{"id":213,"date":"2016-07-19T14:41:36","date_gmt":"2016-07-19T14:41:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=213"},"modified":"2019-08-01T14:02:18","modified_gmt":"2019-08-01T14:02:18","slug":"savona-stockholm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=213","title":{"rendered":"Von Savona nach Stockholm"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Kreuzfahrt mit Costa Luminosa vom 23. April \u2013 7. Mai 2016 hatten wir schon im \u00a0November beim Reiseb\u00fcro Mittelthurgau gebucht. Von Savona geht die\u00a0Fahrt rund um Westeuropa und endet in Stockholm.\u00a0<\/em><!--more--><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Sonntag, 24. April<\/span>: Wir haben zu unserer Freude mit der Nummer 6353 &#8211; dank des schr\u00e4g vorspringenden Balkons &#8211; eine etwas gr\u00f6ssere Kabine, verglichen mit den benachbarten. So hat sich diese Fahrt als besonders bequem erwiesen.<\/p>\n<p>Ein bereit liegendes Papier in der Kabine informiert uns, dass wegen voraussichtlich schlechtem Wetter das Schiff morgen &#8211; statt wie vorgesehen in Marseille &#8211; leider in Toulon halten wird. Es war mit Anna vereinbart, dass wir uns im Hafen von Marseille treffen und den Sonntag mit ihr verbringen k\u00f6nnen. Nun m\u00fcssen wir ihr telefonisch absagen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Sonntag, 24. April<\/span>: Im Gegensatz zur Voraussage herrscht heute herrliches Wetter, Sonne, wolkenlos. Adalberto will im Schiff bleiben, weil <strong>Toulon<\/strong> ihm nicht gefallen hat, als er vor einigen Jahren beruflich dort gewesen ist. Ausserdem schmerzt ihn das Knie.<\/p>\n<p>Ich fahre mit dem Shuttle vom Schiff ins Zentrum. Dort sehe ich eine Prozession von M\u00e4nnern in weiten, weissen Umh\u00e4ngen, auf denen ein grosses Kreuz aufgen\u00e4ht ist. Sie schreiten langsam zur \u201eEglise St-Francois-de-Paule&#8220;. Ich folge ihnen, verlasse dann aber bald die stickige, \u00fcbervolle und h\u00e4ssliche Kirche. Sie ist im 18. Jh. erbaut worden und tr\u00e4gt den Namen des in Kalabrien von reichen Eltern geborenen, sp\u00e4teren Heiligen (1416-1502). Er beteiligte sich schon als Kind an Pilgerz\u00fcgen und gr\u00fcndete in jugendlichem Alter den religi\u00f6sen Orden der \u201eMinimes&#8220;, deren Br\u00fcderschaft in Armut und stetiger Busse leben soll. Der Orden wurde vom damaligen Papst anerkannt und f\u00fchrte im Laufe der Zeit zu vielen Kloster-Gr\u00fcndungen.<\/p>\n<p>Der Heilige hat angebliche zahlreiche Wunder vollbracht. Er ass bloss einmal pro Tag, kurz nach Sonnenuntergang und nur rein vegetarisch. Er liess die Kopfhaare und den Bart wachsen, wechselte nie seine Kleidung. Dabei soll sein K\u00f6rper den wundersamen Duft von Moschus ausgestrahlt haben. Ausserdem soll er auch zu Fuss \u00fcber das Meer geschritten sein. <em>(Es ist kaum zu fassen, dass all dieser Quatsch den \u201eGl\u00e4ubigen&#8220; heute noch<\/em> <em>zugemutet wird).\u00a0<\/em>Ein volles Viertel Jahrhundert verbrachte er zuletzt am Hof der franz\u00f6sischen K\u00f6nige (nacheinander von Louis XI, Charles VIII und Louis XII). Diesen diente er als \u201ehomme saint&#8220;, von dem sich die K\u00f6nige eine n\u00fctzliche Ausstrahlung auf ihre Gesundheit und langes Leben versprachen.<\/p>\n<p>Anschliessend besuche ich das recht interessante \u201eMus\u00e9e de la Marine\u201c. Unter Louis XIV wurde Toulon vom Festungsbauer Vauban zum wichtigsten Marine-Hafen von Frankreich ausgebaut. Im Museum sind unter anderem perfekte Modelle von l\u00e4ngst untergegangenen Kriegsschiffen im Massstab 1:10 zu sehen. Diese Modelle wurden im 16. und 17. Jh. gleichzeitig mit den richtigen Schiffen hergestellt und dienten zur Ausbildung von Marine-Offizieren.