{"id":110,"date":"2016-02-25T15:44:34","date_gmt":"2016-02-25T15:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=110"},"modified":"2018-02-09T13:44:16","modified_gmt":"2018-02-09T13:44:16","slug":"biographien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ivanruperti.info\/?p=110","title":{"rendered":"Mein Leben"},"content":{"rendered":"<p><em>Dies ist eine \u00a0Zusammenfassung der Geschehnisse, die ich 1999 beschrieben hatte. Als 92-j\u00e4hriger habe ich sie auf \u00a0den aktuellen Stand erg\u00e4nzt, also bis zum Jahr 2016.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Herkunft<\/strong><\/p>\n<p>Meine Eltern sind beide in Moskau geboren und Russisch ist deshalb meine Muttersprache, obwohl ich haupts\u00e4chlich in der Schweiz aufgewachsen bin. Mein Grossvater v\u00e4terlicherseits ist in jungen Jahren aus Hamburg nach Russland ausgewandert und hat es dort als Kaufmann zu grossem Reichtum gebracht.\u00a0Auch seine Gattin, meine Grossmutter, stammte aus Deutschland.<\/p>\n<p>Meine Mutter war eine talentierte Malerin. Sie war eine geborene \u201evan Rijckevorsel\u201c und hatte einen aus Holland nach Russland ausgewanderten Vater, verheiratet mit eine Franz\u00f6sin. Hunde die einen \u00e4hnlich gemischten Stammbaum haben, werden als \u201ePromenadenmischung&#8220; bezeichnet und gelten als besonders intelligent. Ich weiss allerdings nicht, ob dies auch bei Menschen seine G\u00fcltigkeit hat.<\/p>\n<p>Durch die Kommunistische Revolution im Jahre 1917 wurden meine Grosseltern vollst\u00e4ndig enteignet. Alfred Ruperti, mein Grossvater, hatte sich eine imposante \u201eDatscha&#8220; (Sommerhaus) am Rande von Moskau erbauen lassen. Dabei hatte der Architekt f\u00fcr seinen prachtliebenden Auftraggeber ganz einfach die ber\u00fchmte historische \u201eVilla Rotonda\u201c von Andrea Palladio detailgetreu kopiert, jedoch mit einem unterirdisches Privat-Theater usw. noch bereichert. Dieses Geb\u00e4ude diente sp\u00e4ter Stalin als Residenz.<\/p>\n<p>Meine Grossmutter, Fanny Marc-Ruperti, ist verwandt mit dem Maler Franz Marc aus dem Kreis des ,,Blauen Reiters&#8220;. Einst war sie eine skandalumwitterte Pers\u00f6nlichkeit der Moskauer \u201ehaute vol\u00e9e&#8220;. Sie spielte beispielsweise Tennis in einem (man stelle sich das vor ! )<strong> kn\u00f6chelfreien<\/strong> Kleid. Sie ritt auf Amazonensattel, hatte ein eigenes Hausboot auf der Wolga und liess sich ihren private Salonwagen an einem Eisenbahn-Zug anh\u00e4ngen, wenn sie zur j\u00e4hrlichen Kur nach Baden Baden fuhr.<\/p>\n<p>Dank ihrer Beziehung zu einer Hofdame des Zaren erhielten meine Grosseltern die begehrten Zutrittskarten zum letzten Schiff von der Krim nach Konstantinopel als sie vor der drohenden, s\u00fcdw\u00e4rts vordringenden Front der &#8222;Roten&#8220; fl\u00fcchteten.<\/p>\n<p>Auch mein Vater wurde als blutjunger Offizier der noch kaisertreuen \u201eWeissen&#8220; bis zur Krim gedr\u00e4ngt und entkam ebenfalls nach Konstantinopel. Von dort reiste er, v\u00f6llig mittellos und unter grossen Entbehrungen, zu seinen in die urspr\u00fcngliche deutsche Heimat zur\u00fcckgekehrten, ebenfalls arm gewordenen Eltern.<\/p>\n<p>Meine Mutter war dagegen mit ihren Eltern gleich zu Beginn der russischen Unruhen ins Ausland geflohen und besuchte ein deutsches Gymnasium am Bodensee.