{"id":258,"date":"2016-09-14T16:09:00","date_gmt":"2016-09-14T16:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=258"},"modified":"2019-07-18T13:53:53","modified_gmt":"2019-07-18T13:53:53","slug":"mein-garten-in-gravesano","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=258","title":{"rendered":"Mein ehemaliger Garten in Gravesano"},"content":{"rendered":"<p><em>Elsi Wepf, Redaktorin der Monats-Zeitschrift \u201eSchweizer Garten\u201c publizierte im April 2010 einen reich bebilderten Artikel \u00fcber meinen damaligen Garten. Nicht nur der Text, auch die sch\u00f6nen Fotos stammen von ihr. Nur dank diesem Artikel bleibt die Erinnerung an einen Garten noch erhalten, der nicht mehr existiert.<!--more--><\/em><\/p>\n<p><em>Der neue Besitzer liess den ehemaligen Teich mit Bauschutt ausf\u00fcllen und die meisten Pflanzen entfernen. Die frei gewordene Fl\u00e4che wurde mit k\u00fcnstlichem Plastikrasen \u00fcberdeckt. So bereitet dem Hausherr der Garten keine l\u00e4stige Arbeit mehr und er braucht nicht zu bef\u00fcrchten, dass sein Nachwuchs (im ehemaligen, 50 cm tiefen Teich) ertrinken (!) k\u00f6nnte. Statt mit Blumen, ist der Gart nun farbenfroh geschm\u00fcckt durch zahllose herumliegende Spielsachen und bereichert mit einem romantischen Plastik-Haus f\u00fcr Kinder.<\/em><\/p>\n<p>So beschreibt die Journalistin Elsi Wepf meinen ehemaligen Garten:<\/p>\n<h3>HAUSBEGR\u00dcNUNG &#8211; BL\u00dcTEN UND BL\u00c4TTERKLEID<\/h3>\n<p>DER TESSINER GARTENGESTALTER IVAN RUPERTI, BEKANNT AUCH F\u00dcR SEINE EXQUISITEN GARTENREISEN, HAT RUND UM SEIN HAUS IN GRAVESANO EIN KLEINES PFLANZENPARADIES GESCHAFFEN, IN WELCHEM \u00d6DE FLACHD\u00c4CHER IN EINEN NUTZGARTEN UND ERHOLUNGS-RAUM VERWANDELT WURDEN.<\/p>\n<p>Glyzinen in Weiss, Rosa oder Blau erobern filigrane Kletterger\u00fcste und sorgen f\u00fcr romantische Bl\u00fctenkaskaden. Wilder Wein verpasst der Hausfassade ein gr\u00fcnes, \u00fcppiges Bl\u00e4tterkleid. Kletterpflanzen kommen mit wenig Bodenfl\u00e4che aus, k\u00f6nnen aber viele Quadratmeter in eine bl\u00fchende Oase verwandeln.<\/p>\n<p>Iv\u00e0n Ruperti bewohnt das Eckhaus der modernen \u00dcberbauung. Das Grundst\u00fcck samt Haus erstreckt sich auf 250 m2. Ein Lift verbindet die drei Stockwerke. Im Erdgeschoss befindet sich die K\u00fcche und in den beiden oberen Etagen je ein ger\u00e4umiger Sanit\u00e4rraum.<\/p>\n<p>Die S\u00fcdw\u00e4nde der Zimmer sind von oben bis unten verglast. Im Parterre \u00f6ffnen sich die Glast\u00fcren zum dreieckigen Garten mit Sitzplatz und Koiteich. Bei der Neugestaltung musste die breite Kirschlorbeerhecke entlang der Strasse einem platzsparenden Drahtzaun weichen. Neun kleine Zypressen, die am fr\u00fcheren Wohnort in K\u00fcbeln wuchsen, bilden nun an der Gartengrenze eine mannshohe S\u00e4ulengalerie.<\/p>\n<p>Ein Koiteich ersetzt den vertrockneten Rasen. Die farbenfrohen Fische wurden aus dem vorherigen Garte gez\u00fcgelt. Eine Umw\u00e4lzpumpe und ein Bachlauf gew\u00e4hrleisten gute Wasserqualit\u00e4t. Im Kiesbett des Bachlaufes sind die Gesichter von Gartengeistern und Meerjungfrauen ein Blickfang. Iv\u00e0n Ruperti: \u00abEinem Garten ohne Teich fehlt die Seele.\u00bb<\/p>\n<p>An den Zaun pflanzte er zwei weisse und zwei gelb bl\u00fchende &#8222;Rosa banksiae var. lutea&#8220;. Schnell umgarnten sie das ganze Drahtgeflecht und verwandelten es in eine bl\u00fchende Wand. Im Tessin gedeiht diese aus China stammende, dornenlose und im Prinzip immergr\u00fcne Rose pr\u00e4chtig. F\u00fcr eine Verwendung n\u00f6rdlich der Alpen hingegen kann Ruperti die Banks-Rose, weniger empfehlen. Die kleinen R\u00f6schen \u00f6ffnen sich \u00fcbrigens schon im April, bl\u00fchen also einen vollen Monat fr\u00fcher als alle anderen Rosen. Zum Bl\u00fctenreigen geh\u00f6ren auch Clematis und P\u00e4onien, die sp\u00e4ter von Taglilien abgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>AUFTAKT MIT KAMELIEN<\/p>\n<p>Bereits im Januar entfaltet die dunkelrote Kameliensorte &#8218;Saturnia&#8216; ihre ersten formvollendeten Bl\u00fcten. Kamelienb\u00e4umchen in T\u00f6pfen stehen beim Eingang Spalier, gesch\u00fctzt vom Dach des Auto-Unterstandes. Iv\u00e0n Ruperti ist begeistert, wie die im Herbst gebildeten Knospen anschwellen und sich dann die farbigen Bl\u00fctenbl\u00e4tter entfalten. Im Gegensatz zu Rosen m\u00fcssen Kamelien weder mit giftigen Insektiziden noch mit Mitteln zur Bek\u00e4mpfung von Krankheiten gespritzt werden. Dank ihrer gesunden, dunkelgr\u00fcnen Bl\u00e4tter bilden sie auch ausserhalb ihrer Bl\u00fctezeit eine Gartenzier.