<\/p>\n<p>Sehr beeindruckend sind aus Holz geschnitzten Figuren, die den Bug (Vorderteil der Schiffe) oder den Achter-Steven zierten. Einige sind riesige, halbnackte, bedrohlich wirkende M\u00e4nnergestalten.<\/p>\n<p>Im oberen Stockwerk des Museums sind Modelle von Unterseebooten, Flugzeugtr\u00e4gern usw. zu sehen. Unglaublich was alles erfunden wurde, um feindliche Schiffe zu zerst\u00f6ren und Menschen zu t\u00f6ten. Ich bin ebenso fasziniert wie angewidert.<\/p>\n<p>In Toulon hat mich auch die fensterlose Wand eines 6-st\u00f6ckigen Hauses beeindruckt. Das Nebengeb\u00e4ude ist offensichtlich abgebrochen worden. Nun ist die ganze Wand von einem Trompe-l&#8217;oeil-Gem\u00e4lde bedeckt, das ein Hotel darstellt, in dem offenbar Huren t\u00e4tig sind. Das kann man durch die als ge\u00f6ffnet gemalten Fenster erraten.<\/p>\n<p>Auf einem Platz steht einen Tisch mit zwei St\u00fchlen, auf denen je ein \u00e4lterer Mann sitzt &#8211; alles aus Metall. Daneben hat es einen genau gleichen Tisch und vier St\u00fchle. Darauf sitzen jedoch vier lebende Schwarze. Das finde ich unglaublich komisch und bedauere den i-Pad nicht mitgenommen zu haben, um das Bild festhalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Montag, 25. April<\/span>: Der heutige Aufenthalt in<strong> Barcelona<\/strong> ist relativ kurz; Abfahrt des Schiffs schon um 14.00. Trotzdem will Adalberto mitkommen, auch wenn er immer noch Knie-Probleme hat und obwohl wir schon so oft in dieser faszinierenden Stadt gewesen sind.<\/p>\n<p>Wir kaufen also auf dem Schiff f\u00fcr 6 \u20ac Karten f\u00fcr die Busfahrt vom Schiff zum Zentrum der Stadt. Nachher stellen wir fest, dass man die gleiche Strecke mit dem \u00f6ffentlichen Bus f\u00fcr nur 2 \u20ac fahren kann; ein charakteristisches Beispiel, wie die Kreuzschiffe die extrem billigen angebotenen Schiffsreisen mit allem nur M\u00f6glichen verbinden, um doch noch Gewinne erzielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Adalberto entdeckt in einem Kiosk den heute erschienenen, neuen \u201eSpiegel&#8220;. Den Nachmittag verbringe ich darin lesend. Ausserdem mache ich 30 Minuten Fitness und ben\u00fctze ganz alleine die Sauna. Ich kann mich wieder an das von der Decke bis zum Boden reichend Glasfenster erinnern, hatte ich doch mit Adalberto im Jahre 2008 an der Jungfernfahrt der Costa Luminosa teilgenommen, bei der wir die Arabischen Staaten besuchten.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Dienstag, 26. April<\/span>: Ganzer Tag auf See. Es beeindruckt, wie nahe Afrika und Europa auf den beiden Seiten des Schiffes zu sehen sind.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Mittwoch, 27. April<\/span>: <strong>Lissabon<\/strong>. Zuerst unternehmen wir eine Stadtrundfahrt. Viele Autobusse warten auf dem grossen Platz, benannt nach dem Marquis de Pombal. Dieser hat die Stadt nach dem zerst\u00f6rerischen Erdbeben von 1755 neu aufgebaut.<\/p>\n<p>Danach besuchen wir das \u201eMuseum Calouste Gulbenkian\u201c. Es hat mir schon bei unserem fr\u00fcheren Besuch sehr gefallen &#8211; ich konnte mich aber nur generell erinnern, wie grossartig es ist. Der im \u00d6lgesch\u00e4ft reich gewordene Armenier mit britischem Pass fl\u00fcchtete 1942 &#8211; w\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs &#8211; aus Paris nach Lissabon, wo er 1955 starb. Er hinterliess der Stadt rund 6&#8217;000 Kunstwerke, die in dem nach ihm benannte Museum zu sehen sind, das 1969 er\u00f6ffnet worden ist.