\u00a0Die Maturandin traf zuf\u00e4llig den ihr schon in Moskau als Kind bekannten Andreas Ruperti, der sich als Student an der Universit\u00e4t von Dresden eingeschrieben hatte.\u00a0Sie gab ihm die daf\u00fcr notwendigen Nachhilfestunden in deutscher Sprache \u2013\u00a0mit dem Resultat, dass die Beiden zuletzt heirateten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jugendjahre<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Ich kam am 4. Januar 1924 in Dresden als staatenloses Kind zur Welt, wobei der Arzt mit einem Damast-Tischtuch f\u00fcr 24 Personen entlohnt wurde, das meine Grossmutter aus Russland mitgenommen und als Schutzh\u00fclle bei der Flucht benutzt hatte.<\/p>\n<p>Nach Abschluss des Chemiestudiums wurde mein Vater nach Kanada an eine einsam gelegene Fabrik berufen. Lange haben es meine Eltern dort nicht ausgehalten und mein Vater war froh, dass er in der chemischen Industrie in Basel eine passende Stelle bei der \u201eCiba\u201c fand. Im Jahre 1935 erhielten meine Eltern, meine beiden j\u00fcngeren Schwestern und ich unsere Schweizerp\u00e4sse, als B\u00fcrger von Basel Stadt.<\/p>\n<p>In Basel durchlief ich die Schulen bis zur Maturit\u00e4t und studierte anschliessend Volkswirtschaft an der dortigen Universit\u00e4t. Dies tat ich teilweise auch in Paris an der Sorbonne und schrieb dort meine historische Doktorarbeit \u00fcber die Kontinentalsperre und das dadurch bedingte Entstehen der europ\u00e4ischen R\u00fcbenzucker-Industrie. Dabei war es mir verg\u00f6nnt, in den \u201eArchives Nationales&#8220;, wo ich meine Recherchen zur Hauptsache betrieb, ein bisher verschlossen gebliebenes Schreiben von Napoleon zu entsiegeln. 1947 bestand ich mein Schlussexamen an der Universit\u00e4t Basel und erhielt den Titel als Dr. rer. pol..<\/p>\n<p>In Paris lernte ich auch meine k\u00fcnftige Gattin kennen, die sp\u00e4ter in Antibes als Aertztin t\u00e4tig war. Nach einigen Jahren unseres meist an getrennten Domizilien verbrachten Lebens liessen wir uns scheiden.<\/p>\n<p>Auch unsere Tochter Anna ist als Arzt t\u00e4tig, ebenso wie mein Schwiegersohn, Dominique Lambert. Sie leben in Marseille und schenkten mir Natascha, eine Enkelin, die mir viel Freude macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erste Karriere im Wirtschaftsleben<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Nachdem ich 1947 &#8211; 1949 als \u201eeconomic reporter&#8220; im Amerikanischen Konsulat von Basel gearbeitet hatte, fand ich (1950 &#8211; 1953) eine Anstellung in Z\u00fcrich bei \u00a0Dr. Rudolf Farner, dem damals bekanntesten Werbeberater der Schweiz, der sp\u00e4ter unter anderem zum Pr\u00e4sident der \u201eInternational Advertising Association&#8220; gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Ich war der erste m\u00e4nnliche Angestellter in der damals noch jungen Werbeagentur von Rudolf Farner und habe sehr viel von ihm gelernt. Unter anderem habe ich dabei f\u00fcr mich eine Grenze ziehen k\u00f6nnen, zwischen dem was ich selber zu machen bereit bin und wo es f\u00fcr mich moralisch zu weit geht.