{"id":1175,"date":"2016-04-29T15:55:32","date_gmt":"2016-04-29T15:55:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=1175"},"modified":"2018-05-05T13:53:04","modified_gmt":"2018-05-05T13:53:04","slug":"empfehlenswerter-ausflug-nach-palermo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=1175","title":{"rendered":"Empfehlenswerter Ausflug nach Palermo."},"content":{"rendered":"<p>Ich publiziere diesen Bericht \u00fcber unsere kurze Reise, weil ich sie zur Nachahmung empfehlen kann. Deshalb erw\u00e4hne ich auch die jeweiligen Preise.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag, 9. April 2018.<\/strong> Adalberto und ich fahren mit der Bahn von Lugano nach Mailand. Abflug von Linate: l5.00 &#8211; Ankunft Palermo: 16.30. Wir zahlten f\u00fcr den \u00a0normalen im Internet gebuchten Alitalia-Flug hin und zur\u00fcck pro Person Fr. 125.- Statt direkt ab Z\u00fcrich zu fliegen, ist es vermutlich g\u00fcnstiger mit der Bahn nach Mailand zu fahren, um von dort den preiswerten Inlandflug machen zu k\u00f6nnen. Das l\u00e4sst sich auch mit einem stets lohnenden Aufenthalt in Mailand verbinden.<\/p>\n<p>Ebenso wie den Flug, hatte ich auch die Unterkunft im Internet gebucht. Dabei hatte ich Gl\u00fcck, eine denkbar gute Wahl zu treffen. Am Schluss unseres Aufenthaltes bezahlten wir der Besitzerin f\u00fcr Zimmer mit Fr\u00fchst\u00fcck per Kreditkarte Fr. 450.- (also pro Person Fr 45.- pro Tag!)<\/p>\n<p>Das B. &amp; B. &#8222;Al Giardino Dell Alloro&#8220; (Vicolo San Carlo, 8) befindet sich im Herzen von Palermo, im ehemaligen arabischen Viertel. Dieses wurde im letzten Krieg weitgehend zerst\u00f6rt, aber fast alle historischen Pal\u00e4ste sind mit UNESCO-Hilfe wieder perfekt aufgebaut worden. Das ganze, nahe am Meeresufer gelegene Viertel wirkt sehr reizvoll; welch erfreulicher Gegensatz zum tristen Durcheinander moderner Hochbauten, von denen die fast eine Million Einwohner z\u00e4hlende Stadt eingerahmt ist.<\/p>\n<p>Das charmante B. &amp; B. umfasst f\u00fcnf G\u00e4stezimmer. Preise, Fotos und Kritiken finden sich im Internet unter: www:giardinodellalloro.it.<\/p>\n<p>Die Besitzerin, Donatella Petronio, offeriert im Internet auch einen pers\u00f6nlichen Abholdienst mit Privatchauffeur vom Flughafen, was bis zu vier Personen \u20ac 45.- kostet. Leider hatte ich das nicht beachtet: f\u00fcr die Fahrt von etwas mehr als 30 km vom Flughafen nach Palermo zahlten wir wesentlich mehr f\u00fcr ein normales Taxi.<\/p>\n<p>Zudem hielt der Fahrer &#8211; der offenbar die Adresse nicht kannte &#8211; einfach irgendwo im Zentrum an. Er deutete mit einer Handbewegung in der angeblichen Richtung zu unserem B &amp; B. Er erkl\u00e4rte, es liege leider an einer Strasse mit Fahrverbot und verschwand, nachdem wir bezahlt hatten. Tats\u00e4chlich findet sich Al Giardino Dell&#8217;Alloro an einem stillen, kurzen Fussg\u00e4nger-Str\u00e4sslein mit Fahrverbot. Jedoch erwies sich dies nach Befragung mehrerer Personen als recht weit von dem Ort entfernt, wo uns der Taxichauffeur mitsamt Gep\u00e4ck ausgeladen hatte.