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Donnerstag, 28. April<\/span>: Ganzer Tag Aufenthalt in <strong>Vigo<\/strong> (Spanien\/Galizien). Die Stadt hat 300\u2019000 Einwohner. Sch\u00f6ne Fassaden in der Altstadt, einst ein kleines Fischerdorf, ansteigend umringt von meist kleinen H\u00e4usern mit etwas sch\u00e4bigen G\u00e4rtchen und ganz oben auf einen H\u00fcgel ein riesiges, modernes Spital.<\/p>\n<p>Den Nachmittag verbringen wir auf dem Schiff. Herrliches Sonnenwetter. Ich finde in der Bibliothek ein faszinierendes Buch: ,,Once upon a Time in Russia&#8220; von Bob Mezrich, mit dem viel versprechenden Untertitel: ,,The rise of the oligarchs &#8211; a true story of ambition wealth, behavior and murder\u201c. Ich lese interessiert \u00fcber Boris Abramovich Beresowski. Freundschaft mit Putin, dann Gegner und Flucht nach London. Sein Verm\u00f6gen von gesch\u00e4tzten 3 Milliarden Euros wird in Russland enteignet und zuletzt erh\u00e4ngt sich der einstige Oligarch, da er glaubt kein Geld mehr zu haben.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Freitag, 29. April<\/span>: Ganzer Tag auf See. Es wird merklich k\u00fchler und wolkig.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Samstag, 30. April:<\/span>\u00a0<strong>Le Havre<\/strong>. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck fahren wir &#8211; statt mit dem auf dem Schiff zu zahlenden Shuttle-Bus ( \u20ac 13.- p. P.) &#8211; per Taxi f\u00fcr nur \u20ac 8.- und dies insgesamt f\u00fcr vier Personen ins Zentrum der Stadt (wobei wir zwei andere Passiere einladen, mitzukommen).<\/p>\n<p>Die bei 140 Luftangriffen praktisch v\u00f6llig zerst\u00f6rt Stadt wurde in moderner und so perfekter Art wieder aufgebaut, dass sie als UNESCO Welterbe deklariert worden ist. F\u00fcr uns erscheint sie ordentlich und bestens geplant, aber gleichzeitig langweilig geworden zu sein. Der grosse Platz im Zentrum ist in vorbildlicher Weise begr\u00fcnt, nur gelbe und weise Bl\u00fcten in gekonnter Anordnung, wechselnd in der H\u00f6he von ganz verschiedenen, aber sich in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden wiederholenden Arten.<\/p>\n<p>Wir besuchen ,,le vulcan&#8220;, ein weisses Geb\u00e4ude &#8211; ein fensterloser Kegel, oben flach, dank schr\u00e4g abgeschnittener Spitze &#8211; von Oscar Niemeyer. Es umfasst ein Kulturzentrum. In einem Bibliotheks-Caf\u00e9 im Innern bekommen wir endlich Internet-Verbindung. Eine entsprechende Anlage gab es zwar auf dem Schiff, aber sie war kaputt.<\/p>\n<p>Dann gehen wir eine Strecke zu Fuss zu der hoch aufragenden Kirche St. Joseph,\u00a0als ,,le phare&#8220; (Leuchtturm) konzipiert und so genannt. Es ist nur ein sehr hoher Turm mit lauter kleinen farbigen Glasfensterchen. Seltsam unheilige Wirkung im kahlen Innern dieser Kirche.<\/p>\n<p>Wir besteigen einen zuf\u00e4llig vorbei fahrenden Bus. Er bringt uns aus der eint\u00f6nig wirkenden Stadt Le Havre zu einem h\u00fcbschen Dorf, bestehend aus bescheidenen Einfamilienh\u00e4user mit G\u00e4rtchen voller Blumen. Die Sonne ist aus den Wolken herausgekommen und es wird w\u00e4rmer.<\/p>\n<p>An der Endstation bleiben wir im Bus. Auf der R\u00fcckfahrt steigen wir aus und gehen dem Strandweg entlang bis zur Hafen-Einfahrt. Dort findet sich das 1961 von Malraux gegr\u00fcndete Kunst-Museum. \u201eMuMa, Mus\u00e9e d&#8217;art moderne Andr\u00e9 Malraux&#8220;, genannt nach dem ehemaligen Kulturminister. Der architektonisch sch\u00f6ne und f\u00fcr ein Museum klug konzipierte Bau zeigt eine mittelgrosse Sammlung von Impressionisten und einige alte Bilder. Wir essen im dortigen Restaurant.