<\/p>\n<p>Beispielsweise schien es mir nicht akzeptabel (was mein Arbeitgeber jedoch getan hat) einen Wahlkampf mit Erfolg zu leiten und doch im Geheimen f\u00fcr die Gegenpartei zu stimmen. Es schien mir auch unkorrekt, sich wirkungsvoll f\u00fcr ein Produkt einzusetzen, das man eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig, oder sogar verglichen mit Konkurrenzprodukten als qualitativ minderwertig betrachtet (aber den Auftrag dennoch gerne anzunehmen, bloss weil der Auftraggeber ein grosses Werbebudget zur Verf\u00fcgung zu stellen bereit ist). Daraus ergaben sich mit der Zeit Konflikte infolge meiner kritischen Haltung.<\/p>\n<p>So war eigentlich der mir zum Freund gewordene \u201eF\u00e4nsch&#8220; Farner irgendwie erleichtert, dass er mich als oft n\u00fctzlichen, aber gelegentlich unbequem scheinenden Mitarbeiter auf elegante Art loswerden konnte, indem er mich mit lobenden Empfehlungsschreiben ausr\u00fcstete und nach den U.S.A. entsandte.<\/p>\n<p>Dort blieb ich zwei Jahre (1953-1954). Unter anderem war ich l\u00e4ngere Zeit ein gut bezahlter Angestellter der damaligen Werbeagentur &#8222;Ewell &amp; Thurber&#8220;, in Toledo, Ohio. Zuletzt merkten aber meine Arbeitgeber, dass ich f\u00fcr den Posten als internationaler Medienchef einfach zu jung war und noch zu wenig Vorkenntnisse und Erfahrungen mitgebracht hatte. Diese amerikanischen Lehrjahre erwiesen sich jedoch f\u00fcr meine Laufbahn in der Welt der Werbung als sehr n\u00fctzlich.<\/p>\n<p>Eine weitere, freundliche Farner-Empfehlung verschaffte mir in Z\u00fcrich die Stelle eines Werbeleiters beim Benzinmulti Shell (Switzerland). Ich war f\u00fcr dieses \u00a0Unternehmer &#8211; als j\u00fcngster aller Abteilungsleiter &#8211; w\u00e4hrend drei Jahren (von 1955-1957) erfolgreich t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1958 machte ich den wagemutigen Sprung in die Selbst\u00e4ndigkeit. Trotz den anf\u00e4nglich finanziellen Schwierigkeiten (mit nur einem einzigen und nicht sehr grossen Kunden) habe ich diesen Schritt nie bereut. Innerhalb von 12 Jahren konnte sich meine \u201eWerbeagentur Ruperti AG\u201c zu einer der 10 gr\u00f6ssten in der Schweiz emporarbeiten. Zuletzt betreute ich einige der namhaftesten Klienten, vor allem aus der Konsumg\u00fcter-Industrie, mit einem totalen Jahresbudget von 12 Millionen Franken und besch\u00e4ftigte 44 vollzeitig angestellt Personen &#8211; sowie zahlreiche freischaffende, gelegentliche Mitarbeiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neuer Lebensabschnitt &#8211; dem Garten geweiht<\/strong><\/p>\n<p>Im Alter von 46 Jahren hatte ich ein entscheidendes Erlebnis, das oft in sp\u00f6ttischer Weise als \u201em\u00e4nnliche Menopause&#8220; oder als \u201emidlife crisis&#8220; bezeichnet wird. Es war aber f\u00fcr mich ein begl\u00fcckender Neubeginn eines zweiten, ganz anders gearteten Lebensabschnittes.<\/p>\n<p>Ein Besuch der ber\u00fchmten historischen G\u00e4rten von Kyoto hinterliess einen so tiefen Eindruck, dass alles bisherige in meinem Leben mir nun pl\u00f6tzlich unwichtig vorkam. Ich verkaufte bald danach die Aktien meiner Werbeagentur an eine amerikanische Firma. Da mir die Verwaltung von Kapital nur unerfreulichen M\u00fchsal bedeutet h\u00e4tte, verzichtete ich auf eine Kaufsumme zu Gunsten eines lebensl\u00e4nglichen, wenn auch eher bescheidenen Rentenvertrags. Damit habe ich mir eine andauernde finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit gesichert<\/p>\n<p>Bei John Brookes, erlernte ich in London \u201egarden design&#8220;. Mit 47 Jahren war ich der \u00e4lteste und gleichzeitig der Sch\u00fcler mit der gr\u00f6ssten Begeisterungs-f\u00e4higkeit. John Brookes hat zahllose Pr\u00e4mien f\u00fcr die von ihm gestalteten G\u00e4rten gewonnen. Er verfasste Gartenb\u00fccher die &#8211; eingerechnet aller \u00dcbersetzungen in viele Sprachen &#8211; weltweit die h\u00f6chste Auflage von Gartenb\u00fcchern eines Autors erzielt haben.