<\/p>\n<p>Zuletzt am richtigen Ort angekommen, gelangen wir durch ein Tor zuerst in einen kleinen Innenhof-Garten. Tommy und Skizzi st\u00fcrzen sich auf uns und fordern Liebkosungen und Streichel-Einheiten. Das werden die beiden, \u00fcber-freundlichen Begr\u00fcssungs-Katzen jedes Mal aufs Neue freudig wiederholen, sobald wir von der Strasse in den Innenhof zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Erst nach dem st\u00fcrmischen Katzen-Empfang kann man auch Donatella begr\u00fcssen. Gleich werden wir von der gastfreundlichen und liebensw\u00fcrdigen Hotelbesitzerin (schlank, nur 1m50 hoch) geradezu \u00fcbersch\u00fcttet mit lauter guten Ratschl\u00e4gen und lohnenden Besichtigungs-Empfehlungen. Dann bekommen wir endlich die Schl\u00fcssel zu unserer zwei-Zimmer Suite, die uns sehr gef\u00e4llt: sauber, gut eingerichtet und nachts v\u00f6llig ruhig.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend drei Tagen, vom <strong>Dienstag, 10. &#8211; Donnerstag, 12. April\u00a02018<\/strong> besichtigen wir in Palermo lauter interessante Sehensw\u00fcrdigkeiten. Der schon von Goethe im Jahre 1787 besuchte und von ihm in der &#8222;Italienische Reise&#8220; beschriebene Botanische Garten interessiert uns ganz besonders. Unter vielem anderen begeistern wir uns f\u00fcr den riesigen Ficus magnolioides (Ficus macrophylla subsp. columnaris), der mir seit einem viele Jahre zur\u00fcckliegenden Besuch in unvergesslicher Erinnerung geblieben ist.<\/p>\n<p>Im Jahre 1845 wurde der noch junge Baum aus Neuseeland importiert und hier eingepflanzt. Heute breiten sich aus seinem imposanten, sehr umfangreichen, gegliederten Hauptstamm bis 30 Meter lange \u00c4ste waagrecht nach allen Seiten aus. Im Laufe der Jahre bildeten die \u00c4ste Luftwurzeln, die sich im Boden verankerten und zu Nebenst\u00e4mmen entwickelten. Diese st\u00fctzen die dicken, schweren \u00c4ste, die sich immer weiter ausbreiten. Adalberto hat mich mit dem I-Pad fotografiert, wobei ich unter dem Baumriesen wie ein Zwerg wirke.<\/p>\n<p>Das ehemalige K\u00f6nigsschloss ist heute Sitz des Parlaments. Dem Publikum ge\u00f6ffnet ist innerhalb des Schlosses ein wahres Juwel: die &#8222;Capella Palatina&#8220;. Sie zeigt als Decke arabische Baukunst. Mosaiken aus dem 12. Jh. schm\u00fccken die W\u00e4nde mit goldenen Fl\u00e4chen, vor denen Bilder von Heiligen hervortreten.<\/p>\n<p>Die Kathedrale von Palermo erhebt sich an einem weiten Platz und beeindruckt von Aussen. W\u00e4hrend mehr als tausend Jahren wurden immer wieder Teile im jeweilig vorherrschenden Stil angebaut. So bildet das Ganze ein wahres architektonisches Musterbuch. Innen erweist sich jedoch f\u00fcr mich die Kathedrale &#8211; im Vergleich zu anderen Kirchen von Palermo &#8211; als Entt\u00e4uschung, trotz ihrer grossen Dimension.<\/p>\n<p>Besonders sehenswert fand ich die &#8222;Chiesa del Ges\u00f9&#8220;, die seltsamerweise meist als &#8222;Casa Professa&#8220; bezeichnet wird. Von aussen ist sie ansprechend, wie viele anderen Kirchen von Palermo. (Donatella behauptet es habe insgesamt rund 700 Kirchen in Palermo. Ob das wahr ist weiss ich nicht. Sicher sind es jedenfalls sehr viele).