<\/p>\n<p>Zwei Sorten der von Sp\u00e4therbst bis Ende Winter bl\u00fchenden Camellia sasanqua sowie mehrere im Vorfr\u00fchling bl\u00fchende Exemplare bev\u00f6lkern den Garten. Diese Empfangs-Parade pflanzte der Gartengestalter in grosse blaue T\u00f6pfe. Nur den zentralen Trieb liess er stehen, die seitlichen Ver\u00e4stelungen entfernte er fortlaufend. So entstanden zuletzt St\u00e4mmchen mit kleinen Baumkronen. Nun lassen sich die Bl\u00fcten auf Augenh\u00f6he bewundern. Rund um die St\u00e4mme steckte er f\u00fcr die Fr\u00fchlingsbl\u00fcte verschiedene Blumenzwiebeln in die T\u00f6pfe. Diese m\u00fcssen Ende Mai dem einj\u00e4hrigen Sommerflor Platz machen.<\/p>\n<p>GARTENR\u00c4UME AUF D\u00c4CHERN<\/p>\n<p>Iv\u00e0n Ruperti scheute keinen Aufwand, um &#8211; zus\u00e4tzlich zum Teich- und Blumengarten im Erdgeschoss &#8211; auf dem Dach des Auto-Unterstandes ein weiteres Gartenzimmer zu errichten. F\u00fcr den direkten Zugang liess er eine T\u00fcre einbauen. Das \u00f6de Kiesdach verwandelte er in einen gem\u00fctlichen Gartensitzplatz. Eine blaue Sitzgruppe l\u00e4dt unter dem Glyzinenhimmel zum Verweilen ein. In K\u00fcbeln erfreuen Cornus rubra, Oleander, Rhododendren oder Lilien.<\/p>\n<p>Um das Flachdach des Hauses zug\u00e4nglich zu machen, liess Ivan Ruperti sogar eine Aussentreppe aus Metall erstellen. Das Dach \u00fcber der zweiten Etage wurde mit einem geeigneten Belag versehen und mit einem Gel\u00e4nder gesichert. Dar\u00fcber erhebt sich ein selbst entworfenes, filigranes Kletterger\u00fcst. Es wird von schattenspendenden Weinreben berankt, die aus allen vier Ecken wachsen. Neben vier verschiedenen Traubensorten gedeihen in K\u00fcbeln Brom- und Loganbeeren zum Beranken der Gel\u00e4nder.<\/p>\n<p>NUTZGARTEN IN DER H\u00d6HE<\/p>\n<p>Gegen den Nordwind sch\u00fctzt eine h\u00f6lzerne Spalierwand &#8211; ein idealer Platz f\u00fcr die aufrecht wachsenden Ruten zweier Himbeer-Sorten: die eine fruchtet fr\u00fch und rot, die andere sp\u00e4t und gelb. In weiteren Gef\u00e4ssen wachsen je ein Busch mit gr\u00fcnen Stachel-, roten Johannis- und blauen amerikanischen Heidelbeeren. Am meisten freut sich Iv\u00e0n Ruperti auf eigene Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen und Birnen von den Zwerg-Obstb\u00e4umen.<\/p>\n<p>Er hat auch ausdauernde Artischocken, Salate und einj\u00e4hriges Gem\u00fcse wie Bohnen, Karotten, Gurken, Tomaten und Melonen angepflanzt. Iv\u00e0n Ruperti f\u00fchlt sich als stolzer Landwirt \u00aben miniature\u00bb. Eine automatische Bew\u00e4sserung reduziert den Pflegeaufwand. In luftiger H\u00f6he ist es m\u00f6glich, in einer H\u00e4ngematte die Aussicht zu geniessen und aus Topfkultur eigene Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse zu ernten.<\/p>\n<p>Umgezogen: Die hier gezeigten Aufnahmen sind im April vergangenen Jahres entstanden. Da ihm in Gravesano inzwischen ein grosser Wohnblock \u00abvor die Nase\u00bb gebaut wurde, ist Iv\u00e0n Ruperti nach Caslano umgezogen, wo er bereits wieder einen neuen Garten gestaltet.<\/p>\n<p><em>Elsi Wepf (Text und Bilder)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elsi Wepf, Redaktorin der Monats-Zeitschrift \u201eSchweizer Garten\u201c publizierte im April 2010 einen reich bebilderten Artikel \u00fcber meinen damaligen Garten. Nicht nur der Text, auch die sch\u00f6nen Fotos stammen von ihr. 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