\u00a0John wurde einer meiner besten Freunde.<\/p>\n<p>1973 kehre ich zur\u00fcck auf den europ\u00e4ischen Kontinent und wohnte abwechselnd in Italien und im Tessin. Dabei habe ich f\u00fcr Freunde und Bekannte 15 H\u00e4user entworfen und betreute jeweils auch die Bauleitung.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich selber habe ich nacheinander im Laufe der Zeit nicht weniger als 17 Wohnst\u00e4tten errichtet. Wenn ich mir ein neues Haus baute, war es \u201ebestimmt zum letzten Mal&#8220;. Ich dachte n\u00e4mlich nie an die M\u00f6glichkeit eines sp\u00e4teren Verkaufes. Dieser ergab sich aber jeweils wie von selber.<\/p>\n<p>Schuld daran waren Besucher, die sich positiv \u00e4usserten und sagten, so ein Haus h\u00e4tten sie eigentlich auch gerne. Diesen Wunsch konnte ich auf einfachste Art erf\u00fcllen. Ich verkaufte ihnen mein Haus und hatte dadurch das grosse Vergn\u00fcgen, mich gleich wieder in ein neues, kreatives Abenteuer zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Als reinem Amateur, ohne entsprechender schulischer Ausbildung, wurde aber die Baut\u00e4tigkeit infolge der wachsenden amtlichen Vorschriften f\u00fcr mich immer schwieriger. \u00a0Ich setzte einen Schlussstrich unter Haus-Architektur und beschr\u00e4nkte mich fortan rein auf Garten-Architektur. Bei der Gartengestaltung ist man amtlichen Einschr\u00e4nkungen weniger ausgesetzt<\/p>\n<p>Mein dreizehnte Haus liess ich von einem richtigen Architekt erbauen. Das Haus in Somazzo, \u00fcber Mendrisio, und vor allem der dazu von mir grossartig gestaltete Garten, wurde in acht verschiedenen, internationalen Zeitschriften illustriert und ausf\u00fchrlich besprochen. Ich habe l\u00e4nger in Somazzo gewohnt als bisher an anderen Orten. Doch ich musste feststellen, dass dieses sch\u00f6ne Haus und insbesondere ein rund 5&#8217;000 Quadratmeter umfassender Garten f\u00fcr einen allm\u00e4hlich \u00e4lter werdenden Menschen mit der Zeit zu arbeitsaufwendig wurde.<\/p>\n<p>Nach dem Verkauf meines Hauses in Somazzo wohne ich in einer gemieteten Haush\u00e4lfte in Aldesago, mit Aussicht auf Lugano und den See. Ich habe hier nur noch einem kleinen Garten den ich alleine gut bew\u00e4ltigen kann und nicht mehr auf regelm\u00e4ssige Hilfe von G\u00e4rtnern angewiesen bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(<em>Diesen Lebenslauf hatte ich 1999 geschrieben. Seither hat sich f\u00fcr mich noch Einiges ge\u00e4ndert, neue Adressen usw.)<\/em><\/p>\n<p>Meine kreative Lust konnte ich in vielen F\u00e4llen bei Auftr\u00e4gen zur Gestaltung von G\u00e4rten gl\u00fccklich ausleben. Dabei verk\u00f6rpert Wasser f\u00fcr mich das Symbol des Lebens und bildet deshalb meist das wichtigste Element der von mir geplanten G\u00e4rten.