<\/p>\n<p>Innen \u00fcberrascht Casa Professa, man ist geradezu \u00fcberw\u00e4ltigt! Die hohen W\u00e4nde sind von unten bis oben von lauter halb hervortretenden Skulpturen aus schneeweisem Marmor geschm\u00fcckt. Dargestellt sind Heilige in verschiedener Gr\u00f6sse, Heerscharen nackter Engelchen, aber auch zahllose teuflische Fratzen, ungeheuere Tiergestalten, die sich gegenseitig auffressen usw. &#8211; einfach unvorstellbar wie viel Phantasie auf einen Besucher einst\u00fcrzt. Offenbar sollten den Gl\u00e4ubigen die wundert\u00e4tigen Heiligen vorgestellt werden, aber gleichzeitig mussten sie aber auch sehen, was f\u00fcr f\u00fcrchterliche Dinge geschehen, falls sie s\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Etwas ausserhalb des historischen Stadtzentrums findet sich das &#8222;Castello della Zisa&#8220;. Das m\u00e4chtige, k\u00f6nigliche Sommer-Schloss wurde Ende des 12. Jahrhunderts im normannisch-arabischne Architekturstil errichtet. Besonders sehenswert ist der ausgedehnte, davor liegende Park. Aus dem Schlossgeb\u00e4ude entspringt Wasser, das sich \u00fcber flache Wassertreppen quer durch die ganze, in arabischer Art symmetrisch gestaltete Park-Anlage ergiesst.<\/p>\n<p>Wir besuchen auch die &#8222;Chiesa di S. Maria dell&#8217;Ammiraglio&#8220; die auch &#8222;Martorano&#8220; genannt wird. Es handelt sich um ein rein arabisches Bauwerk. (es hat auch eine andere, noch gr\u00f6ssere Kirche in diesem urspr\u00fcnglichen Baustil, die wir aber aus Zeitmangel nicht besuchen konnten). Leider hat uns auch die Zeit gefehlt, das wichtige arch\u00e4ologische National-Museum zu besuchen.<\/p>\n<p>Ebenso gefallen als auch am\u00fcsiert hat uns die &#8222;Fontana di Piazza Pretoria&#8220;. Der riesige, runde Brunnen f\u00fcllt fast den ganzen Platz und ist umringt von lauter, aus schneeweissen Marmor, splitternackten, sehr realistisch und detailliert dargestellten Frauen und M\u00e4nnern. Er wurde seinerzeit von einem M\u00e4zen, direkt vor dem ehemaligen, diesen Platz beherrschenden Klausuren-Kloster errichtet. Das Ganze nennt sich deshalb auch volkst\u00fcmlich &#8222;Piazza della Vergogna&#8220; (Platz der Schande).<\/p>\n<p>Beeindruckt hat uns auch die &#8222;Piazza Vigliena&#8220;, auch &#8222;Quattro Canti&#8220; (vier Ecken) genannt. An der Kreuzung von zwei Hauptstrassen haben die vier Eck-Bauten die gleichen Fassaden. Sie sind drei Stockwerke hoch und statt Ecken zum Platz zeigen sie einen Viertels-Kreis, wodurch die Kreuzung wie ein runder, enger Platz wirkt.<\/p>\n<p>In diesen Viertels-Kreisen stehen auf drei Stockwerken \u00fcbereinander, grosse weisse Marmorstatuen in Nischen, beidseitig umrahmt von weissen S\u00e4ulen, die sich von der hellbraunen Farbe der Fassaden abheben. Das Ganze ergibt einen beeindruckenden, architektonisch reich dekorierten Raum.