatching&#8220; angemeldet. Fahrt im modern ausger\u00fcsteten Boot von 0900 &#8211; 11.30. Wir sehen eine Pottwal-Mutter mit dem dicht neben ihr schwimmenden Kalb. Die uns begleitende Meeresbiologin (spricht perfekt englisch, ist aber eine Italienerin, wie Adalberto bald herausfindet) erkl\u00e4rt, dass die K\u00e4lber ganze drei Jahre Muttermilch trinken. (Wenn man sich vorstellt: unter Wasser!)<\/p>\n<p>Pottwale sind eine recht grosse und die hier am h\u00e4ufigsten beobachtete Wal-Art. Insgesamt\u00a0k\u00f2nnen hier bis zu 23 verschiedene Wal-Sorten gesichtet werden. Aber dass man auch nur eine sieht ist nicht immer sicher. Von einer hoch \u00fcber der Steilk\u00fcste gelegenen Beobachtungs-Station wird das Meer st\u00e4ndig abgesucht und den \u201eWhale Watching&#8220;- Unternehmen telefonisch gemeldet, wo sie sich\u00a0Wale aufhalten. So k\u00f6nnen die Boote an den richtigen Ort gesteuert werden.<\/p>\n<p>Eindr\u00fcckliches Fotomotiv f\u00fcr Berto ist der aufragende Schwanz beim Eintauchen &#8211; nach dem minutenlangen Atemholen an der Oberfl\u00e4che.\u00a0Wir sehen auch einige Delphine, die aus dem Wasser springen.<\/p>\n<p>Es schaukelt zuletzt stark, ein heftiger Wind bl\u00e4st und Regen peitscht. Wir fahren noch an einer vor &#8222;Vila Franca&#8220; liegenden Insel vorbei, ein zusammengefallener Vulkan. Sehr malerische Gesteins-Formationen erzeugt durch Verwitterung. Endlich sind wir wieder an Land .<\/p>\n<p>Mittagessen im Hafen-Restaurant \u201eAtlantico&#8220;. Auch hier fragen ich, was ein Gruppen-Mittagessen kosten w\u00fcrde: 17 \u20ac p. P. \u00a0Ich habe das aber nicht schriftlich.<\/p>\n<p>Wir fahren hinauf zum \u201eLagoa do Fogo&#8220;, Viel Nebel. Weiterfahrt zu \u201eCaldeira Velha&#8220;, Kleiner Spaziergang durch enges T\u00e4lchen. An einer Stelle blubbern heisse Quellen empor und verbreiten Dampf. Am Ende des T\u00e4lchens Wasserfall mit eisenhaltigem warmem Wasser \u00fcber rostrot gef\u00e4rbten Felsen.<\/p>\n<p>Abendessen bei Nane<\/p>\n<p><strong>Montag, 18. Juni<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ponta Delgada&#8220;: Kirchen. \u201cJardim Borges&#8220;, Gummibaum mit beeindruckendem Stamm. Vor Vergn\u00fcgen schreiende Schar Kinder an Spielapparaten, bewacht von Lehrerinnen. Erneut Einkaufen im Parque Atlantico.<\/p>\n<p><strong>Dienstag. 19. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Ganze Nacht und heutiger Vormittag Dauerregen. Nane \u00fcbergibt mir ihren sehr rudiment\u00e4ren Vorschlag f\u00fcr die drei in meinem bisher aufgezeichneten Programm f\u00fcr die Gruppenreise noch fehlende Tage.<\/p>\n<p>Am Nachmittag pl\u00f6tzlich Aufhellung und wir fahren \u00fcber Ponta Delgada Auf den Rand des riesigen Kraters von \u201eSete Cidades&#8220; mit dem blauen und dem etwas kleineren, durch Br\u00fccke getrennten gr\u00fcnen See. Enge Strasse entlang dem Kraterrand. Bravo Adalberto. Mir wird fast schwindlig. Atemberaubende Aussicht von \u201eVista do Rei&#8220;, Dort wurde von (v\u00f6llig verr\u00fcckten) franz\u00f6sischen Investoren im Jahr 1984 ein 5-Stern Luxushotel in v\u00f6lliger Abgeschiedenheit erbaut. Es machte nach einem Jahr Konkurs &#8211; wer kommt schon da hinauf &#8211; und vergammelt seither.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 20. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Vormittags regnerisch. Das deutsche Hochzeitspaar trifft ein, dem Nane das Haupthaus zum gleiche Preis vermietet hat wie das Blaue Haus. So k\u00f6nnen wir trotz dem Datum-Irrtum von Nane, zwei Wochen im Blauen Haus bleiben, wie anf\u00e4nglich vereinbart.