<\/p>\n<p>Die Serie der von mir geschaffenen Biotope reicht von einem winzigen Seerosen-Becken eines Dachg\u00e4rtchens, das unmittelbar an den \u201ecool&#8220; wirkenden, grossen Dachgarten des Modesch\u00f6pfers Giorgio Armani angrenzt (ich habe in Mailand mehrere Dachg\u00e4rten gestaltet), geht dann \u00fcber einen 2000 Quadratmeter grossen, von mir geschaffenen Teich unweit vom italienischen Ortasee, bis hin zu einem k\u00fcnstlichen geschaffenen See mit mehreren kleinen Inseln in Sri Lanka (mein bisher gr\u00f6sster Auftrag). Gegenw\u00e4rtig besch\u00e4ftigt mich (f\u00fcr einen Auftraggeber in der Toskana und einen anderen in der Provinz Novara) besonders das Problem des nat\u00fcrlich wirkenden Schwimm-Teiches, eine empfehlenswerte Alternative zu der normalerweise \u00fcblichen Verschandelung der G\u00e4rten mit scheusslichen t\u00fcrkisfarbenen Badebecken.<\/p>\n<p>Obwohl ich keineswegs mit Leichtigkeit zu schreiben vermag, verfasste ich gelegentlich journalistische Beitr\u00e4ge. Dies geschah unter anderem im Auftrag des inzwischen verstorbenen Chefredaktors der Kulturzeitschrift \u201eDU&#8220;. Die von mir behandelten Themen betrafen vor allem Fragen des \u201eDesign&#8220;. Unter anderem konnte ich mein langes und ausf\u00fchrliches Interview mit der ber\u00fchmten Mail\u00e4nder Architektin, Gae Aulenti, publizieren. Einmal durfte ich sogar selber die Redaktion einer ganzen ,,DU&#8220;-Nummer \u00fcbernehmen. Sie trug den Titel \u201eTessiner Baumeister&#8220;.<\/p>\n<p>Nach einer meiner h\u00e4ufigen Englandreisen machte ich &#8211; vor der R\u00fcckkehr ins Tessin &#8211; einen Zwischenhalt in Z\u00fcrich. Es galt, einen von mir f\u00fcr \u201eDU&#8220; vorbereiteten Artikel in der Wohnung des mit mir befreundeten Chefredaktors bei einem Tee zu besprechen. Statt gleich aufs Thema zu kommen, verirrte ich mich jedoch in eine lange und begeisterte Schilderung der soeben von mir in England besuchten G\u00e4rten. Bevor ich damit zu Ende war, unterbrach mich Sascha Draeger mit folgenden Worten: ,,Ivan, du musst mir einen Gefallen tun und unbedingt f\u00fcr meine Leser eine Reise zu diesen G\u00e4rten organisieren&#8220;. Das war f\u00fcr mich eine sehr \u00fcberraschende und ganz unerwartete Aufgabe.<\/p>\n<p>Zu Neuem stets bereit, organisierte ich aber nun tats\u00e4chlich eine Leserreise f\u00fcr \u201eDU&#8220; mit dem Titel \u201eDie sch\u00f6nsten G\u00e4rten von S\u00fcdengland&#8220;. Dann leitete ich eine Reise nach Venedig (wo ich \u00fcber eine kleine Ferienwohnung verf\u00fcge und mich in dieser Stadt recht gut auskenne). Zuletzt gab es dann noch eine \u201eRosenreise nach Frankreich&#8220;. (In Paris verf\u00fcge ich \u00fcber ein winziges &#8222;studio&#8220; im Marais, dem lebhaften K\u00fcnstlerquartier).<\/p>\n<p>Nach dem Verkauf des herausgebenden Verlags an den \u201eTagesanzeiger&#8220; wurde f\u00fcr \u201eDU&#8220; ein neuer Chefredaktor eingesetzt. Dieser gab mir zu verstehen, Leserreisen zu <strong>G\u00e4rten<\/strong> k\u00e4me f\u00fcr ihn nicht mehr in Frage, denn schliesslich w\u00fcrde er eine <strong>kulturell<\/strong> ausgerichtete Zeitschrift betreuen ! Dabei hatten ja meine Reisen keinen rein botanischen Charakter. Sie waren als eigentliche Kulturreisen konzipiert, die den Teilnehmer\/innen insbesondere auch die Geschichte der Gartenkunst vor Augen f\u00fchren sollten.<\/p>\n<p>Bereits hatte ich im Auftrag des abgetretenen Chefredaktors zwei weitere Programme f\u00fcr die n\u00e4chsten vorgesehenen Leserreisen auf entsprechenden Rekognoszierungen an Ort und Stelle ausgearbeitet. Es handelte sich um ,,Die maurischen G\u00e4rten von Andalusien&#8220; und ,,Parks und Pal\u00e4ste des russischen Zarenreiches&#8220;.