<\/p>\n<p>Ganz besonders fasziniert haben uns vor allem die beiden ber\u00fchmten Strassenm\u00e4rkte. Ich zitiere eine der Beschreibungen aus dem Internet:<\/p>\n<p><em>Die M\u00e4rkte von Palermo sind das Wesentliche der Stadt, der Kern, um den herum sich das ganze Handelsleben der Hauptstadt von Sizilien dreht. Sie sind den Messen in Marokko oder Algerien \u00e4hnlich und nicht etwa den italienischen M\u00e4rkten. Die M\u00e4rkte von Palermo sind ein arabischer Teil der Stadt mit geraden engen Marktreihen, mobilen Verk\u00e4ufern und schwindelerregender Vielfalt der Farben und Ger\u00fcche. Das ist wohl der \u201elebendige\u201c Teil der arabischen Stadtgeschichte, die in Palermo sogar nach 1000 Jahren nach dem Ende der Herrschaft von Sarazenen erhalten geblieben ist. <\/em><\/p>\n<p><em>In der Hauptstadt von Sizilien sind zwei Hauptm\u00e4rkte zu erw\u00e4hnen und zwar &#8222;La Vucciria&#8220; und &#8222;Mercato di Capo&#8220;. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Markt La Vucciria. Der Name des Marktes wird manchmal als L\u00e4rmpegelma\u00df verwendet. Vucciria bedeutet auf Sizilianisch \u201edie Stimmen\u201c. Auf diesem Markt werden Sie diese in H\u00fclle und F\u00fclle finden. <\/em><\/p>\n<p><em>Verk\u00e4ufer sind haupts\u00e4chlich sizilianische Bauern und Fischer, die hier Fisch, Obst, Gem\u00fcse, Gew\u00fcrze verkaufen. Alle Lebensmittel sind in der Regel h\u00f6chst frisch. Der Markt arbeitet alle Wochentage au\u00dfer Sonntags bis 14 Uhr. Doch die beste Zeit, auf den Markt La Vucciria einkaufen zu gehen ist 9 Uhr, wenn Verk\u00e4ufer ihre besten Waren f\u00fcr Eink\u00e4ufer aus Restaurants und Caf\u00e8s von Palermo ausbreiten. Der Markt liegt auf einigen engen Stra\u00dfen in der N\u00e4he vom Platz Piazza San Domenico. <\/em><\/p>\n<p><em>Auf dem Markt Mercato di Capo gibt es dieselben verbindlichen Merkmale: endlose Auswahl an Feinkostartikeln, \u00fcberspannte Stimmen der Verk\u00e4ufer, das Gedr\u00e4nge und st\u00e4ndiges Herumtreiben. Der Hauptunterschied des Marktes Mercato di Capo ist seine Lage. Die Marktreihen dehnen sich an einigen interessanten Orten von Pa<\/em>lermo <em>entlang aus: an altert\u00fcmlichen Stra\u00dfen Via Volturno, Via Beati Paoli und Via Porta Carini. Die Letzte ist durch ein ber\u00fchmtes Tor bekannt, das fr\u00fcher ein Teil der Festungsmauer war. Der Markt ist in zwei Teile geteilt. Im ersten Marktteil verkauft man Kleidung und Zubeh\u00f6r, im anderen Lebensmittel.<\/em><\/p>\n<p>Erstaunlich ist f\u00fcr uns aber nicht nur das charakteristische, laute Geschrei der Verk\u00e4ufer, sondern die Preise die sie ausrufen (die auch bei den Waren gross angeschrieben sind). So kosten 10 tadellose Artischocken mit runden Bl\u00e4ttern: 1 \u20ac. Von den Artischocken mit den spitzen Bl\u00e4ttern bekommt man zum gleichen Preis sogar 15 St\u00fcck. 5 (F\u00fcnf !!!) Kilo pr\u00e4chtige Orangen sind meist angeschrieben mit 99 Cent, oder mit 1 \u20ac. Kaum bleibt man vor einem Stand stehen, zerschneidet der Verk\u00e4ufer sofort eine der Orangen, die man probieren muss. Sie schmeckt stets sehr gut. Mir erscheinen solche Preise geradezu peinlich, wenn ich an die Bauern denke, die als Erwerb die Orangenb\u00e4ume pflegen, die Fr\u00fcchte ernten und auf den Markt bringen!<\/p>\n<p>Vom B. &amp; B. gelangten wir zu Fuss in einer Viertelstunde zum Meer. Von dort erreichten wir &#8211; der Uferstrasse entlang gehend &#8211; in einen weiteren Viertelstunde den Botanischen Garten. Zu den meisten anderen Besichtigungen fuhren wir dagegen mit einem speziellen Touristen-Bus, der 50 m vom B &amp; B eine Haltestelle hat. Dieser Bus verkehrt alle 15 Minuten, durchkreuzt das historische Zentrum und h\u00e4lt vor allen wichtigen Sehensw\u00fcrdigkeiten. Die ganze Rundfahrt beansprucht etwas mehr als eine Stunde.