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Sonntag, 1. Mai<\/span>: Wir haben wenig Lust, die kleine, unansehnliche, englische Hafenstadt <strong>Harwich<\/strong> zu besuchen und bleiben den ganzen Tag an Bord. Die meisten Passagiere fahren von hier nach London. Die lange Hin- und R\u00fcckfahrt erlaubt zwar nur einen kurzen Aufenthalt in der Stadt, aber \u201eman ist auch in London gewesen\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Montag, 2, Mai<\/span>: <strong>Amsterdam.<\/strong>\u00a0Herrliches Sonnenwetter. Wir besuchen den grossartigen Zoo \u201eNatura Artis Magistra&#8220;. Zwischen den meist gitterlosen, nur durch niedere Mauern und Gr\u00e4ben umfassten Tiergel\u00e4nden hat es \u00fcberall pr\u00e4chtig Blumenbeete: Meist sind es verschiedene Blumenarten, die aber nur in zwei kontrastierenden Farben bl\u00fchen, dicht nebeneinander gepflanzt.<\/p>\n<p>Die Tiere werden hier offensichtlich sehr gut gehalten. Es hat im Zoo auch ein Aquarium und in Papillorama (Schmetterlings-Pavillon). Ferner kann man Onyxe sehen, eine Antilopenart, die in der Wildnis ausgestorben ist. Besonders interessant fand ich Ameisenb\u00e4ren mit ihrer so seltsamen Form. Eine Mutter trug ihr Junges auf dem R\u00fccken.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Dienstag, 3. Mai<\/span>: Das Schiff f\u00e4hrt den ganzen Tag ohne Zwischenhalt von Amsterdam bis <strong>Warnem\u00fcnde<\/strong>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Mittwoch 4. Mai<\/span>: Warnem\u00fcnde. Ich bin immer noch ziemlich stark erk\u00e4ltet. Trotzdem gehen wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck an Land und fahren nach <strong>Rostock<\/strong>. Der Bahnhof ist nahe beim Schiff. Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Vom Bahnhof Rostock nehmen wir ein Taxi zum historischen Zentrum.<\/p>\n<p>Zuerst besuchen wir die \u201ePetri-Kirche\u201c. Sie wurde im Krieg zerst\u00f6rt und schon 1945 in &#8222;Backstein Gotik&#8220; neu aufgebaut, genau gleich wie sie vorher gewesen ist. Seit 1995 steht auch der 117 m hohe Turm. Wir fahren mit dem Lift zur Aussichts-Plattform hinauf.<\/p>\n<p>Nahe beim &#8222;Neuen Markt&#8220; &#8211; ein sehr grosser Platz im Zentrum der Altstadt &#8211; besuchen wir die gotische \u201eMarien-Kirche\u201c. Sie ist kreuzf\u00f6rmig angelegt, und sehr beeindruckend mit einer Innenh\u00f6he von 30 m. Grosse Buntglas-Fenster, riesige Orgel, eine historische, astronomische Uhr, die noch immer funktioniert.<\/p>\n<p>Wir fahren zur\u00fcck zum Bahnhof von Warnem\u00fcnde. Hier wird ein Wettbewerb unter Sand-Skulptur-K\u00fcnstlern veranstaltet. Das vorgegebene Thema lautet: ,,Sindbad der Seefahrer&#8220;. Wir beobachten die aus verschiedenen L\u00e4ndern eingeladenen Sand-K\u00fcnstler bei ihrer Arbeit und staunen \u00fcber die dabei erzielten Resultate. Die Werke entstehen in etwa sechs Tagen und bleiben dann nur zehn Tage erhalten.<\/p>\n<p>Ich unterhalte mich mit einem der K\u00fcnstler und erfahre, dass sie zur Teilnahme an diesem j\u00e4hrlich in Warnem\u00fcnde stattfindenden Wettbewerb eingeladen werden. Sie bekommen Kost und Logis, sowie die R\u00fcckerstattung der Reisekosten. Die Sand-Skulpturen, teilweise mit sehr feinen, d\u00fcnnen Details, werden nur durch Wasser zusammengehalten. Es braucht deshalb groben, eckigen Sand. Feiner Sand, oder von Wellen abgerundete Sand-K\u00f6rner halten nicht zusammen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Donnerstag, 5. Mai<\/span>: auf See.