<\/p>\n<p>Als ich bei Kuoni, der kommerziellen Betreuerin aller Reisen f\u00fcr die Zeitschrift \u201eDU&#8220; bekannt geben musste, dass meine Garten-Reisen nicht mehr veranstaltet werden k\u00f6nnen, sagte man mir: Praktisch alle Kunden der ersten Reise h\u00e4tten sich ja wieder gemeldet. Dabei bezogen sie sich meist nicht auf eine \u201eDU&#8220;-Leserreise sondern sie fragten nach einer neuen \u201eRuperti-Reise&#8220;. Ich k\u00f6nne doch einfach die bereits von mir vorbereiteten Programme, sowie allenfalls auch sp\u00e4tere, unter meinem eigenen Namen anbieten. Und so geschah es von da an.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer\/innen meiner anf\u00e4nglichen Reisen sind offensichtlich zufrieden geblieben. Sie haben davon weitererz\u00e4hlt, sodass sich allein durch Mundpropaganda, meine folgenden Reisen gut verkaufen liessen und oft sogar schon lange im Voraus ausgebucht waren. (Das ist bei der heute erschwerten Wirtschaftslage leider selten geworden).<\/p>\n<p>Alle bereits erw\u00e4hnten Programme mussten mehrmals wiederholt werden, das Programm nach S\u00fcdengland schon neun Mal. Dieses erwies sich n\u00e4mlich als ideales \u201eEinsteiger-Programm&#8220; f\u00fcr Leute, die erstmals eine Garten-Reise erleben.<\/p>\n<p>Neben der Reiseleitung unternahm ich jedes Jahr auch Rekognoszierungs-Reisen in Mietautos. So erweiterte sich das Angebot mit stets neuen Programmen als zus\u00e4tzliche Gartenreisen in verschiedene L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Im Jahre 1998 \u00fcbertrug ich die Organisation der bisherigen \u201eRuperti-Reisen&#8220; dem Reiseunternehmen Arcatour in Zug. Ich betreute die Konzeption ihres gesamten Jahresprogramms im Rahmen von &#8222;Kultur und Gartenkunst&#8220;. Daneben bet\u00e4tige ich mich weiterhin gerne als Gartengestalter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im Jahre 2016 mache ich \u2013 aus der Sicht eines 92-j\u00e4hrigen &#8211; einige generelle Erg\u00e4nzung zu meinem vor 17 Jahren geschrieben Lebenslauf.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die kleine Wohnung in Aldesago war meine 14. Adresse. Danach kam als Nr. 15 die grosse gemietete Wohnung in Ruvgliano. Nr. 16 war das von mir in Gravesano gekaufte Haus.<\/p>\n<p>Ich verkaufte dieses Haus zu einem guten Preis, als auf der gegen\u00fcber liegenden Strassenseite &#8211; anstelle der bisherigen G\u00e4rtnerei \u2013 ein Wohnblock errichtet wurde, der mir im Winter die Sonne wegnahm. Im Jahre 2009 kaufte ich das Haus in Caslano. Auch hier gab es viel umzubauen, was die (relativ geringen) Kosten des Ankaufs um die H\u00e4lfte dieses Preises erh\u00f6hte.\u00a0Die beiden G\u00e4rtchen auf der sonnigen und auf der schattigen Seite des Hauses erneuerte ich vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Hier in Caslano leben Adalberto und ich gl\u00fccklich und zufrieden &#8211; in Gemeinschaft mit den Perserkatzen Lulu und Zizi, sowie 10 teilweise sehr gross gewordenen Kois.\u00a0Auch in diesem Jahr, 2016, konnten wir \u2013 immer noch ohne \u00a0Probleme \u2013 mehrere Reisen unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist eine \u00a0Zusammenfassung der Geschehnisse, die ich 1999 beschrieben hatte. 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