<\/p>\n<p>Nane kommt, um sich zu verabschieden, da sie bei einer Freundin wohnen wird um dem Hochzeitspaar das Haus alleine \u00fcberlassen zu k\u00f6nnen. (Sp\u00e4ter beklagt sie sich, dass deren Gatte, kaum sei die Freundin abwesend, &#8222;ihr an die W\u00e4sche greift&#8220; und sie k\u00f6nne das einfach nicht mehr aushalten. Einmal habe er sie im Auto verfolgt, sei direkt nach ihr ins Tor eingefahren und sie h\u00e4tte gr\u00f6sste M\u00fche gehabt, ihn zu vertreiben.<\/p>\n<p>Immer wieder klopft sie erneut an die T\u00fcre: &#8222;Entschuldigt bitte, da ist noch etwas&#8220;. Ich unterhalte mich erneut mit Berto, ob ich mich darauf verlassen kann, dass Nane, wie sie selber vorgeschlagen hatte, die Gruppen-Reise im Juni 2013 tats\u00e4chlich f\u00fchren kann. Sie ist manchmal wirklich etwas seltsam. Berto beruhigt mich aber, sie sei einfach \u00e4usserst lebhaft &#8211; ich finde eher, sie sei\u00a0zwar nett, aber\u00a0ein bisschen hysterisch.<\/p>\n<p>Wieder hellt es auf am Nachmittag. Wir fahren zum zweiten Mal zum \u201eLago do Fogo&#8220; hinauf. Diesmal geniessen wir eine viel bessere Aussicht. Bei der R\u00fcckfahrt machen wir einen Halt bei \u201eCaldeira Velha&#8220;, wo wir beide ein Thermalbad mit Wasserfall-Dusche sehr geniessen, erst ich, dann z\u00f6gern aber zuletzt begeistert auch Berto.<\/p>\n<p>Wieder Eink\u00e4ufe. Wie gewohnt wohlschmeckendes Essen von Berto im &#8222;Blauen Haus&#8220; zubereitet. Ich schreibe eifrig Tagebuch, leider von Hand und somit wohl schwer leserlich. Berto verbringt die meiste Zeit &#8211; wie gewohnt auch hier &#8211; auf dem mitgebrachten Computer zum Kontakt-Austausch. Gut, so ist er besch\u00e4ftigt und langweilt sich nicht &#8211; im Gegenteil, es am\u00fcsiert ihn und er bricht oft in lautes Lachen aus. Wer weiss, was da gezeigt wird auf dem Bildschirm ? Wir haben es sehr sch\u00f6n zusammen.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 21. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Heute endlich strahlende Sonne. Fahrt nach \u201eNordeste&#8220;, am Ende der erst zu Beginn dieses Jahres erbauten Schnellstrasse entlang der Nordseite der Insel. Mittagessen in grossem Restaurant. Dann Umrundung der Ostspitze der Insel. Wilde Gegend. Hohe Felsen, fast senkrecht zum Meer abfallend. Zwei sich gegen\u00fcber liegende, als &#8222;Miradoures&#8220; beschilderte Aussichtspunkte mit atemberaubendem Blick in verschiedener Richtung. Bei beiden WC und\u00a0Grillm\u00f6glichkeit, sch\u00f6ne Anpflanzung mit vielen Blumen.<\/p>\n<p>Berto ist wirklich perfekter Chauffeur auf den kurvenreichen und sehr engen Strassen. Gl\u00fccklicherweise fast kein Verkehr. Wenn aber ein seltenes Auto in Gegenrichtung kommt, dann sind schwierige Man\u00f6ver n\u00f6tig, um aneinander vorbeizukommen. Heimfahrt \u00fcber Furnas, das wir schon kennen und nicht anhalten und Ribeira Grande. Zuletzt beide etwas m\u00fcde von der langen Fahrerei.<\/p>\n<p><strong>Freitag. 22. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Nebel fast den ganzen Tag, wobei wir trotzdem die Westseite der Insel umfahren. (In Gegenrichtung zum Uhrzeiger). Nane hatte uns &#8222;das beste Pizza-Restaurant der Insel, gef\u00fchrt von Italienern&#8220;, empfohlen, in Mosteiros an der Inselspitze. Es erweist sich jedoch am Freitag mittags als geschlossen. Wir fahren deshalb zu der von Nebel umh\u00fcllten Ortschaft im Innern des weiten Kraters &#8222;Sete Citades&#8220;. \u00dcberraschend reiches, gut schmeckendes Buffet-Mittagessen in kleinem Restaurant.<\/p>\n<p>Besichtigung der Ananans-Plantage in &#8222;Faja de Baixo&#8220; bei Punta Delgada. Lebensmittel-Eink\u00e4ufe wieder in &#8222;Parque Atl\u00e4ntico&#8220;<\/p>\n<p><strong>Samstag, 23. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Handschriftliche Notizen f\u00fcr den heutigen Tag sind nicht mehr auffindbar, oder habe ich keine gemacht. Es gab offenbar nichts besonders Interessantes festzuhalten. Jedenfalls kann ich mich jetzt beim Rein-Schreiben mit dem Computer nicht mehr detailliert erinnern, was wir vor rund einem Monat auf der Insel Sao Miguel unternommen hatten, sofern ich es nicht jeweils schon gleich handschriftlich festgehalten habe.<\/p>\n<p><strong>Sonntag 24. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Sehr windig. F\u00fcr Berto deshalb &#8211; wie bereits gestern &#8211; &#8222;giorno no&#8220;. Wir verzichten aufs Autofahren und bleiben den ganzen Tag im &#8222;Blauen Haus&#8220;. Ich entwerfe weitere Programm-Brocken, lese Nanes Buch fertig: &#8222;Alles von Frische, Fl\u00fcchtlingsschicksale aus dem Kreis Augsburg&#8220;, erschienen 2005, also nach &#8222;Die vergessenen Fr\u00e4ulein&#8220;. Auch dies ein Buch von ihr mit lauter Interviews.<\/p>\n<p>Ich lese auch Nanes grossartig abgefasstes, mit Schreibmaschine geschriebenes Manuskript &#8222;Tante Esther 1922-2003&#8220;. Dies lag offen im B\u00fcchergestell. Es ist ein psychogisch einf\u00fchlsam, dennoch humorvoll und stilistisch perfekt geschriebener Text.<\/p>\n<p>Nane hat auch 2007 eine Jubil\u00e4umsschrift zum 250-j\u00e4hrigen Bestehen der als &#8222;Schloss&#8220; bezeichnete Erbfolge ihres Mannes verfasst. Sie hat selber das im bayrischen Ettgelried liegende Schloss eingerichtet, das vorher als Haus des F\u00f6rsters gedient hatte. Sie hat auch den dortigen Garten angelegt. Die Schrift besteht haupts\u00e4chlich aus &#8222;vor und nachher&#8220;- Abbildungen.<\/p>\n<p>Nana kommt mit der Abrechnung f\u00fcr unsere Miete. Nane erz\u00e4hlt auch ausf\u00fchlich, wieso sie so ungern bei ihrer Freundin wohne, wenn sie das Haus vermietet. Deren Gatte, kaum ist seine Frau aus dem Haus, dann &#8222;greift er mir an die W\u00e4sche&#8220;. Als Portugiese betrachte er jede alleinstehende Frau als Freiwild. Dieser Man sei ihr auch einmal nachts im Auto nachgefahren und sei hinter ihr in das ge\u00f6ffnete Tor eingedrungen. Sie h\u00e4tte die gr\u00f6sste M\u00fche gehabt, ihn &#8222;unverrichteter Dinge&#8220; zu verjagen.<\/p>\n<p>Ausserdem will ich hier auch noch festhalten, was mir Nane irgendwann vorher erz\u00e4hlt hatte: Sie h\u00e4tte die Hausdame entlassen m\u00fcssen. Diese hatte ein Verh\u00e4ltnis mit Nanes Mann und sich allm\u00e4hlich als Herrin aufgef\u00fchrt, fast als wolle sie Nane verdr\u00e4ngen. Nanes Gatte habe sie anschliessend vor etwa anderhalb Jahren verlassen, und dabei vor dem Zuknallen der Haust\u00fcre geschrieen:&#8220; Schon seit zehn Jahren bist du f\u00fcr mich unertr\u00e4glich geworden&#8220;. Wirklich dramatisch. Besonders dass sie mir erkl\u00e4rt, sie liebe diesen Mann immer noch. Er w\u00fcrde nie mehr zu ihr zur\u00fcckkehren, aber sie w\u00fcrde ihn jederzeit wieder mit offenen Armen empfangen.<\/p>\n<p><strong>Montag, 25. Juni<\/strong><\/p>\n<p>Es ist immer noch windig, aber Berto sagt, er f\u00fchle sich wieder OK. Er hat die Koffer weitgehen schon gestern ab end gepackt. Wir r\u00e4umen auf und sitzen ein wenig bis wir 11.30 abfahren und am Flughafen das Auto abgeben. Abflug 14.40. Ankunft in Mailand, Linate, um Mitternacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 12. Juni Flug ab Malpensa nach Lissabon. Dort Aufenthalt w\u00e4hrend 5 Stunden, den wir aber nicht wie geplant nutzen konnten. 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