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Freitag, 6. Mai<\/span>: <strong>Stockholm<\/strong>. Wir besuchen ein mehrst\u00f6ckiges Einkaufszentrum. Dann ein ausgiebiges \u201eSightseeing&#8220; mit drei verschiedenen \u201ehop on &#8211; hop off&#8220;- Bussen, Die Stadt gef\u00e4llt uns ausserordentlich! Viele B\u00e4ume, immer wieder Wasserfl\u00e4chen. Im Zentrum sch\u00f6ne Architektur vom Ende 19. Jh. \/ Anfang 20. Jh. Das Wetter ist herrlich, sonnig und warm. Die Stadt ist \u00fcbervoll von Menschen, die diesen f\u00fcr sie wohl unerwartet erfreulichen Sommerbeginn sehr zu geniessen scheinen. In allen Parks liegen Menschen auf dem Gras. Wir verbringen die letzte Nacht auf der Costa Luminosa.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Samstag, 7. Mai<\/span>. Stockholm: Der fertig gepackte Koffer sollten schon vor dem Schlafengehen vor die Kabinent\u00fcre in den Korridor gestellt werden. Da wir die Kabine um 08.00 verlassen m\u00fcssen, stehen wir schon um 07.00 auf. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck folgt die am Ende von Kreuzfahrten \u00fcbliche Warterei, bis unsere Koffer-Etiketten-Farbe &#8211; und unsere Buchstaben-Gruppe an der Reihe ist zum Aussteigen. F\u00fcr uns erfolgt dies erfreulicherweise schon um 09.30 &#8211; zusammen mit den \u00fcbrigen mehr als 100 Reiseb\u00fcro-Mittelthurgau-G\u00e4sten, mit denen wir bisher nie Kontakt gepflegt hatten. Heute begr\u00fcssen wir aber doch die beiden Reiseleiter, eine Vorsichtsmassnahme, um zu verhindern, dass auch unsere Koffer versehentlich auf den Bus zum Flughafen geladen werden. Wir bleiben ja noch zwei Tage in Stockholm.<\/p>\n<p>Wir telefonieren dem Besitzer der airbnb-Wohnung &#8211; die wir per Internet ausgesucht und reserviert hatten &#8211; und fahren im Taxi zu dieser Wohnung. Wir werden von einem sehr sch\u00f6nen Mann erwartet: kurzer schwarzer Bart, eine dichte Locken-Kugel auf dem Kopf und sehr freundlich. Sp\u00e4ter erfahren wir: er stammt aus Abessinien (heute sagt man \u00c4thiopien) und ist 32 Jahre alt.<\/p>\n<p>Der bisherige Gast der Wohnung, ein Neuseel\u00e4nder, ist noch dort, aber bereit zur Abreise. Wir stellen die Koffer ein und gehen mit dem attraktiven Besitzer in ein Caf\u00e9. Er verabschiedet sich bald, um die Wohnung f\u00fcr uns aufzur\u00e4umen. Wir k\u00f6nnen schon um elf Uhr die kleine, sehr modern und praktisch eingerichtete Einzimmer-Wohnung \u00fcbernehmen. Der ganze, recht grosse Block besteht aus lauter gleichen, kleinen Wohnungen. Wir geniessen aus dem f\u00fcnften Stockwerk einen weiten Blick.<\/p>\n<p>Wir fahren mit einem Bus bis zu seiner Endstation an einem Meeresarm. Zahllose Menschen nehmen ein Sonnenbad. Andere stehen geduldig Schlange, um ein Getr\u00e4nk kaufen zu k\u00f6nnen. Adalberto staunt immer wieder \u00fcber die zahllosen Gastst\u00e4tten. Wir kehren zum Ausruhen in die kleine, atraktive Wohnung zur\u00fcck. Adalberto beginnt allm\u00e4hlich seine bisherigen Vorurteile abzubauen, gegen\u00fcber den von mir, anstelle von Hotels bevorzugten airbnb-Unterk\u00fcnften.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Sonntag, 8. Mai:<\/span>\u00a0Stockholm. Besuch des &#8222;Vasa Museums&#8220;, das alle meine Erwartungen bei weitem \u00fcbertrifft. Am 10. August 1628 sank das Kriegsschiff &#8222;Vasa&#8220; im Stockholmer Hafen &#8211; dem Tag an dem es seine Jungfernfahrt antreten sollte. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund konnte das Wrack 1961 geborgen werden. Das restauriert Schiff mit seinen Hunderten von geschnitzten und prachtvoll ausgeschm\u00fcckten Skulpturen besteht zu 98% aus Originalteilen.<\/p>\n<p>Interessant sind unter anderem Kopien der aus Holz geschnitzten Figuren, die jedoch farbig bemalt sind, um einen Eindruck zu vermitteln wie die Originale einst gewirkt haben. (Jetzt sieht man bei den Originalen nur noch das braune Holz, da die Farben sich im Meer aufgel\u00f6st haben). Wir sehen einen aufschlussreichen Film \u00fcber die Geschichte der &#8222;Vasa&#8220;, der gerade in russischer Sprache, mit englischen Untertiteln, gezeigt wird.<\/p>\n<p>Nahe beim Vasa-Museum befindet sich das Tivoli, das wir beide aber auf keinen Fall besuchen wollen. Wir sehen jedoch die riesige Achterbahn und h\u00f6ren trotz der recht grossen Entfernung das laute Schreien der genussvoll ver\u00e4ngstigten Fahrg\u00e4ste bei den scharfen Kurven und den sehr steilen Strecken hinauf und hinunter. Von weitem sind auch zwei sehr hohe T\u00fcrme als besondere Tivoli-Attraktion zu sehen. An einem steigt eine Drehscheibe immer h\u00f6her hinauf. An Ketten sind Doppelsitze befestigt &#8211; alle besetzt &#8211; die bei den raschen Umdrehungen schr\u00e4g &#8211; ja beinahe waagrecht hinausschwingen.<\/p>\n<p>Der andere, wohl noch st\u00e4rkeren Angst-Genuss bietende Turm imitiert das Bungee-Jumping. Oben angekommen fallen die rundum in einem Kreis angeschnallten, freiwilligen Opfer &#8211; kaum gebremst &#8211; senkrecht hinunter &#8211; bis fast auf den Boden &#8211; werden aber kurz vorher aufgefangen und wieder bis auf 2\/3 der H\u00f6he hinaufgeschleudert. Nochmaliger Fall und wieder hinauf, aber stets k\u00fcrzer &#8230; bis die Qual zu Ende ist. An einem Gummiseil angebunden muss das sehr \u00e4hnlich sein wie Richtges Bungee-Jumping &#8211; also ganz wunderbar grauenhaft !<\/p>\n<p>Wir sind am Eingang zum &#8222;Skansen&#8220; Gel\u00e4nde, das ich gerne besucht h\u00e4tte. Das erste derartige Freilichtmuseum der Welt wurde 1891 gegr\u00fcndet. Mehr als 150 H\u00e4user und Bauernh\u00f6fe aus ganz Schweden wurden hier wieder aufgebaut. Alte Br\u00e4uche werden gezeigt. Es hat auch einen Zoo mit fr\u00fcher in Schweden lebenden Wildtieren. Leider f\u00fchlt sich Adalberto nicht gut. Wir kehren deshalb zur\u00fcck in die Wohnung, wo Adalberto, nur halb ausgezogen gleich einschl\u00e4ft.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Montag, 9. Mai:<\/span>\u00a0Heimreise: Taxi zum Flughafen. Abflug von Stockholm 13.25. Ankunft Helsinki 15.35. Weiterflug ab Helsinki 16.30. Ankunft in Z\u00fcrich 18.15<\/p>\n<p>Es war trotz gelegentlichem Unwohlsein von uns Beiden eine interessante, angenehme Reise, die sich sehr gelohnt hat. Ganz besonders gefallen haben uns die Tage in Stockholm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kreuzfahrt mit Costa Luminosa vom 23. April \u2013 7. Mai 2016 hatten wir schon im \u00a0November beim Reiseb\u00fcro Mittelthurgau gebucht. Von Savona geht die\u00a0Fahrt rund um Westeuropa und endet in Stockholm.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-213","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kreuzfahrten"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=213"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1364,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213\/revisions\/1364"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ivanruperti.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}