<\/p>\n<p>Dieser Bus wurde offenbar f\u00fcr die Touristen eingesetzt. Da er aber kostenlos ben\u00fctzt werden kann, ist er \u00fcbervoll von Einheimischen und viele Touristen ziehen deshalb doch die privaten, recht teuren &#8222;hop on &#8211; hop off&#8220; Busse vor. Diese haben aber keine Station in der unmittelbaren N\u00e4he vom Giardino Dell&#8217;Alloro.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 13. April 2018.<\/strong> Donatella hat f\u00fcr uns ein Privat-Taxi f\u00fcr den ganzen Tag bestellt, was 80 \u20ac kostet. Ignazio Caracappa, Besitzer des bequemen Wagens, hat ein Universit\u00e4ts-Studium abgeschlossen und erweist sich nicht nur als angenehmer Chauffeur, sondern gleichzeitig als Reisebegleiter, der uns w\u00e4hren der Fahrt viele interessante, lokale Besonderheiten erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p>In Sizilien sind viele Menschen arbeitslos, selbst solche mit einem Universit\u00e4ts-Abschluss. Die frei gewordenen, besonders begehrten Stellen f\u00fcr Staatsbeamte, werden zwar vorschriftsgem\u00e4ss \u00f6ffentlich ausgeschrieben. Sich daf\u00fcr regul\u00e4r zu bewerben erweist sich aber &#8211; laut Ignazio &#8211; als v\u00f6llig sinnlos. Eine solche Stelle bekommt man nur durch pers\u00f6nliche Beziehungen oder dank einem hohen Schmiergeld. Wer sich eine solche Anstellung ergattert hat, geht dann im Laufe des Vormittags und am sp\u00e4teren Nachmittag zum Abstempeln an den Arbeitsplatz. Die meiste dazwischen liegende Zeit wird mit einer anderen beruflichen T\u00e4tigkeit, oder irgendwelchen Vergn\u00fcgungen verbracht.<\/p>\n<p>Angesicht der hohen Arbeitslosigkeit in Sizilien finden viele Hochschul-Absolventen eine Stelle im Ausland, wodurch das Land seine wertvollsten Arbeitskr\u00e4fte immer mehr verliert. Man kann aber auch ich in Sizilien bleiben und sich f\u00fcr ein gutes, aber nicht ganz ungef\u00e4hrliches Einkommen der Mafia anschliessen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ignazio kam keine dieser M\u00f6glichkeiten in Frage. Seine materielle Lebensgrundlage hat er als privater Taxi-Chauffeur f\u00fcr Touristen gefunden. In einer knappen Stunde bringt er uns zur erh\u00f6ht gelegenen Ortschaft Monreale.<\/p>\n<p>Der dortige, von der UNESCO zum Welterbe deklarierte Dom wurde Ende des zw\u00f6lften Jahrhunderts errichtet &#8211; eine f\u00fcr Sizilien typische Symbiose aus romanischer, arabischer und byzantinischer Kunst. Man betritt die Kathedrale durch ein m\u00e4chtiges Bronzetor aus dem Jahre 1185, auf dem 42 biblische Szenen dargestellt sind.<\/p>\n<p>Das Innere des Doms ist von einer geradezu atemberaubenden Pracht! Die byzantinischen Goldmosaiken bedecken gesamthaft eine Fl\u00e4che von \u00fcber sechs Tausend (!) Quadratmeter. Dargestellt sind Szenen aus dem Alten Testament. Alles ist so \u00fcberw\u00e4ltigend, das es fast erschreckend wirkt.<\/p>\n<p>Weit mehr bezauberte mich der Kreuzgang direkt neben dem Dom, der einzige Rest des ehemaligen Benediktiner-Klosters. In lauter Vierer-Gruppen umfassen insgesamt 228 S\u00e4ulen einen quadratischen Innenhof. Jede dieser S\u00e4ulen ist anders gestaltet, reich dekoriert mit Mosaiken, oder durch besondere Spiralformen. Lauter unterschiedliche Kunstwerke sind auch alle Kapitelle.<\/p>\n<p>In einer Ecke des Kreuzgangs findet sich ein Brunnenhof. In dessen Mitte ragt aus einem grossen, runden Becken eine hohe S\u00e4ule empor. Darauf ruht eine Kugel von der Wasser in das Becken hinabfliesst.<\/p>\n<p>Nachdem wir von all der Pracht v\u00f6llig ersch\u00f6pft sind, bringt uns Ignazio hinunter zum Meeresstrand, wo wir uns f\u00fcr den Rest des Tages ausruhen und den Drachenseglern auf dem Meer zusehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 14. April 2018<\/strong>: Nach einem letzten, reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck, und einem \u00fcberaus herzlichen Abschied von Donatella bringt uns Ignazio zum Flughafen f\u00fcr \u20ac 45. (Caracappaignazio@yahoo.it)<\/p>\n<p>In anderthalb Stunde Flugzeit sind wir in Mailand. Wie schon oft geniessen wir das Mittagessen nahe beim Bahnhof (an der Via Lepetit) im recht ungew\u00f6hnlichen Restaurant &#8222;Xier&#8220;, von Chinesen in einer ehemaligen, grossen Schwimmhalle eingerichtet. Die K\u00fcche ist nicht chinesisch, sondern international.<\/p>\n<p>Kaum hat man sich an einen der vielen kleineren oder gr\u00f6sseren Tische gesetzt, bringt eine Kellnerin frisches Gedeck und eine Flasche Mineralwasser. Alles Weitere muss man selber tun: An einem laufenden Band sucht man sich passende Sushi aus. An anderen Orten kann man sich ein Hors d&#8217;oeuvres zusammenstellen, oder frische Salate selber anrichten.<\/p>\n<p>An langen Theken werden vorgekochte, warm gehaltene Speisen angeboten. Wenn man etwas Zeit und Lust dazu hat, kann man sich aus den angebotenen Shrimps, frischen Fischen oder verschiedenen Fleischarten, aber auch Gem\u00fcse-Sorten selber das Passende ausw\u00e4hlen. Die Speisen werden dann gebraten, gegrillt, oder im WOK zubereitet. Dank einer an den Teller geklammerten Nummer werden die Speisen &#8211; kaum sind sie fertig zubereitet &#8211; an den richtigen Tisch gebracht.<\/p>\n<p>Als Dessert hat es ein Angebot verschiedener Arten frischer Fr\u00fcchte, Kompott aber auch Kuchen. Zuletzt bekommt man noch einen Espresso.<\/p>\n<p>F\u00fcr alles was man konsumiert hat, zahlt f\u00fcr man pro Person nur 12 \u20ac (Abends kostet es 18 \u20ac). Zudem (und das gef\u00e4llt mir noch mehr als der unglaublich tiefe Preis) muss man aber je nach der Menge der Speisen bezahlen, die man allenfalls NICHT gegessen hat und auf dem Teller zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Mit der Bahn fahren wir nach Caslano zur\u00fcck. Der Ausflug nach Palermo war erfreulich. Doch zuhause f\u00fchle ich mich aus vielen Gr\u00fcnden noch gl\u00fccklicher als irgendwo sonst auf der Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich publiziere diesen Bericht \u00fcber unsere kurze Reise, weil ich sie zur Nachahmung empfehlen kann. 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